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ifaa-TRENDSTUDIE: Schulnote „Ausreichend plus“ für Unternehmen beim Stand der Digitalisierung

Relevanz:

In der ifaa-TRENDSTUDIE „Zukunftstechnologien im produzierenden Gewerbe“ bewerteten die befragten Führungskräfte den Stand der Digitalisierung in ihrem Unternehmen im Schnitt nur mit „Ausreichend plus“. Hier besteht also deutlicher Nachholbedarf. „Bei den umgesetzten und geplanten Zukunftstechnologien dominieren 5G, Cloud Computing und generative KI das Feld“, erläutert Nils Feggeler vom ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft. Zur Studie: www.arbeitswissenschaft.net/angebote-produkte/studien/trendstudie-zukunftstechnologien Düsseldorf, 16.03.2026 Digitalisierung hinkt hinterher Bis zu 38 % der Befragten bewerten die Digitalisierung im administrativen Bereich ihres Unternehmens als mangelhaft oder ungenügend. Der Produktionsbereich kommt mit 33 % kaum besser weg. Als größtes Hemmnis bei der Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen werden hohe Anpassungs- und Unterstützungsbedarfe bei eingekauften Softwarelösungen genannt. Anders als bei der Umsetzung von KI zeigen sich abhängig von der Unternehmensgröße keine wesentlichen Unterschiede bei der Digitalisierungsbewertung. Künstliche Intelligenz führt Vier von sechs der am häufigsten geplanten oder bereits umgesetzten Zukunftstechnologien in Unternehmen entstammen dem Feld der künstlichen Intelligenz. Große Unternehmen sind hier nach wie vor führend. 66 % haben bereits KI-Anwendungen umgesetzt. Kleine Unternehmen bilden dagegen mit 21 % das Schlusslicht. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass seit der ifaa-KI-Studie im Jahr 2022* vor allem die Verbreitung von großen Sprachmodellen im administrativen Bereich zugenommen hat. Hohe Akzeptanz für KI in der Regel nur dort, wo sie bereits genutzt wird: 51 % aller Befragten sehen mehr Chancen als Risiken beim Einsatz von KI im Unternehmen. Bei genauerer Betrachtung, ergibt sich jedoch ein Unterschied in der Einschätzung von Risiken: In Unternehmen ohne geplante KI‑Einsätze sehen 53 % eher Risiken . In Unternehmen, die bereits KI nutzen , sehen nur 2 % Risiken . Für die Akzeptanz von KI sind vor allem Sicherheit , Verständnis und Wissen entscheidende Faktoren. Humanoide Robotik nach wie vor erklärungsbedürftig: Allgemein wird humanoide Robotik für die Zukunft zwar als bedeutsame Technologie eingeschätzt, die Relevanz für das eigene Unternehmen jedoch als niedrig bewertet. Fehlende Kenntnis zu konkreten Anwendungsmöglichkeiten und Skepsis gegenüber dieser Technologie könnten die Ursachen hierfür sein. Ausblick und Handlungsimpulse: Die Trendstudie zeigt weiterhin einen deutlichen Unterstützungsbedarf, insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Der Unterstützungsbedarf liegt weniger in der technischen Umsetzung von KI-Systemen als in deren soziotechnischer Einführung. Die Einführung von KI sollte nicht als reines Technologieprojekt verstanden werden, sondern als Change-Projekt. Für eine erfolgreiche KI-Einführung müssen alle relevanten Akteure im Unternehmen einbezogen werden. Nils Feggeler, wissenschaftlicher Experte am ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e.V., ist überzeugt: „Zwar ist generative KI auf dem Vormarsch, für eine nachhaltige Verankerung bedarf es jedoch einer geeigneten digitalen Infrastruktur. Die Unternehmen müssen hier dringend aufholen.“ Die vollständigen Ergebnisse der im August 2025 durchgeführten Trendstudie finden Sie hier: www.arbeitswissenschaft.net/angebote-produkte/studien/trendstudie-zukunftstechnologien * www.arbeitswissenschaft.net/angebote-produkte/studien/ki-in-produzierenden-unternehmen-ergebnisse


Repräsentative Untersuchung offenbart kritische Lücken in der Berufsorientierung – drei Handlungsfelder identifiziert

Relevanz:

