Cover zum Thesenpapier, in dem die Handlungsfelder der Arbeitszeitgestaltung und die Anforderungen an die Arbeitszeitgestaltung diskutiert werden.

11 Thesen zur Arbeitszeit der Zukunft

Positionspapier

Über das Papier

Die Arbeitszeit der Zukunft wird immer flexibler und individueller. Es gilt, die Arbeitszeit so zu gestalten, dass sie einerseits einen wirtschaftlich effizienten, bedarfsorientierten Personaleinsatz sicherstellt und andererseits die individuellen Arbeitszeitpräferenzen der Beschäftigten berücksichtigt. Das ifaa hat ein Thesenpapier mit 11 Thesen erarbeitet, in dem die Handlungsfelder der Arbeitszeitgestaltung und die Anforderungen an die Arbeitszeitgestaltung diskutiert sowie konkrete Forderungen gestellt werden.

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Positionspapier | 15 Seiten | PDF | 0,883 MB

Die 11 Thesen auf einen Blick

  • Arbeitswelt der Zukunft
  • 1. Traditionelle Arbeitszeitmodelle stoßen an ihre Grenzen.

    Die Transformation der neuen Arbeitswelt erfordert zunehmend eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit. Der normale Arbeitstag mit einem Achtstundentag und einer Fünftagewoche verliert weiter stark an Bedeutung.

  • 2. Arbeitszeiten müssen flexibel und bedarfsgerecht gestaltet sein,

    sodass sie Unternehmen im globalen Wettbewerb die notwendige Beweglichkeit einräumen und damit langfristig Arbeitsplätze sichern. Zukunftsfähige Ausgestaltung der Arbeitszeit ist ein wichtiges Instrument für die Zukunfts-­ und Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland.

  • 3. "Doppelte Flexibilität"

    Die flexible und individuelle Arbeitszeitgestaltung, welche sowohl für Unter­nehmen als auch für Beschäftigte vorteilhaft ist, muss zwei Perspektiven gleichermaßen berücksichtigen:

    • zum einen die betriebliche Flexibilität zur stets zuverlässigen und wirtschaftlichen Erfüllung von Kundenbedürfnissen und
    • zum anderen die individuelle Flexibilität der Beschäftigten hinsichtlich einer lebenssituationsspezifi­schen Arbeitszeit wie z. B. bei der Betreuung von Kindern oder der Pflege kranker Angehöriger.
  • 4. Echte Flexibilität ist nur mit Arbeitszeitkonten zu erreichen.

    Eine formal und organisatorisch im Unternehmen verankerte Flexibilität kann nur dann alle Potenziale entfalten, wenn eine Steuerung und Verwaltung der Arbeitszeit mithilfe von Arbeitszeitkonten vorgenommen werden.

  • 5. Verantwortung für die eigene Gesundheit und den Arbeitsschutz

    Eine zunehmende Autonomie der Beschäftigten bei der Gestaltung von Arbeitszeiten, wie sie von Beschäftigten und Gewerkschaften gefordert wird, muss folglich auch mit einem "Mehr" an Verant­wortung für die eigene Gesundheit und den Arbeitsschutz einhergehen.

  • 6. Orts-­ und zeitflexibles Arbeiten gewinnt an Bedeutung.

    Orts-­ und zeitflexibles Arbeiten trägt maßgeblich zu einer besseren Verein­barkeit von Beruf und Familie bei und ist somit ein wesentlicher Attraktivitätsfaktor für deutsche Unternehmen im Wettbewerb um Fachkräfte. Dabei sind die Potenziale noch lange nicht ausgeschöpft. Wir gehen davon aus, dass sich in Zukunft der Anteil der Beschäftigten, die orts-­ und zeitflexibel arbeiten werden, noch weiter stark erhöhen wird.

  • 7. Eine weitere Flexibilisierung von Arbeitszeiten ist gewünscht und notwendig.

    Dies kann nur inner­halb zukunftsweisender gesetzlicher und/oder tariflicher Rahmenbedingungen, welche die aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen aufgreifen, umgesetzt werden.

  • 8. Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Schicht­- und Nachtarbeit nimmt seit Jahren zu.

    Dieser Trend wird sich wohl auch mit der steigenden Nachfrage nach Dienstleistungen und dem Einsatz kapitalintensiver Produktionseinrichtungen weiter fortsetzen.

  • 9. Für ergonomische Schichtplangestaltung ist die Berücksichtigung arbeitswissenschaftlicher Erkenntnisse nach wie vor unerlässlich.

    Um den Veränderungen der Arbeitswelt gerecht zu werden, sollten jedoch die neu gewonnenen arbeitswissenschaftlichen und arbeitsmedizinischen Ansätze und Erkenntnisse konstruktiv diskutiert und gegebenenfalls in die aktuellen und zukünftigen Diskussionen integriert werden.

  • 10. Flexible, gesundheits-­ und bedarfsgerechte Schichtarbeit ist planbar.

    Schichtplangestaltung auf der Basis arbeitswissenschaftlicher Kriterien hat einen wesentlichen Einfluss auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten. Dass gesunde und flexible Schichtmodelle planbar sind, zeigen die Ergebnisse einer ifaa­-Studie aus dem Jahr 2019.

  • 11. Es gibt kein Patentrezept für Arbeitszeitgestaltung.

    Zahlreiche Kombinationen von Kriterien und Aspekten, wie zum Beispiel Arbeitsorganisation, kurze Reaktions-­ und Lieferzeiten, Reaktion auf saisonale und konjunkturelle Auslastungsschwankungen, Chronobiologie, Alter, Geschlecht, persönliches Risiko­profil sind ausschlaggebend für eine bedarfs­- und gesundheitsgerechte Arbeitszeitgestaltung. Die Her­ausforderung auf betrieblicher Ebene liegt darin, die jeweiligen betrieblichen Anforderungen mit den Wünschen und Bedarfen der Beschäftigten abzugleichen und optimal aufeinander abzustimmen.