Der Direktor des Instituts erläutert die wissenschaftlichen Hintergründe anlässlich der Veranstaltung „Berufsbildung im Spannungsfeld künstlicher Intelligenz und Digitalisierung“ des BIBB
Düsseldorf, 30.10.2019
„Künstliche Intelligenz (KI) beeinflusst die Arbeit in drei Richtungen: sie wird menschlicher Arbeit assistieren, menschliche Arbeit ersetzen und neue Berufsbilder und Aufgaben entstehen lassen,“ fasst Prof. Dr.-Ing. Sascha Stowasser den Wandel durch KI zusammen. „Das heißt vor allem Veränderung und nicht vornehmlich Vernichtung von Arbeitsplätzen,“ ergänzt der Direktor des ifaa – Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft.
In seinem Vortrag beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erläutert der Experte die Hintergründe im digitalen Zeitalter. Vor allem geht er auf die Vielfältigkeit der verschiedenen Entwicklungen zum Beispiel in den Betrieben, der Gesellschaft und weltweiten Rahmenbedingungn ein.
KI - Chancen und Herausforderungen
KI wandelt die Arbeitswelt enorm. „Eigene Projektanalysen zeigen, dass sich 75 % der Arbeitssysteme verändern werden,“ so Stowasser. „Dies ist nicht gleichbedeutend mit Substitution der Arbeitsplätze. Implikationen von KI-Technologien sind multikriteriell und schwer prognostizierbar – deshalb sind vorliegende Studien zur Beschäftigungswirkung von KI stark polarisierend und wenig aussagekräftig.“ warnt er.
Der ifaa-Direktor sieht gegenwärtig die Wirkung von KI auf die Arbeitswelt so:
- Noch hat die KI keine flächendeckende Wirkung auf die Beschäftigung sowie kaum praktische Ausbreitung in Unternehmen.
- Wie sich die Beschäftigungsformen und Arbeitstätigkeiten im Kontext der KI ausgestalten werden, kann derzeit nicht festgemacht werden.
- Duales Berufsbildungssystem erscheint auch im Zeichen der KI praktikabel –
relevant dabei: eine Befähigung und Modernisierung der Lernstätten. - Die Berufsbildung muss sich an den Kompetenzanforderungen anpassen (Methodenkompetenz anstatt Vorratswissen, digitalbasierte Sozialkompetenzen, Innovationsfähigkeit).
- Das Ziel der Aus- und Weiterbildung muss sein, innovative, kritisch-denkende, selbstbestimmte und mündige Menschen hervorzubringen.
Weitere Informationen über Christine Molketin (c.molketin(at)ifaa-mail.de / 0211 542263-26). Gerne vermitteln wir auch ein Interview mit Prof. Stowasser.
Informationen zur Veranstaltung:

