Zielvereinbarung – Orientierung und Motivation in agilen Zeiten

Der Jahresanfang – Zeit für neue Ziele. Mit dem Abschluss des alten Jahres werden jetzt die Leistungen der Mitarbeiter bilanziert. Mit Blick nach vorne werden aus übergeordneten Unternehmenszielen individuelle Vorgaben heruntergebrochen. Die Zielvereinbarung entsteht erneut. Um sie für Mitarbeiter motivierend zu gestalten, sind vor allem zwei Fragen entscheidend: Sind die neuen Ziele klar formuliert und wiesollen die Ziele erreicht werden? Sven Hille, Leiter des Fachbereichs Arbeitszeit und Vergütung am ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft erläutert:

Düsseldorf, 28.01.2020

Leistungsanforderungen klar, messbar und motivierend

„Gerade in der zunehmenden Flexibilisierung von Arbeitszeit, Arbeitsort und Arbeitsauslastung sind klare Ziele und Zielgespräche wichtig. Sie geben Orientierung, auch wenn Mitarbeiter und Vorgesetzte sich nicht häufig sehen oder sich Kundenanforderungen ändern,“ so Hille. Für Mitarbeiter eröffnet sich die Möglichkeit, klare Ziele mit ihren Führungskräften zu definieren, ihre Leistung mess- und nachvollziehbar zu machen. Weiterhin eröffnet sich ihnen die Möglichkeit, sich selbst einzuschätzen und sich auf wesentliche Dinge zu fokussieren. Führungskräfte schaffen durch Zielvereinbarungen eine belastbare Grundlage für die (jährliche) Beurteilung der Leistungen der einzelnen Beschäftigten und damit auch für objektivere Entscheidungen hinsichtlich deren Einsatzes und Entwicklung. Für alle Vereinbarungen gilt: Keine Angst vor hohen Zielen – „Aim high“. „Denn es ist wichtig, hohe Ziele zu setzen, um an den Aufgaben wachsen zu können,“ erläutert der Wissenschaftler.

Am Anfang jedes Zielvereinbarungsprozesses sollte für alle Beteiligten geklärt sein:

  • Was soll erreicht werden?
  • Welche neuen Anforderungen oder Veränderungen sind zu erwarten?
  • Mit welchen Mitteln und bis zu welchem Zeitpunkt sollen diese Ziele erreicht werden?
  • Wie kann der Erfolg messbar gemacht werden?

Zielvereinbarungen sollen Mitarbeiter motivieren und helfen, die Arbeit richtig zu priorisieren. So wird die Zielvereinbarung ein Erfolg.

  • Ziele geben Orientierung.
  • Ziele helfen zu priorisieren.
  • Ziele schützen vor Überforderung.
  • Ziele schaffen fachliche Entwicklung.
  • Ziele helfen dabei, die Potenziale der Beschäftigten auszuschöpfen.

Kritik um den Zielvereinbarungsprozess ist nicht haltbar

In der aktuellen Diskussion um agile Organisations- und Arbeitsformen stehen Zielvereinbarungen als Führungsinstrument in die Kritik. Die Frage, ob der Zielvereinbarungsprozess nicht zu starr sei, beschäftigt viele Unternehmer, da die Arbeit in den Unternehmen agiler und schneller geworden ist und sich die Unternehmen direkter an den Kundenwünschen orientieren müssen. Das kann zur Folge haben, dass sich Ziele schneller veränderten.

„Unternehmer brauchen auch zukünftig eine klare Vorstellung davon was sie erreichen wollen – und diese brauchen die Beschäftigten in ihren Aufgabenbereichen auch. Ziele braucht es also auch zukünftig. Zu hinterfragen ist allerdings, ob der klassische Jahresrhythmus noch zeitgemäß ist,“ fasst Hille zusammen.

 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Christine Molketin unter c.molketin(at)ifaa-mail.de /0211 542263-26. Gerne vermitteln wir auch Interviews mit unseren Experten.

Christine Molketin Mitarbeiterin Administration Public Relations Services ifaa

Christine Molketin M.A.

Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: +49 211 542263-26