Kongressbeiträge des IfaA
Der 55. Frühjahrskongress der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft e. V. fand vom 04. bis 06. März 2009 in Dortmund statt und wurde zusammen mit der BAuA, dem IfADo und dem Lehrstuhl für Arbeits- und Produktionssysteme der TU Dortmund ausgerichtet.
Der mit etwa 300 Teilnehmern gut besuchte Kongress begann am 04. März mit 2 zwei Workshops. Während im ersten Workshop arbeitsorganisatorische Leitbilder im Mittelpunkt standen, wurden im zweiten Workshop zukünftige Forschungsfelder innovativer Arbeitswissenschaft thematisiert.
Die beiden folgenden Tage waren von Vorträgen, Posterpräsentationen und Diskussionen geprägt, die unterschiedliche Schwerpunkte legten und sich mit dem Titelthema "Arbeit, Beschäftigungsfähigkeit und Produktivität im 21. Jahrhundert" befassten.
Das IfaA beteiligte sich mit fünf Beiträgen. Nachfolgend sind die Kurzfassungen dieser Beiträge aufgeführt. Eine Sammlung der schriftlichen Fassung der Beiträge findet sich im Tagungsband.
Sibylle ADENAUER, Helga UNGER und Hans-Dieter SCHAT
Demografie 2.0 - Betriebliche Projekte zum Erhalt der Motivation "Mitten im Job"
Viele Ältere wollen gern früher in den Ruhestand gehen, die gesetzliche Altersgrenze steigt jedoch. Das Projekt "Mitten-im-Job" hat ein Workshop-Programm entwickelt und erprobt, das Unternehmen und Beschäftigten helfen soll, sich aktiv und zielgerichtet damit auseinander zu setzen und Perspektiven für ein längeres Erwerbsleben zu erarbeiten.
Stephan SANDROCK, Martin SCHÜTTE und Barbara GRIEFAHN
Psychische Beanspruchung bei informatorischer Arbeit
unter Berücksichtigung der individuellen Lärmempfindlichkeit
Die individuelle Lärmsensitivität stellt vor allem eine bewertende, die individuelle Wahrnehmung von Geräuschen beeinflussende Prädisposition dar. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie legen nahe, dass diese Persönlichkeitseigenschaft auch belastungs- und beanspruchungsbezogen wirksam ist.
Joachim SCHAUER
Der Vortrag geht auf die Situation zum Stand der Anwendung des Leistungsentgelts im Rahmen der bisher eingeführten einheitlichen Entgelt-Rahmen-Abkommen (ERA-Tarifverträge) für Arbeiter und Angestellte in den Unternehmen der M+E-Industrie ein.
Leistungsbeurteilungsverfahren, Kennzahlenvergleich/Prämien, sowie Zielvereinbarungen sind dabei die tragenden Säulen der neuen Entgeltgestaltung.
Soweit es tarifliche Verfahren zur Leistungsbeurteilung gibt, werden diese überwiegend angewendet.
Darüber hinaus werden weitere betriebliche Möglichkeiten zur Gestaltung des Leistungsentgelts ausgelotet, wobei die Anwendung von Zielvereinbarungen von vielen Unternehmen favorisiert, jedoch bisher nur zögernd angewendet wird.
Martin SCHÜTTE, Stephan SANDROCK und Barbara GRIEFAHN
Prüfung der inhaltlichen Struktur der Schätzskalen des BMS-Fragebogens
Mit den 15 bipolaren Schätzskalen des BMS liegt ein in der Durchführung ökonomisches Beanspruchungsmessverfahren vor, das vier Befindensmerkmale erfassen soll. Über eine konfirmatorische Faktorenanalyse wurde die Gültigkeit der zwei Dimensionen „psychophysischer Zustand“ und „willentlicher Einsatz und Motivation“ geprüft.
Sascha STOWASSER
Teamorientiertes Wertstromdesign als Navigationswerkzeug im Produktivitätsmanagement
Teamorientiertes Wertstromdesign ist eine strukturierte Vorgehensweise zur Erfassung und Planung des Wertstroms vom Rohmaterial bis zum Endprodukt in einem interdisziplinären Team. Hierbei wird auf die ganzheitliche Betrachtung eines Produktionssystems und die konsequente Produktivitätssteigerung im gesamten Wertstrom abgezielt.

