Hohe Fehlzeiten, Fachkräftemangel und wachsender Führungsdruck stellen Unternehmen in Deutschland zunehmend vor strategische Herausforderungen. Wie Betriebe Gesundheit im Unternehmen zwischen gesetzlicher Pflicht und freiwilliger Kür neu denken können, stand im Mittelpunkt des ifaa-Kolloquiums „Gesundheit im Unternehmen – Zwischen Pflicht und Kür“, das am 5. und 6. Mai im Van der Valk Airport-Hotel in Düsseldorf stattfand. Informationen über die Veranstaltung finden Sie hier: https://www.arbeitswissenschaft.net/angebote-produkte/veranstaltungen/va-ifaa-kolloquium-2026
Düsseldorf, 13.05.2026
Die Veranstaltung des ifaa – Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft brachte Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Unternehmenspraxis zusammen. Gemeinsam diskutierten sie, warum klassische Gesundheitsmaßnahmen häufig zu kurz greifen, welche Bedeutung Führung für die Arbeitsfähigkeit von Beschäftigten hat und wie Unternehmen angesichts demografischer Veränderungen und steigender Belastungen nachhaltig handeln können.
In seiner Eröffnung machte Prof. Dr. Sascha Stowasser, Direktor des ifaa, deutlich, dass betriebliche Gesundheit längst kein „Nice-to-have“ mehr sei. „Gesundheit entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor – gerade in Zeiten hoher Fehlzeiten und knapper Fachkräfte“, betonte Stowasser.
Einen thematischen Einstieg lieferte Dr. Stephan Sandrock, Leiter des Fachbereichs Arbeits- und Leistungsfähigkeit am ifaa und Moderator des Kolloquiums. In seinem Impuls „Fehlzeiten – mehr als nur krank?“ zeigte er auf, dass Fehlzeiten nicht isoliert betrachtet werden können, sondern im Zusammenhang mit Arbeitsgestaltung, Führungskultur und organisationalen Rahmenbedingungen stehen. Sandrock unterstrich, dass Unternehmen sich verstärkt zwischen Bürokratieanforderungen und wirksamer Präventionsarbeit bewegen.
Praxisnahe Einblicke boten Beiträge aus Unternehmen wie der REWE Group, der BOMAG GmbH, der EGGER Group, der Bayer AG und der ING-DiBa AG. Die Referierenden zeigten anhand konkreter Beispiele, wie strategisches betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) umgesetzt werden kann, welche Rolle Führungskräfte dabei spielen und wie Risikokultur sowie gesunde Führung zur Leistungsfähigkeit beitragen.
Einen besonderen Fokus setzte das Kolloquium auf interaktive Formate: In Workshops zu psychischer Gesundheit und Alterssimulation konnten die Teilnehmenden Belastungen und Perspektiven verschiedener Altersgruppen unmittelbar erleben. Ergänzt wurde das Programm durch einen Marktplatz, der Raum für Austausch, Vernetzung und Diskussion bot.
Deutlich wurde an beiden Veranstaltungstagen: Steigende Fehlzeiten und der demografische Wandel verschärfen den Druck auf Organisationen – gleichzeitig wächst die Erkenntnis, dass nachhaltige Gesundheitsarbeit weit über Einzelmaßnahmen hinausgeht. Gesunde Führung und eine strategische Verankerung von Gesundheit im Unternehmen gelten dabei als entscheidende Hebel.
Mit dem Kolloquium bot das ifaa fundierte Einblicke, belastbare Zahlen und vielfältige Praxisbeispiele. Zugleich standen zahlreiche interviewfähige Gesprächspartnerinnen und -partner aus Wissenschaft und Wirtschaft für vertiefende Gespräche zur Verfügung.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Christine Molketin unter c.molketin(at)ifaa-mail.de /0211 542263-26. Gerne vermitteln wir auch Interviews mit unseren Experten.