Der Arbeitgeberverband NORDMETALL hat in Zusammenarbeit mit der NORDAKADEMIE und deren Stiftung sowie dem ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. – die Ergebnisse der NORDMETALL-Jugendstudien 2022 bis 2024 veröffentlicht. Befragt wurden mehr als 2.700 Abiturientinnen und Abiturienten sowie 200 Geschäftsführungen und Personalleitungen aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die Ergebnisse beleuchten das kritische Ungleichgewicht zwischen den Erwartungen der Generation Z und dem dringenden Bedarf der Industrie an qualifiziertem Nachwuchs. Die vollständigen Ergebnisse der Studien stehen online zur Verfügung unter: www.arbeitswissenschaft.net/broschuere-jugendstudien-nordmetall Düsseldorf, 03.02.2026 Drei kritische Mismatches erfordern dringenden Handlungsbedarf Die Studienergebnisse decken mehrere eklatante Unterschiede und ungenutzte Potenziale auf, die den Übergang von der Schule in den Beruf erschweren: 1. Unterschätzte Gehälter und mangelndes Interesse an Industrieberufen Die Jugendlichen unterschätzen die Verdienstmöglichkeiten in der Industrie massiv. Berufseinsteiger nach einer Ausbildung oder einem Bachelor-Studium schätzen ihr späteres Gehalt um ca. 800 bis 1.100 Euro bzw. 900 bis 1.000 Euro monatlich zu niedrig ein. Gleichzeitig besteht ein deutliches Ungleichgewicht bei den Berufswünschen: Abiturienten interessieren sich kaum für Karrierewege in gewerblich-technischen Berufen wie Montage, Instandhaltung oder Maschinensteuerung. Sie bevorzugen stattdessen Tätigkeiten im Projektmanagement, in Forschung und Entwicklung oder im Verkauf und Marketing. 2. Die MINT-Lücke – Eine Herausforderung für Jungen und Mädchen Trotz des hohen Bedarfs der Industrie an MINT-Kompetenzen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) liegt der Anteil der MINT-Fans (Mathematik und Physik/Informatik als Lieblingsfach) bei den befragten Jugendlichen bei nur 9,0 Prozent. Der Verband mahnt an, dass hier eine frühzeitige und kontinuierliche Förderung entlang der frühkindlichen, schulischen und hochschulischen Bildungskette ansetzen muss, damit Neugier und Interesse in diesen Feldern gestärkt werden. Jungen zählen dreimal häufiger zu den MINT-Fans. Das heißt, nur jedes 50. Mädchen hat z.B. Informatik als Lieblingsfach. Zudem beschäftigen sich 53 Prozent der Mädchen und 17 Prozent der Jungen nicht mit Computern oder Computertechnologie. Ein großes Problem für die Fachkräftesicherung in Tätigkeitsfeldern mit zunehmend technologischen Schwerpunkten. 3. Unterschiedliche Kriterien für Berufsorientierung und Bewerbung Die Berufsorientierung an den Schulen wird von den Betrieben mit der Durchschnittsnote 3,2 deutlich schlechter bewertet als von den Jugendlichen selbst (Note 2,6). Die Studien zeigen zudem, dass Betriebe bei Bewerbungen vor allem auf Noten in speziellen Fächern (insbesondere Mathematik), IT-Kenntnisse und erfolgreich absolvierte Praktika achten. Der Notendurchschnitt des Zeugnisses rangiert hingegen nur an sechster Stelle. Thomas Küll , Mitglied der Geschäftsleitung von NORDMETALL: „Berufsorientierung ist wichtig, weil sie jungen Menschen praktische Perspektiven eröffnet und weil sie Schule und Wirtschaft miteinander verbindet. Aber auch alle vor- und nachgelagerten Bildungsphasen sind essenzielle Bausteine für beruflichen Erfolg. Daher denken wir Bildung und Berufsbildung gemeinsam mit unserer NORDMETALL-Stiftung ganzheitlich.“ Prof. Dr. oec. Stefan Wiedmann, Präsident und Vorstand der NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft sowie Vorstand der NORDAKADEMIE-Stiftung ergänzt: „Deutschlands Zukunft hängt davon ab, junge Menschen früh für MINT zu begeistern – denn hier ist der Fachkräftemangel am größten. Die NORDMETALL‑Jugendstudien zeigen, was Jugendliche motiviert, und helfen uns, ihre Talente gezielt zu fördern. Die NORDAKADEMIE und ihre Stiftung schaffen so Perspektiven für ein Studium, das hochgradig relevant ist, begeistert und Zukunft gestaltet.“ „Wenn wir heute nicht in die berufliche Orientierung und Ausbildung junger Menschen investieren, wird uns morgen die Fachkräftelücke mit voller Wucht treffen“, fasst Prof. Dr.-Ing. habil. Sascha Stowasser , Direktor des ifaa, die Ergebnisse im Kern zusammen. „Gerade die Metall- und Elektroindustrie muss jetzt zeigen, wie spannend, sinnstiftend und zukunftssicher ihre Berufe sind. Der frühe direkte Kontakt zwischen Unternehmen und Jugendlichen, etwa im Rahmen von Schulkooperationen, ist dabei ein zentraler Schlüssel.“ Was Unternehmen tun können Thomas Küll zieht ein Fazit aus den Studien: „Es ist wichtig, die Jugendlichen bei ihren Bedürfnissen abzuholen. Dazu gehört der Wunsch nach Spaß an der Arbeit, einem sicheren Arbeitsplatz und Aufstiegsmöglichkeiten – Werte, die wir insbesondere in der M+E-Industrie bereits leben.“ Positives Ergebnis: Die hohe Leistungsbereitschaft der Generation Z Entgegen in der Öffentlichkeit diskutierter Klischees zeigt die Generation Z eine hohe Arbeitsbereitschaft und Zukunftsoptimismus: Vollzeit und Flexibilität: Zwei Drittel der Jugendlichen streben später eine Vollzeitbeschäftigung an. Ein Viertel wünscht sich die Möglichkeit, je nach Lebensphase zwischen Voll- und Teilzeit wechseln zu können. Führung und Überstunden: Die Bereitschaft für Überstunden ist hoch: 56 Prozent sind grundsätzlich bereit, situativ mehr zu arbeiten. Zudem kann sich knapp die Hälfte der Befragten vorstellen, später eine Führungsrolle zu übernehmen. Zukunftszuversicht: 87 Prozent der Jugendlichen blicken zuversichtlich in ihre Zukunft. Die Broschüre „ Berufsperspektiven der Generation Z “ (2022 bis 2024) liefert Unternehmen nicht nur eine fundierte Datengrundlage, sondern auch konkrete Anhaltspunkte, wie der frühzeitige, direkte Austausch mit Jugendlichen zur Lösung der Fachkräftefrage beitragen kann.


