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IfaA Trendbarometer Arbeitswelt

IfaA Trendbarometer Arbeitswelt

Die Erhebung im zweiten Quartal 2010 wurde mit über 450 auswertbaren Antworten abgeschlossen. Wir danken allen Teilnehmern für Ihre Rückmeldungen! Die Auswertung erfolgt im Juli und wird spätestens Anfang August an dieser Stelle für alle einsehbar sein. Die nächste Umfrage startet Ende September 2010. Auch dann hoffen wir wieder auf Ihre rege Teilnahme.

Für Anregungen zur inhaltlichen Gestaltung wenden Sie sich bitte an

Norbert Baszenski
Telefon: 0211/542263-36
n.baszenski(at)ifaa-mail.de


Danke für Ihre Mithilfe!

Die Auswertung der Erhebung Dezember 2009 im Einzelnen:

Zweite Erhebung mit deutlicher Steigerung der Teilnehmerzahl

In der Zeit von Oktober bis Mitte Dezember 2009 wurde die zweite Befragung zum IfaA-Trendbarometer „Arbeitswelt“ durchgeführt. Wie in der ersten Runde wurde die Bedeutung einzelner Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation und der Arbeitswissenschaft in der Wirt­schaft, den Verbänden und der Wissenschaft er­fasst. Beteiligt haben sich insgesamt 415 Experten der Wirt­schaft (83 %), Verbände (8 %), Wis­senschaft (3 %) oder sonst­iger Be­reiche. Im Vergleich zum Frühjahr ist das eine Zunahme der Teilnehmerzahlen um 85%. Diese ist auf eine stärkere Beteiligung aus der Wirtschaft zurückzuführen (+ 200 Teilnehmer). Die Anzahl der Antworten aus der Wissenschaft ist etwa gleich geblieben, die Antworten aus den Verbänden waren rückläufig.


Rangfolge der Einzelthemen

Das Einzelthema mit höchster Bedeut­ung für die befragten Teilnehmer ist weiterhin die Prozessorganisation. Auch der konti­nuie­rlicher Verbesserungs­pro­zess wurde ähnlich bedeutsam eingestuft. Zu den bedeutsamsten Themen gehört aber auch das Führungsmanagement. Zum einen wird in den Unternehmen erkannt, dass die Einführung moderner Produktionsorganisation (z.B. Produktionssysteme) nicht nur Methodeneinsatz, sondern konsequente Führung verlangt. Zum anderen zeigt sich auch, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten hohe Erwartungen an die Führungskräfte gerichtet werden.

Arbeitswissenschaftliche Themen, die derzeit in den Medien präsent sind (z. B. demografische Entwicklung, Belastungen im Arbeitsumfeld und Gesundheitsmanagement) werden von den befragten  Experten im Vergleich zu den anderen Themen eher als nicht so bedeutsam eingestuft. Die folgende Abbildung 1 zeigt die abgefragten Themen und die Ergebnisse der Einstufungen.

Die Spanne in den Antworten von sehr niedrigen bis zu sehr hohen Bedeutungen ist vor allem bei den Themen vorzufinden, die insgesamt die niedrigste Bedeutung erlangt haben. Die Einschätzung ist hier offensichtlich sehr unterschiedlich. Siehe Abb. 1 (Download).

 

Entwicklung der Bedeutung der Themen

Es wurden 10 der insgesamt 16 Themen in den beiden Erhebungen in 2009 gleichlautend abgefragt. Bei diesen Themen kann eine Entwicklung der Bedeutsamkeit aufgezeigt werden. Themen, die schon beim ersten Mal die höchste Bedeutung hatten (Prozessorganisation, kontinuierlicher Verbesserungsprozess) verzeichnen eine weitere Zunahme der Wichtigkeit. Dieses gilt für alle Teilnehmergruppen. Hier zeigt sich, dass in der Krise eine Kostenreduzierung vor allem durch eine Reorganisation der Abläufe angestrebt ist.

