In Deutschland arbeiten viele Menschen vom Großteil der Bevölkerung häufig unbemerkt auch an den Festtagen. Die Beschäftigten im Schichtbetrieb sind an den Feiertagen vor besondere Herausforderungen gestellt. Sie können nicht nur die „klassischen“ Zeiten von Bescherung, Gottesdiensten, Festmahl, Familienzusammenkünften etc. in Einklang mit der Familie oder Freunden planen wie andere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sondern müssen zusätzlich schauen, wie sie mit dem eigenen Biorhythmus (besonders in Verbindung mit Nachtdiensten) zurechtkommen. „Damit diese Dienstleistungen, die vielfach dem Allgemeinwohl dienen, auch vor dem Hintergrund von diskutierten Herausforderungen wie dem Arbeitskräftemangel auch zukünftig noch leistbar sind, gilt es, faire und verlässliche Lösungen auf der betrieblichen Ebene zu finden, die den Interessen von Arbeitgebern und Beschäftigten auch in einer Zeit entsprechen, in der fast alle Beschäftigten gerne frei hätten“, so Veit Hartmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft.
Düsseldorf, 17.12.2025
Laut Statista pendelt der Anteil der Erwerbstätigen an Schichtarbeit seit dem Jahr 2000 um die 15%, so Hartmann weiter. „Sonn- und Feiertagsarbeit, häufig kombiniert mit Schichtarbeit, ist für viele Bereiche in Gesellschaft und Wirtschaft nach wie vor unerlässlich und nimmt entgegen vielen Prognosen aufgrund vielfältiger Entwicklungen in Summe nicht ab,“ so Hartmann.
Doch wo wird eigentlich auch an den Feiertagen regelmäßig gearbeitet?
- bei Angehörigen und Bediensteten der Glaubensgemeinschaften,
- bei der Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr,
- bei Beschäftigten in Krankenhäusern, Pflegeinrichtungen und medizinischen Diensten,
- bei den Verkehrsbereiche (ÖPNV, Taxi, Beschäftigte an Flughäfen etc.),
- in Hotels, der Gastronomie und weiteren Verpflegungsbereichen,
- bei Ver- und Entsorgungsdiensten, der Energie- und Wasserversorgung etc.,
- in Fernseh- und Rundfunkanstalten,
- in Produktionsbetrieben im vollkontinuierlichen Schichtbetrieb, bei denen die Maschinen nicht abgestellt werden können,
- und noch in vielen Bereichen mehr.
Gute und gesunde Schichtplanung
Neben einer Besetzung der notwendigen Dienste mit freiwilligen Beschäftigten hilft vielfach schon ein über die Jahre extra für die Feiertage fortgeschriebener Einsatzplan, der die notwendigen Besetzungen frühzeitig, rollierend und fair auf die Kolleginnen und Kollegen verteilt. Diese Verteilung unterstützt so die Umsetzung einer möglichst „gesunden“ Schichtplanung, die auch im Arbeitszeitgesetz gefordert wird und garantiert möglichst faire Verteilungen der Einsätze und Dienste.
Wie Schichtmodelle auch jenseits der Feiertage gesundheitsgerecht erarbeitet und eingeführt werden können erklärt die Checkliste des ifaa: https://www.arbeitswissenschaft.net/angebote-produkte/checklistenhandlungshilfen/azv-che-checkliste-schichtmodelle
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Christine Molketin unter 0211 542263-26 oder c.molketin@ifaa.de. Gern vermitteln wir ein Interview mit unseren Experten.