Wenn der Frühling müde macht: Wie Beschäftigte den Arbeitsalltag besser bewältigen

Relevanz:

Der Frühling ist da und mit ihm die Energie? Nicht immer, denn zahlreiche Beschäftigte fühlen sich in diesen Wochen müde, antriebslos und weniger konzentriert. Wenn Ende März die Uhren vorgestellt werden, geraten viele Beschäftigte zusätzlich aus dem Takt: „Gerade rund um die Zeitumstellung berichten viele Menschen über Erschöpfung, Unruhe und Konzentrationsprobleme. Der Körper muss sich nicht nur an mehr Tageslicht und wechselnde Temperaturen anpassen, sondern zusätzlich an einen verschobenen Rhythmus“, sagt Nora Johanna Schüth , wissenschaftliche Mitarbeiterin am ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft. Die Expertin erläutert die Hintergründe und was Beschäftigten tun können, um sich besser zu fühlen und gut durch diese Zeit zu kommen. Düsseldorf, 23.03.2026 Das Phänomen Frühjahrsmüdigkeit Hinter der Frühjahrsmüdigkeit stehen mehrere Faktoren: Die längere Tageshelligkeit verändert die Hormonbalance, insbesondere die Ausschüttung von Melatonin und Serotonin. Gleichzeitig belasten schwankende Temperaturen den Kreislauf. Die Zeitumstellung kann diese Anpassungsphase zusätzlich verschärfen. Müde auf der Arbeit Aus arbeitswissenschaftlicher Sicht ist das relevant. Wer müde ist, arbeitet oft unkonzentrierter, reagiert langsamer und macht eher Fehler. Das gilt besonders für Tätigkeiten, bei denen Aufmerksamkeit, Sorgfalt und Präzision gefordert sind. Für Unternehmen ist es daher sinnvoll, diese Phase im Arbeitsalltag mitzudenken. Wenn Beschäftigte schlechter schlafen, unkonzentrierter arbeiten und schneller ermüden, kann sich das unmittelbar auf Produktivität, Qualität und Arbeitssicherheit auswirken. Die Expertin des ifaa stellt einfache Maßnahmen vor, die im Arbeitsalltag helfen, die Belastung abzufedern: Tageslicht nutzen: Wer morgens möglichst viel natürliches Licht aufnimmt, unterstützt den Körper dabei, schneller in den neuen Rhythmus zu finden. Schon ein kurzer Fußweg zur Arbeit oder ein Spaziergang in der Mittagspause kann helfen. Bewegung in den Arbeitsalltag integrieren: Kurze Aktivierungsphasen, Dehnübungen oder kleine Wege zwischendurch fördern die Durchblutung und können Müdigkeit spürbar reduzieren. Auch ergonomisch günstig gestaltete Arbeitsplätze unterstützen dabei, leistungsfähig zu bleiben. Ausgewogen essen und ausreichend trinken: Eine abwechslungsreiche, frische und vitaminreiche Ernährung kann dazu beitragen, Energietiefs vorzubeugen. Sinnvoll sind außerdem regelmäßige Mahlzeiten und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Auf Schlafhygiene achten: Gerade rund um die Zeitumstellung helfen möglichst konstante Schlafenszeiten, um den biologischen Rhythmus zu stabilisieren. Auf den Mittagsschlaf sollte in dieser Phase eher verzichtet werden. Spielräume in der Arbeitsgestaltung nutzen: Wo es betrieblich möglich ist, können flexible Arbeitszeiten oder bewusst gesetzte Pausen helfen, die individuelle Leistungsfähigkeit besser zu unterstützen.


ifaa-Benchmarkreise 2026: Exzellente Prozesse stärken Wettbewerbsfähigkeit

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Das ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft hat zum achten Mal die Benchmarkreise „Exzellente Unternehmen“ veranstaltet. Bei fünf Unternehmen in Niedersachsen erhielten Fach- und Führungskräfte aus ganz Deutschland Einblicke, wie Lean-Management, standardisierte Abläufe und kontinuierliche Verbesserung Produktivität steigern, Resilienz stärken und internationale Wettbewerbsfähigkeit sichern. Düsseldorf, 19.03.2026 In einem volatilen und international hart umkämpften Marktumfeld wird Prozessoptimierung für Unternehmen immer mehr zur strategischen Notwendigkeit. Wer wettbewerbsfähig bleiben will, muss Abläufe konsequent verbessern, Verschwendung reduzieren und schnell auf Veränderungen reagieren können. Genau hier setzte die diesjährige Benchmarkreise „Exzellente Unternehmen“ des ifaa – Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft an. Zum achten Mal brachte das ifaa Führungskräfte und Verantwortliche für Produktionssysteme aus ganz Deutschland mit Unternehmen zusammen, die in ihren Produktions- und Organisationsprozessen als besonders leistungsfähig gelten. Die diesjährige Reise führte zu fünf Unternehmen in Niedersachsen – vom Einzelfertiger bis zum Massenproduzenten. Die Unternehmensbesuche machten deutlich: Exzellente Prozesse sind keine Frage von Branche oder Unternehmensgröße. Entscheidend sind klar strukturierte Abläufe, gelebte kontinuierliche Verbesserung und die konsequente Einbindung der Mitarbeitenden. Genau darin liegt ein wesentlicher Hebel für Produktivität, Qualität und Anpassungsfähigkeit. „Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit zeigt sich, wie entscheidend robuste und zugleich flexible Prozesse für den Unternehmenserfolg sind“, erklärt Ralph Conrad , wissenschaftlicher Mitarbeiter am ifaa. „Methoden des Lean-Managements bieten seit mehr als 30 Jahren bewährte Ansätze, um Verschwendung in Produktionsprozessen zu reduzieren und Abläufe systematisch zu verbessern. Richtig angewandt führen sie zu höherer Effizienz, geringeren Kosten, besserer Qualität – und damit zu einer nachhaltig gestärkten internationalen Wettbewerbsfähigkeit.“ Für die Teilnehmenden bot die Benchmarkreise vor allem eines: konkrete Anregungen für die eigene Praxis. Geschäftsführer, Produktions- und Werkleiter sowie Verantwortliche für Produktionssysteme erhielten vor Ort Einblicke in erprobte Lösungen zur Steigerung von Effizienz, Qualität und Reaktionsgeschwindigkeit. Besonders positiv bewerteten sie die Bandbreite der besuchten Unternehmen und die Offenheit der Gastgeber. Der direkte Austausch mit Führungskräften und Experten lieferte zahlreiche Impulse für die Weiterentwicklung der eigenen Organisation. Ein Teilnehmer formulierte es so: „Die Möglichkeit, erfolgreiche Praktiken direkt vor Ort zu erleben und sich mit Experten – auch im Teilnehmerkreis – auszutauschen, liefert konkrete Ansatzpunkte, um die eigene Produktion effizienter aufzustellen und damit die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern.“ Mit der Benchmarkreise „Exzellente Unternehmen“ unterstreicht das ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft erneut seine Rolle als Plattform für branchenübergreifenden Erfahrungsaustausch und praxisnahe Impulse. Die zentrale Botschaft der Reise: Kontinuierliche Prozessoptimierung ist kein optionales Verbesserungsprojekt, sondern eine Voraussetzung für Resilienz, Produktivität und nachhaltigen Unternehmenserfolg.


