Aufklärung, Sensibilisierung und Handlungssicherheit im Umgang mit betroffenen Beschäftigten
„Fast jeder Vierte ist innerhalb eines Jahres von einer psychischen Störung betroffen. Für die Betroffenen und ihr Umfeld bedeutet dies oft eine einschneidende Verschlechterung von Wohlbefinden und Lebensqualität. Unternehmen müssen mit langen Fehlzeiten und damit einhergehenden Produktionsausfällen umgehen. Für eine bessere Aufklärung und Sensibilisierung hat das ifaa eine Handlungshilfe für Unternehmen veröffentlicht“, so Dr. Catharina Stahn, Expertin am ifaa.
Psychische Störungen in der Arbeitswelt – Erkennen, Ansprechen, Unterstützen https://www.arbeitswissenschaft.net/handlungshilfe-psychische-stoerungen
Düsseldorf, 31.10.2019
Die Gründe für psychische Störungen sind vielfältig
Psychische Störungen können durch das Zusammenwirken unterschiedlicher Faktoren entstehen: Dazu gehören beispielsweise genetische Veranlagungen, private Probleme, Arbeitslosigkeit oder traumatisierende Erlebnisse. Erwerbsarbeit ist sehr oft nicht der Grund für die Entstehung einer psychischen Störung. Trotzdem sollten sich Unternehmen im eigenen Interesse mit dem Thema beschäftigen. Da oft viel Zeit vergeht, bis eine psychische Störung erkannt und adäquat behandelt wird, sind Aufklärung und Sensibilisierung wichtig. So kann ein Beitrag dazu geleistet werden, den Betroffenen schnellstmöglich die benötigte Unterstützung zukommen zu lassen.
Das Wichtigste über psychische Störungen:
- Viele psychische Störungen sind übersteigerte Ausprägungen von z. B. Traurigkeit oder Angst, die jeder Mensch erlebt.
- Jeder Mensch kann prinzipiell eine psychische Störung erleiden.
- Jeder Betroffene erlebt sie anders.
- In aktuen Phasen können bei Betroffenen Denkblockaden vorkommen.
- Menschen mit psychischen Störungen können arbeitsfähig sein und bleiben.
- Psychische Störungen und körperliche Beschwerden treten oft gemeinsam auf.
- Betroffene leiden oft unter mehreren psychischen Störungen.
- Die Feststellung einer psychischen Störung und ihrer Behandlungsbedürftigkeit erfordern eine gründliche Untersuchung durch einen Experten.
Führungskräfte in der Verantwortung
Wie bei körperlichen Erkrankungen gilt auch für psychische Störungen: Je eher sie erkannt und behandelt werden, desto besser stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Therapie. Führungskräfte spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Sie haben eine Fürsorgepflicht für ihre Beschäftigten und können einen Beitrag dazu leisten, dass Betroffenen schnellstmöglich geholfen werden kann, indem sie aufmerksam sind und ihren Beschäftigten die Bereitschaft zu einem Gespräch signalisieren. Dazu müssen sie informiert und sensibilisiert sein.
Kompakter Überblick
Die Handlungshilfe verfolgt daher das Ziel, Führungskräften einen kompakten Überblick zu den wichtigsten psychischen Störungen zu geben. Darüber hinaus werden Fragen geklärt, wie:
- Welche Bedeutung haben psychische Störungen für die Arbeitswelt?
- Welche sind die häufigsten psychischen Störungen?
- Woran erkenne ich, dass sich ein Beschäftigter beansprucht fühlt oder möglicherweise unter einer psychischen Störung leidet?
- Wie kann ich den Betroffenen ansprechen?
- Wie kann Beschäftigten im Unternehmen geholfen werden, die bereits erkrankt sind?
- Welche Rolle habe ich als Führungskraft in diesem Zusammenhang?
Aufklärung
Trotz der Fülle an Informationen, die wir über das Internet erhalten, bestehen immer noch Vorurteile gegenüber Betroffenen. Hier muss Aufklärungsarbeit geleistet werden.
Den meisten Menschen fällt es leichter, eine körperliche Erkrankung und ihre Auswirkungen zu akzeptieren. Psychische Störungen sind für Außenstehende oft nicht so gut greifbar. Für die Betroffenen ist eine psychische Störung oft mit Schamgefühlen verbunden.
Weitere Informationen über Christine Molketin (c.molketin(at)ifaa-mail.de / 0211 542263-26). Gerne vermitteln wir auch ein Interview mit unseren Experten.


