
Dokumentiert: 14. Arbeitswissenschaftliches Forum der Mittelgruppe
Business-Insider informierten über Entgelttransparenz, leistungsgerechte Bezahlung, flexible Arbeitszeitgestaltung und klare Führung
Führung – Performance – Entgelt: Das waren Themenschwerpunkte des Arbeitswissenschaftlichen Forums von M+E MITTE am 21. April im Haus der Wirtschaft in Frankfurt. Die Initiatoren des Zusammenschlusses der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie des Saarlands, des Rheinlands, der Pfalz und Hessens hatten Experten eingeladen, die vor zahlreichen Zuhörern aus Unternehmen, Verbänden und Wissenschaft spannende Einblicke in ihre Betriebspraxis boten. Die Wissenschaftlerin Eva Hanau vom ifaa moderierte die Veranstaltung.

Zu den Vorträgen
Vortrag Anette Skau Fischer
Arbeitswissenschaftliches Forum HessenmetallCIRCOR German Holdings GmbH & Co. KG, berichtete über die Entgelttransparenz-Kultur in Dänemark.
Vortrag Frank Hippelein
Arbeitswissenschaftliches Forum HessenmetallProcess-Expert Compensation & Benefits bei der Robert Bosch GmbH, berichtete über die Umsetzung der Vorgaben durch die EU-Entgelttransparenzrichtlinie
Vortrag Reinhardt Neddermeyer
Arbeitswissenschaftliches Forum HessenmetallSenior Director Production/Standortleiter Kardex Production Deutschland GmbH, über das jährliche tarifliche Zielvereinbarungssystem für die Meister
Vortrag Stefan Gerlach
Arbeitswissenschaftliches Forum HessenmetallSenior Expert für Personaleinsatzplanung und langjähriger Mitarbeiter des Fraunhofer IAO referierte über smarte Personaleinsatzstrategien
Vortrag Peter Diekmann
Arbeitswissenschaftliches Forum HessenmetallGeschäftsführer der Diekmann Public Relations GmbH „Klarheit führt – Unklarheit lässt geschehen.“
Gastgeber des Forums: Michael Röther, Patrick Müller, Nikolaus Schade und Stephan Wüst

Arbeitswissenschaftliches Forum von M+E MITTE: das Resümee der Veranstalter:
Patrick Müller, bei ME Saar verantwortlich für das Themengebiet Arbeitswissenschaft: „Dieses Forum der Mittelgruppe hat unter anderem gute Einblicke in das komplexe Thema der Entgelttransparenzrichtlinie gegeben. In den Vorträgen wurde auch deutlich, dass dabei nicht nur eine rechtskonforme Umsetzung, sondern auch die Rolle der Führungskräfte sehr wichtig ist. Neben dem Personalbereich sollten auch sie in der Lage sein, Fragen ihrer Mitarbeitenden zu Besonderheiten und Unterschieden im Entgelt mit einer guten Kommunikation und Dokumentation transparent erklären zu können. Diese Transparenz ist insbesondere bei individuellen Leistungskomponenten im Entgelt wichtig. Nur wenn die Mitarbeitenden verstehen, nach welchen Kriterien ihr individueller Entgeltaufbau festgelegt wurde, erhöht dies bereits im Vorfeld die Transparenz und kann helfen, potenzielle Konflikte zu vermeiden. Daher sollten die Führungskräfte frühzeitig in die Umsetzung der Entgelttransparenzrichtlinie eingebunden und geschult werden.