Motiviert ins neue Jahr: hilfreiche Strategien für Beschäftigte

Relevanz:

Den Jahreswechsel nutzen viele Beschäftigte, um sich neu auszurichten und mit frischer Energie in den Arbeitsalltag zu starten. Das ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft zeigt, welche persönlichen Strategien nachweislich helfen, Motivation und Wohlbefinden zu Beginn des Jahres zu unterstützen. „Schon kleine Veränderungen im eigenen Verhalten können dazu beitragen, fokussierter, ausgeglichener und mit mehr Vorfreude in die kommenden Wochen zu gehen“, so Nora Johanna Schüth , wissenschaftliche Expertin am Institut. „Motivation lässt sich nicht einfach erzeugen, aber Beschäftigte können sich bewusst Anreize setzen, die den Einstieg ins Jahr erleichtern“, erklärt die Wissenschaftlerin. Mit Vorfreude starten: persönliche Highlights im Blick behalten Viele Beschäftigte profitieren davon, sich zu Beginn des Jahres bewusst zu machen, worauf sie sich freuen können – zum Beispiel neue Projekte, das Lernen einer neuen Aufgabe oder Teamaktivitäten. Schüth: „Eine klare Vorstellung davon, was im Jahr Positives bevorsteht, wirkt für viele als natürlicher Motivationsschub.“ Fokussiert arbeiten: Aufgaben bewusst und Schritt für Schritt angehen Eine klare Struktur unterstützt Beschäftigte wirksam. Zum Beispiel: Klare Ziele setzen oder vereinbaren, Aufgaben gedanklich oder schriftlich ordnen, realistische Zwischenetappen setzen, To-do-Listen abarbeiten, auch kleine Erfolge „feiern“ bzw. sich über kleine Erfolge freuen. Gesundheit stärken: kleine Gewohnheiten mit großer Wirkung Eine stabile Basis fürs Wohlbefinden ist körperliche und mentale Fitness. Hilfreich sind Maßnahmen wie zum Beispiel: regelmäßige Bewegung im Alltag und gezielte Sporteinheiten, ausreichend Schlaf, kurze Erholungseinheiten in Pausen, bewusst gestaltete Ernährung. „Gesundheitsgerechtes Verhalten unterstützt die Leistungsfähigkeit und hilft, den Tag mit mehr Energie anzugehen“, erläutert Schüth. Darüber hinaus ist es hilfreich, Aufgaben zu priorisieren und diese fokussiert anzugehen, in dem man sich jeweils auf einen Schritt konzentriert und Ablenkungen – soweit möglich – ausblendet. „Die Konzentration auf überschaubare Schritte schafft Übersicht und erleichtert den Einstieg, gerade nach einer Pause, wie zum Beispiel nach den Winterferien“, so Schüth. Fazit „Beschäftigte starten motivierter ins neue Jahr, wenn sie persönliche Anreize setzen – durch Vorfreude auf Positives, gesundheitsgerechtes Verhalten, klare Fokussierung im Arbeitsalltag und bewusst genutzte Erholungszeiten“, fasst Schüth zusammen. „Das stärkt Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit gleichermaßen.“


