Zum Tag der Schichtarbeit am 24.7.2026: Schichtarbeit nicht aus den Augen verlieren und besser gestalten

Schichtarbeit ist für viele Bereiche in Wirtschaft und Gesellschaft unerlässlich und nimmt entgegen vielen Erwartungen und Prognosen in Summe bislang nicht ab. „Aufgrund zunehmender 24/7 Dienstleistungen, der gesellschaftlichen Versorgungs- und Sicherheitsnotwendigkeiten sowie produktionsbedingten Durchlaufzeiten und Auslastungen ist nicht zu erwarten, dass sich hieran kurz- bis mittelfristig etwas ändern wird“, so Veit Hartmann, wissenschaftlicher Experte für Arbeitszeit am ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft. Besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen über Arbeitszeiten und einer generellen Leistungsbereitschaft sollten daher insbesondere die Beschäftigten, die in Schicht arbeiten, nicht aus dem Blick geraten, denn unregelmäßige Arbeitszeiten können die körperliche und psychische Gesundheit beeinträchtigen, soziale Kontakte erschweren und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor Herausforderungen stellen. Hartmann erläutert die Hintergründe.

Düsseldorf, 20.07.2026

Unterschiedliche Branchen haben unterschiedliche Anforderungen

Die Anforderung an die Gestaltung der betrieblichen Schichtpläne wird immer komplexer. Unternehmen und Einrichtungen stehen vor vielen Herausforderungen: unterschiedliche Branchen haben unterschiedliche Bedürfnisse. „In einigen Branchen fehlen Fachkräfte, andere Branchen haben mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten oder stark schwankenden Auftragslagen aufgrund der globalen Entwicklungen zu kämpfen, Beschäftigte arbeiten unterschiedlich lang, Familie und Beruf müssen unter einen Hut gebracht werden. Da ist es nicht einfach, das passende Schichtmodell zu finden“, erklärt der Experte.

Veränderungsdruck in der Schichtplangestaltung nimmt zu

Besonders in den Bereichen, in denen rund um die Uhr gearbeitet werden muss, sehen sich die betrieblichen Entscheider durch die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, die fortschreitende Digitalisierung oder ein verändertes Gesundheitsbewusstsein bei Bewerbern und Beschäftigten gezwungen, die Ausgestaltung der bestehenden Schichtmodelle zu überdenken oder völlig neue Schichtmodelle zu gestalten.

Komplexität ist die wesentliche Herausforderung

Schichtmodelle müssen mehr denn je zwei Interessen unter einen Hut bringen: Sie müssen den (häufig schwankenden) betrieblichen Anforderungen gerecht werden und gleichzeitig attraktiv für die Beschäftigten sein. „Die Gemengelage überfordert viele betriebliche Entscheider, so dass eher verhalten reagiert und abgewartet wird, anstatt die Herausforderungen anzugehen,“ so Hartmann.

Orientierung und Lösung

Eine grundlegende Orientierung bei der Neugestaltung oder Veränderung von Schichtmodellen liefert die ifaa-Checkliste zur Einführung und Auswertung von Schichtmodellen. Sie behandelt die Themen Ergonomie und Gesundheit, Recht und Tarif sowie Organisation und Beschäftigtenbedarfe. Mit der Checkliste können die eigenen Inhalte und Prozessschritte zur Veränderung des vorhandenen Schichtmodells erarbeitet und die Komplexität des Themas bewältigt werden. Kostenfrei unter: https://www.arbeitswissenschaft.net/angebote-produkte/checklistenhandlungshilfen/azv-che-checkliste-schichtmodelle

Christine Molketin Mitarbeiterin Administration Public Relations Services ifaa

Christine Molketin M.A.

Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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