Babyboomer weg – Wissen weg? Neues Buch zeigt Potenziale von Künstlicher Intelligenz im Wissensmanagement

Wie kann wertvolles Erfahrungswissen bei manuellen Tätigkeiten in der Produktion im Unternehmen gehalten werden? Mit dieser Forschungsfrage beschäftigte sich das Projektvorhaben “KI_eeper”. Das Ziel des Projektes war es, mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) Wissen von Fachkräften im Arbeitsprozess automatisiert zu speichern und weiterzugeben. Die Forschung fand in einem breiten Konsortium aus Wissenschaft und Wirtschaft unter Leitung des ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. von 2022 bis 2025 statt. Die Ergebnisse des Projektes wurden nun in einem praxisorientierten und kostenlosen Open-Access-Buch veröffentlicht: https://www.arbeitswissenschaft.net/kieeper/

Düsseldorf, 22.01.2026

Die Babyboomer gehen in Rente – Herausforderung Wissensverlust!

Die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er Jahre, die sogenannten Babyboomer, treten in den kommenden Jahren in den Ruhestand. Damit verlieren Unternehmen in Deutschland einen bedeutenden Teil ihrer Belegschaften sowie wertvolles Erfahrungswissen. Besonders herausfordernd ist für viele Betriebe die Identifikation und die Weitergabe von implizitem Erfahrungswissen im Bereich manueller Tätigkeiten in der Produktion. Dieses Wissen ist häufig nur in den Mitarbeitenden selbst verankert und lässt sich oft nur schwer in Worte fassen. „Viele Beschäftigte verfügen über ein intuitives Verständnis ihrer Aufgaben und haben Schwierigkeiten, dieses unbewusste Wissen weiterzugeben“, so Nicole Ottersböck, wissenschaftliche Expertin des ifaa und Projektleiterin von KI_eeper.

KI_eeper - Erfahrungswissen in der Produktion mit KI sicher

KI_eeper fokussierte auf manuelle Tätigkeiten in der Produktion, die ein hohes Maß an Erfahrungswissen erfordern. In zwei Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie wurde untersucht, wie Künstliche Intelligenz den Transfer dieses Wissens effizient unterstützen kann. Ziel war es, erfahrene Fachkräfte zu entlasten, Einarbeitungszeiten zu verkürzen und Wissen auch bei Personalwechseln verfügbar zu halten. Ein KI-Assistenzsystem erfasste das Wissen direkt im Arbeitsprozess und stellte es weniger erfahrenen Mitarbeitenden zur Verfügung.

Das Buch – Ergebnisse, Handlungsempfehlungen und ein „Blick über den Tellerrand“

Die Ergebnisse des Projekts sind nun in einem Open Access Buch des Springer-Verlages veröffentlicht worden. Das Buch bietet praxisorientierte Informationen zu den Potenzialen von Künstlicher Intelligenz für das Wissensmanagement in der Produktion. Neben konkreten Praxisbeispielen enthält es

  • wertvolle Erkenntnisse zur Sicherung von Erfahrungswissen mit KI
  • konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen
  • ein KI_eeper-Change-Toolkit zur erfolgreichen Einführung KI-basierter Assistenzsysteme.

Das Buch stellt bewusst die menschliche Perspektive in den Mittelpunkt, da die Einführung von KI oft mit Unsicherheiten und Akzeptanzfragen verbunden ist. Ein menschzentrierter, soziotechnischer Ansatz stellt sicher, dass KI-Systeme von Mitarbeitenden akzeptiert und genutzt werden. Die daraus entwickelten Maßnahmen und Methoden sind als praxisnaher Leitfaden zusammengefasst.

Gastbeiträge anderer Forschungsprojekte aus dem Förderschwerpunkt und von Start-ups im Themenfeld zeigen weitere innovative Ansätze für Wissenstransfer und Wissenssicherung mit modernen KI-Tools.

Das Buch richtet sich an Unternehmen und Institutionen, die: 

  • KI-basierte Assistenzsysteme sinnvoll einsetzen möchten, 
  • Wissensmanagement nutzerorientiert gestalten wollen, 
  • konkrete, erprobte Methoden und Handlungsempfehlungen suchen. 

Es steht online kostenlos unter folgendem Link auf der KI_eeper-Webseite zur Verfügung: www.kieeper.net  

Dieses Forschungs- und Entwicklungsprojekt wurde im Rahmen des Programms „Zukunft der Arbeit“ (Förderkennzeichen: 02L20C500 - 02L20C505) vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (ehemals Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)) gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)­ betreut. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autorinnen und Autoren.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Christine Molketin (c.molketin(at)ifaa-mail.de / 0211 542263-26). Gerne vermitteln wir Interviews mit unseren Experten.

 

Christine Molketin Mitarbeiterin Administration Public Relations Services ifaa

Christine Molketin M.A.

Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: +49 211 542263-26