Omnibus I – Neue EU-Vorschläge zur Bürokratieentlastung

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Unter dem Projektnamen „Omnibus I“ hat die Europäische Kommission am 26. Februar 2025 ein Paket von Vorschlägen zur Änderung bereits gültiger sowie noch geplanter Berichtspflichten veröffentlicht. Die Vorschläge betreffen die Corporate Sustainability Directive (CSRD), die EU-Taxonomie (EU Tax-VO), den Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) sowie die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD). „Die Vorschläge haben das Potenzial, Unternehmen von Bürokratiekosten zu entlasten. Dafür müssen sie jedoch schnell und vollumfänglich umgesetzt werden,“ so Olaf Eisele, wissenschaftlicher Mitarbeiter am ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft. Düsseldorf, 10.03.2025 Aktuelle Situation und Bürokratiebelastung Trotz wiederkehrender Versprechen der Politik, die Bürokratie zu reduzieren, ist sie in den letzten Jahren massiv angestiegen. Verantwortlich dafür waren insbesondere EU-Initiativen zur umwelt- und sozialpolitischen Transformation der Wirtschaft. Dabei wurde vor allem auf eine Regulierung von Wirtschaftsunternehmen durch Berichts- und Nachweispflichten gesetzt. Dies hat zu einer mittlerweile unüberschaubaren Fülle von miteinander vernetzten Richtlinien und Verordnungen geführt. Beispiele hierfür sind: EU-ETS, NFRD, EU Tax-VO, CSRD, CBAM, EUDR, CSDDD, GCD, NZIA, CRMA, SCIP, GPSR, EPREL, WEEE, IED. Mit der aktuellen Omnibus-Initiative der EU-Kommission sollen nun gleich mehrere, besonders aufwendige Bürokratiemonster entschärft und die Belastung für die Wirtschaft wieder auf ein geringeres Maß zurückgefahren werden. Die in dem Omnibus-I-Paket betrachteten Berichtsvorschriften (CSRD, Tax-VO, CBAM, CSDDD) bestehen aus 15 Dokumenten mit einem Gesamtumfang von mehr als 1 400 Seiten. Was die einzelnen Berichtspflichten für Unternehmen bedeuten, lässt sich beispielhaft an CSRD, EU-Taxonomie sowie CBAM zeigen. Das ifaa hat zu diesen Faktenblätter erstellt, die als kostenfreier Download verfügbar sind: www.arbeitswissenschaft.net/angebote-produkte/zahlendatenfakten/zdf-csrd , www.arbeitswissenschaft.net/angebote-produkte/zahlendatenfakten/eu-taxonomie , www.arbeitswissenschaft.net/angebote-produkte/zahlendatenfakten/cbam . Vorschläge zur Änderung EU-Berichtspflichten Zur Reduzierung der Bürokratiebelastung von Unternehmen hat die EU-Kommission ein Paket von Änderungen für 4 EU-Berichtspflichten vorgeschlagen. Dieses besteht aus 6 Dokumenten mit insgesamt 237 Seiten. Im folgende sind einige der wichtigsten Vorschläge aufgelistet. Vorschläge zur CSRD: Zeitliche Verschiebung der Berichtspflicht für erstmalig betroffene Unternehmen um zwei Jahre, d. h. erste Berichterstattung im Jahr 2028 für das Geschäftsjahr 2027. Beschränkung der Berichtspflicht auf Unternehmen mit mehr als 1 000 Mitarbeitern und 50 Millionen Euro Nettoumsatz oder einer Bilanzsumme von mehr als 25 Millionen Euro. Reduktion der obligatorischen und narrativen Datenpunkte für Nachhaltigkeitsberichte. Vorschläge zur EU-Taxonomie: Zeitliche Verschiebung analog der CSRD für erstmalig betroffene Unternehmen um zwei Jahre, d. h. erste Berichterstattung im Jahr 2028 für das Geschäftsjahr 2027. Beschränkung der Berichtspflicht auf Unternehmen mit mehr als 1 000 Mitarbeitern und 450 Millionen Euro Nettoumsatz (Entkopplung Umsatzgrenze von CSRD). Einführung von Wesentlichkeitsgrenzen für die Bewertung der Taxonomie von Aktivitäten sowie Möglichkeit zum Verzicht auf eine von drei geforderten Taxonomie-Kennzahlen. Vorschläge zur CSDDD: Beschränkung der Anwendungspflicht auf Unternehmen mit mehr als 1 000 Mitarbeitern und 450 Millionen Euro Nettoumsatz (analog zur EU-Taxonomie). Begrenzung der Sorgfaltspflichten auf direkte Geschäftspartner. Ausweitung der Bewertungszyklen von 1 Jahr auf 5 Jahre. Vorschläge zum CBAM: Änderung der Bagatellschwelle von Importen: Statt bisher 150 Euro Warenwert pro Lieferung soll eine gewichtsbasierte Schwelle von 50 Tonnen pro Jahr bei Waren wie Eisen und Stahl, Aluminium, Zement oder Düngemitteln gelten. Vereinfachung der Zulassung von Anmeldern und bei den Meldesystemen. Vereinfachung bei der Datenermittlung (Emissionen, CO2-Preise). Umsetzung der Vorschläge Werden die Vorschläge vollumfänglich umgesetzt, könnten mehrere Milliarden Euro an Bürokratieaufwand in der Wirtschaft eingespart werden. Ob diese Einsparung realisiert wird, hängt von den politischen Entscheidungen in den EU-Institutionen ab. Bei den anstehenden Entscheidungsprozessen werden verschiedene Interessengruppen versuchen Einfluss zu nehmen. Es bleibt somit abzuwarten, was von den Vorschlägen tatsächlich umgesetzt und wann dies für Unternehmen gültig wird. Da sich die Unternehmen aktuell in einem unsicheren und unklaren Schwebezustand befinden, sollten die Entscheidungen nicht zu lange dauern. Dies gebietet die aktuell kritische Wirtschaftsentwicklung. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Christine Molketin unter c.molketin@ifaa-mail.de /0211 542263-26. Gerne vermitteln wir auch Interviews mit unseren Experten.