Den höchsten Bedeutungszuwachs erhielt das Thema Führungsmanagement. Es rückte damit in den Rangfolge am weitesten nach oben. Auch das Thema Produktionssysteme wurde wichtiger eingestuft und steht damit aktuell an vierter Stelle der Beutsamkeit.

Die im Mittelfeld plazierten Themen wie Leistungsbeurteilung, methodische Rationalisierung und Leistungsentgelt sind in etwa konstant in der Wichtigkeit eingeschätzt worden. Eine deutliche Zunahme der Relevanz erhielt das Thema Zielvereinbarung. Es bleibt allerdings im Vergleich mit anderen Themen eher im mittleren Spektrum.

In der Bedeutung abgenommen haben vor allem Themen, die schon beim ersten Mal als eher unbedeutend angesehen wurden. Dazu gehören die demografische Entwicklung und die Belastung durch Schichtarbeit. Insgsamt kann festgestellt werden, dass im Vergleich zur Erhebung im Mai nun die Einschätzungen zu den bedeutsamen und weniger bedeutsamen Themen stärker differenziert sind. Siehe Abb. 2 (Download).

Differenzierte Bedeutung der Themen für die Teilnehmergruppen

Bei den Einzelthemen gibt es z. T. erhebliche Unterschiede in der Bedeutungsein­schätzung unter den verschiedenen Teilnehmergruppen (vgl. Abb. 3).

Generell schätzen Vertreter der Wissenschaft die Bedeutung aller Themen eher höher ein als der Durchschnitt. Ausnahmen bilden wie in der ersten Erhebung die Themen Leistungsbeurteilung und Leistungsentgelt. Diese werden im Vergleich zu den anderen Antworten eher weniger wichtig eingeschätzt, sind auch weniger Gegenstand wissenschaftlicher Forschungen. Siehe Abb. 3 (Download).

Als Vorschläge für künftig abzufragende Themen wurden beispielsweise Erhalt der Leistungsfähigkeit und –bereitschaft, Vertrauensarbeitszeit, Prämienentgeltgestaltung, Bemessung des Personalbedarfs, Wertstrom und Wertschöpfung und Motivation der Beschäftigten genannt. Diese Anregungen werden bei der Erstellung des Fragebogens zur nächsten Erhebung im April 2010 berücksichtigt werden.    

Die Auswertung der Erhebung Mai 2009 im Einzelnen:

Das Wichtigste kurz und prägnant vorab

Die derzeitige Krise der globalen Wirtschaft zeigt uns, dass wand­lungsfähige, verschwen­dungs­arme und produktive Prozesse als Wett­bewerbs- und Überlebensfaktor eines Unternehmens gelten. Wie die Umfra­ge­aus­wertung zum IfaA-Trendbaro­meters „Arbeitswelt“ zeigt, werden konsequenterwei­se Themen des Industrial Engineering und Produk­tionsmanagement ein sehr hoher Stellenwert bescheinigt. In den Unter­nehmen haben Themen, wie z. B. Prozessorganisation und kontinuier­liches Verbesserungsma­nage­­ment derzeit höchste Bedeutung. Eine höhere Bedeutung noch als diejenige der Themen, die augenblicklich die Schlagzeilen in den Medien bestimmen (z. B. demogra­fischer Wandel, psychische Erkrank­ungen).

Erste Erhebung zum IfaA-Trendbarometer erfolgreich

Im Frühjahr 2009 stellte das IfaA erstmals den Fragebogen zum IfaA-Trendbarometer „Arbeitswelt“ vor, mit dem die Bedeutung einzelner Themen der Arbeitswissenschaft und des Indus­tri­al Engineering in der Wirtschaft, den Verbänden und der Wissenschaft er­fasst werden sollte. Künftig wird es zwei­mal im Jahr eine solche Erhebung geben. An der ersten Runde haben sich im Erhebungszeit­raum Mai bis Mitte Juli 2009 insgesamt 224 Experten der Wirt­schaft (65 %), Verbände (22 %), Wis­senschaft (6 %) oder sonst­iger Be­reiche beteiligt.