Der abschließende Vortrag von Peter Diekmann hat diese wesentlichen Erkenntnisse zum Thema transparente Führung auf den Punkt gebracht: Führungskräfte müssen in ihrer Kommunikation klar sein! Das gilt für das Entgelt ebenso wie für alle anderen innerbetrieblichen Themen.“
Michael Röther, bei PFALZMETALL verantwortlich für Betriebsorganisation und digitale Transformation: „Ich nehme aus den Vorträgen dieses Forums mit, dass Transparenz in Entgeltfragen Vertrauen schafft, aber auch Marge für das Unternehmen. Denn wer Input und Output fokussiert, kann an Optimierungen der Prozesse arbeiten. Jenseits der EU-seitig auf uns zukommenden gesetzlichen Verpflichtung zur Entgelttransparenz (ETRL) ist die Botschaft: Gleiches Entgelt für gleiche Arbeit. Der Vortrag von Dr. Stefan Gerlach, Fraunhofer IAO, hat deutlich gemacht, dass Unternehmen für volatile Auftragslagen atmende Modelle für den Personaleinsatz brauchen und dass es da interessante, kreative Möglichkeiten gibt, die über Schichtplanumstellungen und Leiharbeit hinausgehen. Der Vortrag von Reinhardt Neddermeyer, Kardex Produktion Deutschland, hat gezeigt, dass tarifliche Anreizsysteme alle betrieblichen Prozesse einbeziehen sollten. Über die Produktivität hinaus geht es hier auch um Prozess-Audits. Denn sichere Prozesse sichern auch gute Qualität. 5S-Audits können auch der professionellen Selbstdarstellung eines Unternehmens dienen, wenn beispielsweise Kunden ins Unternehmen kommen. Der Abschlussvortrag des PR-Consultants Peter Diekmann hat eindrucksvoll vermittelt, dass erfolgreiche Führung Klarheit und Konsequenz erfordert.“
Nikolaus Schade, Leiter Arbeitswissenschaft beim Arbeitgeberverband HESSENMETALL: „Dieses arbeitswissenschaftliche Forum war die 14. Veranstaltung ihrer Art. Auch dieses Mal war sie gelungen. Die Teilnehmenden hatten sich trotz vieler externer Probleme, die unsere Wirtschaft aktuell bewegen, für Entgelttransparenz und Arbeitszeitgestaltung entschieden – also Themen, die ihre interne Unternehmensrealität unmittelbar betreffen. Sie interessieren sich für Konzepte, die zu interner Optimierung führen können. Sie haben sich bewusst dafür entschieden, einen kompletten Arbeitstag bei uns in Frankfurt zu verbringen, um von hier aus Impulse in ihr Unternehmen mitzunehmen. Dafür sind die gastgebenden Verbände der Mittelgruppe dankbar. Wir empfinden das als Bestätigung unserer Arbeit. Unsere Referenten haben die Themen in sehr substanziellen Vorträgen eindrucksvoll beleuchtet. Das Forum war bewusst als Präsenzveranstaltung konzipiert. In den Pausen habe ich wahrgenommen, dass viele Teilnehmende die Gelegenheit zum Austausch untereinander genutzt haben. Auch das kann kontinuierliche Verbesserung im eigenen Betrieb vorantreiben.“
Stephan Wüst, Verbandsingenieur bei vem.die arbeitgeber e.V.: „Ich nehme als eine zentrale Erkenntnis aus dieser Veranstaltung mit: Das Wissen um Entgeltsysteme ist sehr wichtig – für die Entgelttransparenz und auch für die Glaubwürdigkeit im Dialog mit den Mitarbeitenden. Als Verbandsingenieur sehe ich die Aufgabe, teilweise verloren gegangenes Wissen rund um die ERA-Landschaft wieder aufzubauen und die Führungskräfte in den Betrieben auf diesem Weg mitzunehmen. Ich bin überzeugt, dass uns das auch bei der Debatte um Entgelttransparenz und Entgeltgerechtigkeit helfen wird. Viele heutige Führungskräfte nehmen ERA gleichsam als gottgegeben hin, weil die Einführung dieses Systems schon lange zurückliegt. Das hat auch der Vortrag von Patrick Musch, Leica Microsystems, deutlich gemacht. In meiner betrieblichen Wahrnehmung wissen viele heutige Führungskräfte gar nicht mehr, warum beispielsweise ein E5er-Job so eingestuft ist. Sie ziehen sich dann darauf zurück, dass sich die Personalabteilung darum kümmern soll. Gerade im Zuge der Entgelttransparenz muss aber der Vorgesetzte eines Mitarbeitenden selbst sprechfähig sein! Wir müssen Führungskräfte in die Aufgabe mitnehmen und in der Kommunikation fitmachen für die kommenden Herausforderungen. Wenn die EU-Entgelttransparenz-Richtlinie in deutsches Recht umgesetzt ist, müssen auch Führungskräfte Antworten geben können.“
Die Arbeitsgemeinschaft M+E Mitte – Mittelgruppe |