KI hilft bei komplexen Prüfprozessen: Forschungsprojekt ChAmp startet

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Die Prüfung technischer Dokumentationen ist komplex, zeitaufwendig und fehleranfällig. Hier setzt das im Januar 2026 gestartete Forschungsprojekt “ChAmp – Cyber-humanes Arbeiten in Daten-Ökosystemen am Beispiel maschineller Softwareprüfung” an. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines KI-gestützten Assistenzsystems, das die Erstellung und Prüfung von Softwaredokumentationen unterstützt, den Datenschutz und weitere rechtliche Anforderungen berücksichtigt und die Arbeitsproduktivität fördert. Düsseldorf, 24.03.2026 Neue Möglichkeiten in der Zusammenarbeit von Mensch und KI Technische Dokumente müssen häufig zahlreiche Normen und regulatorische Vorgaben erfüllen. Die Prüfung erfordert ein tiefes Verständnis von Fachterminologie, Bedeutungsvarianten und Zusammenhängen. Große Sprachmodelle (Large Language Models, LLM) können dabei helfen, relevante Inhalte zu erkennen und zu vergleichen. Im Projekt ChAmp wird diese Technologie genutzt, um Prüferinnen und Prüfer bei der Analyse umfangreicher Dokumentensammlungen zu unterstützen. „Der Einsatz großer Sprachmodelle eröffnet neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI in der Arbeitswelt“, erklärt Dr. Tim Jeske, wissenschaftlicher Experte am ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. „Im Projekt ChAmp untersuchen wir, wie solche Technologien produktiv, akzeptiert und verantwortungsvoll in Arbeitsprozesse integriert werden können.“ Soziotechnischer Ansatz im Fokus Im Mittelpunkt des Projekts steht ein soziotechnischer Ansatz, der technologische Innovation mit arbeitswissenschaftlicher Gestaltung verbindet. Neben der technischen Entwicklung des Assistenzsystems werden auch Organisationsstrukturen und Qualifizierungskonzepte erarbeitet, die den Übergang zu neuen Formen der Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI unterstützen. Die ZENIT GmbH – Zentrum für Innovation und Technik in NRW bringt ihre Expertise im Technologietransfer ein und arbeitet daran, die Projektergebnisse auch für Unternehmen außerhalb des Konsortiums nutzbar zu machen. „Viele Unternehmen erkennen das Potenzial von KI, stehen jedoch vor Herausforderungen bei Integration, Qualifizierung und Organisation“, sagt Michael Guth, Berater bei ZENIT. „Im Projekt ChAmp entwickeln wir Ansätze, mit denen datenbasierte Technologien wie Sprachmodelle in reale Arbeitsprozesse integriert und auch für kleine und mittlere Unternehmen nutzbar gemacht werden können.“ KI-Unterstützung für komplexe Dokumentationsprüfungen Die praktische Anwendung wird exemplarisch an der Prüfung von Softwaredokumentationen für Messgeräte des gesetzlichen Messwesens erprobt. Diese Dokumentationen müssen umfangreiche technische Anforderungen erfüllen und werden bisher häufig manuell geprüft. “Die Prüfung von Softwaredokumentationen erfordert heute viel Recherche in großen und unterschiedlich strukturierten Dokumentensammlungen“, erklärt Dr. Daniel Peters , Arbeitsgruppenleiter des Bereichs “Eingebettete Metrologische Systeme” bei der Physikalisch- Technischen Bundesanstalt (PTB). „Moderne Sprachmodelle können Prüfende dabei unterstützen, diese Informationen schneller zu finden und sie von zeitaufwendigen Suchaufgaben entlasten.“ Praxispartner aus der Industrie Als Industriepartner bringt Sartorius Lab Instruments GmbH & Co. KG seine praktischen Anforderungen aus der Entwicklung und Zulassung von Messinstrumenten in das Projekt ein. „Als Hersteller hochpräziser Messinstrumente sind wir auf effiziente und verlässliche Prüfprozesse angewiesen“, sagt Dr. Julian Haller, Teamlead Applied & Legal Metrology bei Sartorius. „Wir erwarten, dass KI-gestützte Assistenzsysteme Dokumentations- und Prüfprozesse vereinfachen und gleichzeitig Qualität und Nachvollziehbarkeit erhöhen.“ Perspektiven über die Messgerätebranche hinaus Das im Projekt entwickelte Assistenzsystem soll nicht nur die Erstellung und Prüfung von Softwaredokumentationen beschleunigen, sondern auch neue Ansätze für die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI liefern. Die entwickelten Konzepte sollen später auch auf andere regulierte Prüfprozesse übertragen werden können, etwa im Zusammenhang mit dem europäischen AI Act oder anderen dokumentationsintensiven Bereichen. Die Projektergebnisse werden daher in Form eines Transferkonzepts aufbereitet, um Unternehmen und Organisationen den Einsatz ähnlicher Lösungen in anderen Branchen zu erleichtern. Förderhinweise Dieses Verbundprojekt wird unter dem Förderkennzeichen 02L25A070 ff. im Rahmen des Programms „Nutzen in Daten-Ökosystemen: Wettbewerb – Kommunikation – Kooperation“ (DigiNutzenDat) durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und die Europäische Union gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autorinnen und Autoren.


Führung im Zeitalter von künstlicher Intelligenz: Die neue Praxisbroschüre des ifaa unterstützt Führungskräfte bei der erfolgreichen Einführung von KI

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„Die digitale Transformation in der Arbeitswelt nimmt Fahrt auf, und die Künstliche Intelligenz (KI) spielt dabei eine entscheidende Rolle. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, diese Technologien erfolgreich zu integrieren. Um die Potenziale von KI voll auszuschöpfen, ist jedoch ein gezieltes Handeln von Führungskräften erforderlich.“ so Yannick Peifer, wissenschaftlicher Experte des ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft. Die neue ifaa-Publikation bietet einen Überblick über die Zusammenhänge im Veränderungsprozess, beschreibt zentrale Handlungsfelder und stellt umfangreiches Material zur Verfügung. Kostenloser Download: www.arbeitswissenschaft.net/ki-fuehrung Düsseldorf, 28.11.2023 Im Mittelpunkt der neuen ifaa-Publikation "Künstliche Intelligenz erfolgreich einführen – Orientierungshilfen für Führungskräfte" steht die Schlüsselrolle, die Führungskräfte im Einführungsprozess von KI einnehmen. Führungskräfte begleiten Mitarbeitende durch den Veränderungsprozess, tragen oft die Projektverantwortung und fungieren gleichzeitig als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für KI. Die Broschüre: bietet praktische Hinweise für den Veränderungsprozess , indem sie auf wichtige Zusammenhänge aufmerksam macht und konkrete Hilfestellungen für Führungskräfte bereitstellt, um den Einsatz von KI erfolgreich zu gestalten. beschreibt zentrale Handlungsfelder und bewährte Führungsinstrumente, um eine nachhaltige Implementierung zu gewährleisten. verweist auf weiterführende Materialien , um Führungskräfte umfassend bei der Einführung von KI zu begleiten. Das Projekt Das wegweisende Forschungsprojekt „humAIn work lab — Künstliche Intelligenz und der Wandel von Arbeit“, gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, widmete sich intensiv den Veränderungen in der Arbeitswelt durch KI. Ein vielfältiges Konsortium, zusammengesetzt aus KI-Vorreiterunternehmen sowie erfahrenen Expertinnen und Experten untersuchte die Veränderungen. humAIn work (Laufzeit: 07.09.2020 bis 31.12.2023) wird im Rahmen der INQA Förderrichtlinie „Zukunftsfähige Unternehmen und Verwaltungen im digitalen Wandel (EXPKI)“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) unter dem Dach der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) gefördert. Unter Federführung des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. (ISF) München beteiligen sich das ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft, INPUT Consulting gGmbH, IBM Deutschland GmbH, Deutsche Telekom Service GmbH, MICARAA GmbH, Atruvia AG und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) sowie ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft an dem Projekt. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Christine Molketin unter c.molketin@ifaa-mail .de. Gerne vermitteln wir Interviews mit unseren Experten.