Bei den Oberthemen wurde dem „Produktionsmanagement“ die höchste Bedeutung beigemessen (bei einer vierstufigen Skalierung: „sehr niedrig“, „niedrig“, „hoch“, „sehr hoch“). 30 % aller Einstufungen hierzu entfielen auf die höchste Kategorie „sehr hohe Bedeut­ung“. Weitere 65 % der Antwort­enden geben diesem Oberthema eine hohe Bedeutung. „Vergütungssysteme“ haben im Vergleich dazu eine nur geringfügig geringere Bedeutung zugewiesen bekommen. 85 % aller Antworten entfallen auf die Kategorien „sehr hoch“ oder „hoch“. An dritter Stelle stehen Themen der „Arbeitssystemgestaltung“. Sie werden von 66 % der Teilnehmer als „hoch“ oder „sehr hoch“ bedeutsam eingeschätzt. Arbeitszeitfragen werden im Vergleich dazu als nicht so wichtig eingestuft. Auf die beiden höchsten Einstufungen entfallen ca. 60 % aller Antworten. Siehe Abb. 1 (Download)

Die Auswertung in Abhängigkeit der Tätigkeitsbereiche der Teilnehmer zeigt, dass Vertreter der Wissenschaft den Themen der „Arbeitssystemgestalt­ung“ eine deutliche größere Be­deut­ung als der Durchschnitt aller Befragten beimessen. Eine geringe Bedeutung sehen die Wissenschaftler dagegen bei den Bereichen „Vergütungs­systeme“ und „Arbeits- und Betriebszeit“. Diese beiden Themengebiete werden hin­gegen von Vertretern der Verbände höher als vom Durchschnitt einge­schätzt. Derzeit wichtigstes Thema der Wirtschaftsexperten ist das „Produkt­ions­management“, das von den Ver­bandsvertretern nach den „Vergü­tungs­systemen“ als zweitwichtigs­tes Thema genannt wird.

Rangfolge der Einzelthemen

Das Einzelthema mit höchster Bedeut­ung für die befragten Teilnehmer ist die Prozessorganisation, gefolgt von der Leistungsbeurteilung und dem konti­nuie­rlichen Verbesserungs­pro­zess.

Arbeitswissenschaftliche Themen, die derzeit in den Medien präsent sind (z. B. demografischer Entwicklung, psych­ische Erkrankungen, Muskel-Skelett-Erkrankung) werden von den befragten  Experten eher im mittleren Bereich der Rangfolge bewertet. Am unteren Ende der Skala der Wichtigkeit platziert sich das Thema Vertrauens­arbeitszeit und Belastung durch Schichtarbeit. Siehe Abb. 2 (Download)

Bei den Einzelthemen gibt es z. T. erhebliche Unterschiede in der Bedeutungsein­schätzung unter den verschiedenen Teilnehmergruppen (vgl. Abb. 3).

Generell schätzen Vertreter der Wissenschaft die Bedeutung aller Themen eher höher ein als der Durchschnitt. Ausnahmen bilden die Themen Leistungsbeurteilung und Leistungsentgelt. Diese werden im Vergleich zu den anderen Antworten eher weniger wichtig eingeschätzt. Sie sind derzeit auch eher nicht Gegen­stand wissenschaftlicher Arbeiten. Spiegelbildlich dazu verhalten sich die Antworten der Verbandsvertreter. Diese messen gerade diesen beiden Themen eine höhere Bedeutung als der Durchschnitt bei. Bei den übrigen Themen sehen sie die Bedeutung im Durchschnitt eher niedriger als die übrigen Teil­nehmer. Detaillierte Ver­gleiche der Einschätz­ungen zu den Einzelthemen zeigt die Profildarstellung in Abbildung 3.

Die Möglichkeit der freien Themen­nennung wurde genutzt. Hierbei wurden u. a.Themen wie Ergonomie, flexible Arbeitszeitmodelle, Bonus-Regelungen, Wertstrom-Design, Personalentwicklung und Gesund­­heitsmanagement genannt. Siehe Abb. 3 (Download)