ifaa: Neue Arbeitszeiten braucht das Land – 11 Thesen zur Arbeitszeit der Zukunft

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Die Corona-Pandemie hat der Flexibilisierung der Arbeitszeit und des Arbeitsortes einen enormen Entwicklungsschub gebracht. Unternehmen und Beschäftigte haben viel ausprobiert und dazu gelernt. In diesem Zusammenhang steht die Frage: Wie soll sie aussehen, die Arbeitszeit der Zukunft? Das ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft hat 11 Thesen zu den zukünftigen Herausforderungen und Potenziale einer flexiblen, gesundheits- und bedarfsgerechten Arbeitszeitgestaltung erarbeitet. Dominant über allen Thesen steht: "Traditionelle Arbeitszeitmodelle stoßen an ihre Grenzen. Eine weitere Flexibilisierung von Arbeitszeiten ist gewünscht und notwendig." Download des ausführlichen Thesenpapiers: www.arbeitswissenschaft.net/thesen-arbeitszeit Düsseldorf, 10.03.2021 Die essenzielle Herausforderung einer modernen und innovativen Arbeitszeitgestaltung wird folglich darin liegen, die unterschiedlichen bestehenden und eingeführten Konzepte mit den neuen Entwicklungen insbesondere im Hinblick auf die dort nutzbaren Synergien zu untersuchen, zu bewerten und für die Unternehmen nutzbar zu machen. Die 11 Thesen auf einen Blick 1) Traditionelle Arbeitszeitmodelle stoßen an ihre Grenzen. Die Transformation der neuen Arbeitswelt erfordert zunehmend eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit. Der normale Arbeitstag mit einem Achtstundentag und einer Fünftagewoche verliert weiter stark an Bedeutung. 2) Arbeitszeiten müssen so flexibel und bedarfsgerecht gestaltet sein , dass sie Unternehmen im globalen Wettbewerb die notwendige Beweglichkeit einräumen und damit langfristig Arbeitsplätze sichern. Zukunftsfähige Ausgestaltung der Arbeitszeit ist ein wichtiges Instrument für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland. 3) »Doppelte Flexibilität«: Die flexible und individuelle Arbeitszeitgestaltung, welche sowohl für Unternehmen als auch für Beschäftigte vorteilhaft ist, muss zwei Perspektiven gleichermaßen berücksichtigen: zum einen die betriebliche Flexibilität zur stets zuverlässigen und wirtschaftlichen Erfüllung von Kundenbedürfnissen und zum anderen die individuelle Flexibilität der Beschäftigten hinsichtlich einer lebenssituationsspezifischen Arbeitszeit wie zum Beispiel bei der Betreuung von Kindern oder der Pflege kranker Angehöriger. 4) Echte Flexibilität ist nur mit Arbeitszeitkonten zu erreichen. Eine formal und organisatorisch im Unternehmen verankerte Flexibilität kann nur dann alle Potenziale entfalten, wenn eine Steuerung und Verwaltung der Arbeitszeit mithilfe von Arbeitszeitkonten vorgenommen werden. 5) Eine zunehmende Autonomie der Beschäftigten bei der Gestaltung von Arbeitszeiten , wie sie von Beschäftigten und Gewerkschaften gefordert wird, muss folglich auch mit einem »Mehr« an Verantwortung für die eigene Gesundheit und den Arbeitsschutz einhergehen. 6) Orts- und zeitflexibles Arbeiten gewinnt an Bedeutung , trägt maßgeblich zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei und ist somit ein wesentlicher Attraktivitätsfaktor für deutsche Unternehmen im Wettbewerb um Fachkräfte. Dabei sind die Potenziale noch lange nicht ausgeschöpft. Wir gehen davon aus, dass sich in Zukunft der Anteil der Beschäftigten, die orts- und zeitflexibel arbeiten werden, noch weiter stark erhöhen wird. 7) Eine weitere Flexibilisierung von Arbeitszeiten ist gewünscht und notwendig. Dies kann nur innerhalb zukunftsweisender gesetzlicher und/oder tariflicher Rahmenbedingungen, welche die aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen aufgreifen, umgesetzt werden. 8) Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Schicht- und Nachtarbeit nimmt seit Jahren zu. Dieser Trend wird sich wohl auch mit der steigenden Nachfrage nach Dienstleistungen und dem Einsatz kapitalintensiver Produktionseinrichtungen weiter fortsetzen. 9) Für ergonomische Schichtplangestaltung ist die Berücksichtigung arbeitswissenschaftlicher Erkenntnisse nach wie vor unerlässlich. Um den Veränderungen der Arbeitswelt gerecht zu werden, sollten jedoch die neu gewonnenen arbeitswissenschaftlichen und arbeitsmedizinischen Ansätze und Erkenntnisse konstruktiv diskutiert und gegebenenfalls in die aktuellen und zukünftigen Diskussionen integriert werden. 10) Flexible, gesundheits- und bedarfsgerechte Schichtarbeit ist planbar. Schichtplangestaltung auf der Basis arbeitswissenschaftlicher Kriterien hat einen wesentlichen Einfluss auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten. Dass gesunde und flexible Schichtmodelle planbar sind, zeigen die Ergebnisse einer ifaa-Studie aus dem Jahr 2019. 11) Es gibt kein Patentrezept für Arbeitszeitgestaltung. Zahlreiche Kombinationen von Kriterien und Aspekten, wie zum Beispiel Arbeitsorganisation, kurze Reaktions- und Lieferzeiten, Reaktion auf saisonale und konjunkturelle Auslastungsschwankungen, Chronobiologie, Alter, Geschlecht, persönliches Risikoprofil sind ausschlaggebend für eine bedarfs- und gesundheitsgerechte Arbeitszeitgestaltung. Die Herausforderung auf betrieblicher Ebene liegt darin, die jeweiligen betrieblichen Anforderungen mit den Wünschen und Bedarfen der Beschäftigten abzugleichen und optimal aufeinander abzustimmen.


Wiedereinstieg nach dem Urlaub – so überwinden Sie das Motivationstief

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Düsseldorf, 01.08.2023 Monatelang freuen sich die Deutschen auf Ihren Sommerurlaub und auch insgesamt scheint die Frage nach Urlaub und freier Zeit immer wichtiger zu werden. Doch was tun, wenn der Urlaub vorbei ist, und die Lust, wieder arbeiten zu gehen sich in Grenzen hält. Dies ist ein normaler „Anpassungsprozess“, der Körper befindet sich noch im Erholungsmodus und benötigt etwas Zeit, um sich wieder an die Arbeitsanforderungen zu gewöhnen. Motivationslosigkeit nach dem Urlaub ist also ein Phänomen, welches sich meist nach ein bis zwei Wochen wieder von allein reguliert. Dennoch gibt es ein paar Tipps, um die Umstellung zu erleichtern. Dr. Martina Frost, Expertin des Fachbereichs Arbeits- und Leistungsfähigkeit des ifaa, empfiehlt Beschäftigten und Führungskräften, sich Zeit für den Wiedereinstieg zu nehmen und sich gegenseitig mit Wertschätzung zu begegnen. Die 5 wichtigsten Tipps für Beschäftigte: Planen Sie Ihren Wiedereinstieg schon vor dem Urlaub: Starten Sie beispielsweise erst in der Wochenmitte wieder in den Job, somit können Sie sich schon auf das bald nahende Wochenende freuen. Beginnen Sie am ersten Tag mit einfachen Aufgaben, die Ihnen leicht von der Hand gehen und ggf. sogar ein Erfolgserlebnis mit sich bringen. Planen Sie möglichst keine Meetings ein oder nur die allerwichtigsten. Dann haben Sie Zeit, sich wieder einen Überblick über die anstehenden Aufgaben zu schaffen und diese zu priorisieren. Nehmen Sie sich Zeit für Pausen : Der Körper muss sich langsam wieder an die beruflichen Anforderungen gewöhnen, nehmen Sie sich also zwischendurch Zeit eine Pause zu machen und eine kurze Entspannungsübung durchzuführen. Bleiben Sie positiv : Versuchen Sie sich auf die positiven Aspekte Ihrer Arbeit (z. B. nette Kollegen, toller Chef, spannende Projekte, schönes Büro) zu konzentrieren und stellen Sie sich vor, wie es Ihnen gehen würde, wenn Sie nicht in Ihren Job zurückkehren dürften. Das hilft die Arbeit wertzuschätzen und motiviert zu bleiben. Setzen Sie sich realistische und attraktive Ziele für die ersten Tage nach der Urlaubsrückkehr. Gestalten Sie ihr Umfeld so, dass die Einarbeitung unterstützt wird. Arbeiten Sie beispielswiese im Homeoffice, richten Sie Ihren Arbeitsplatz so ein, dass nicht Haushaltstätigkeiten sie ablenken (Umweltkontrolle). Wenn Sie konzentriert arbeiten wollen, sorgen Sie beispielsweise dafür, dass sich keine Ablenkungen auf Ihrem Schreibtisch befinden (Smartphone, Essen etc.). Tipps für die Führungskräfte: Wertschätzung zeigen: Nehmen Sie sich bewusst Zeit für die Mitarbeiter, die aus dem Urlaub zurückkehren. Möchte ein Beschäftigter erzählen, wie es im Urlaub war, hören Sie aktiv zu, d.h. stellen Sie gern auch Nachfragen. Dies zeigt, dass Sie ehrliches Interesse an Ihren Beschäftigten haben. Der Satz „Es ist schön, dass Sie wieder da sind,“ zeigt ebenfalls Wertschätzung. Zeit für die Einarbeitung geben bzw. störungsfreie Zeit ermöglichen: Haben Sie Verständnis dafür, dass der oder die Beschäftigte direkt am ersten Arbeitstag nach dem Urlaub noch nicht auf dem Leistungsniveau wie vor dem Urlaub sein kann. Der Körper benötigt ein paar Tage, bis er wieder auf dem alten Leistungsniveau ist. Ermöglichen Sie ihren Beschäftigten am ersten Tag ungestört zu arbeiten. Sei es im Homeoffice oder mit einem Terminblocker im Kalender („Stille Stunde“). Gemeinsam realistische Ziele vereinbaren , ggf. bei der Zielplanung unterstützen. Vereinbaren Sie bereits vor dem Urlaub mit ihren Beschäftigten, was nach dem Urlaub anliegt und bis wann erledigt sein muss. Klare Absprachen treffen , wie mit der nach dem Urlaub entstandenen E-Mail-Flut umzugehen ist. Welche E-Mails müssen sofort gelesen werden, was hat Zeit? Kann die Abwesenheitsnotiz auch noch am ersten Arbeitstag nach dem Urlaub eingeschaltet bleiben? Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Christine Molketin unter c.molketin@ifaa-mail .de. Gerne vermitteln wir Interviews mit unseren Experten.


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