ifaa Trendbarometer Arbeitswelt

Sehr geehrte Damen und Herren,
die öffentliche und veröffentlichte Diskussion über die deutsche Arbeitswelt wird oft durch Schlagworte geprägt, die nicht immer der wirklichen Bedeutung der Themen entsprechen. Aus diesem Grund haben wir vor vier Jahren das ifaa-Trendbarometer eingeführt. Damit haben wir eine solide Basis geschaffen, um Aussagen über die Bedeutung von Themen der Arbeitswissenschaft und Betriebsorganisation machen zu können. Auch die Veränderung der Bedeutung können wir auf dieser Grundlage belegen. So hat sich in der Auswertung der Erhebung im IV. Quartal 2012 gezeigt, dass im Kampf um Fachkräfte und im Zeichen des demografischen Wandels die Arbeitszufriedenheit zum zweiten Mal in Folge das bedeutsamste Thema darstellt. Die Unternehmen haben diese als „Wohlfühlfaktor“ erkannt. Knapp dahinter liegen die Prozessorganisation, das Führungsmanagement und der kontinuierliche Verbesserungsprozess mit fast genauso hoher ertschätzung. Für die befragten Experten haben folglich sowohl mitarbeiterbezogene als auch eher betriebsorganisatorische Themen eine gleichermaßen hohe Bedeutung. Über alle bisherigen Befragungen tendenziell bedeutsamer wurden die mitarbeiterbezogenen Themen Arbeitszufriedenheit, Ergonomie, älter werdende Belegschaften und Gesundheit. Im Trend verloren haben die Themen Prozessorganisation und kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Sie bleiben aber in der Gruppe der Top-5-Themen. Die detaillierten Ergebnisse aller bisherigen Erhebungen haben wir auf unserer Webseite unter „ifaa Dienstleistungen / ifaa Trendbarometer Arbeitswelt / Auswertungen“ veröffentlicht.
Mit dem vorliegenden Fragebogen bitten wir Sie, sich an der ersten Erhebung zum ifaa-Trendbarometer in diesem Jahr zu beteiligen. Bitte schätzen Sie ein, welche Bedeutung die genannten Themen aus der Arbeitswissenschaft und der Betriebsorganisation in Ihrer Arbeit derzeit haben. Wir möchten aber auch gerne erfahren, welche anderen Themen für Sie bedeutsam sind. Dazu gibt es zu den einzelnen Oberthemen unter „Sonstige“ die Möglichkeit der Ergänzung. Machen Sie bitte intensiv davon Gebrauch!
Die aktuellen Auswertungen werden wie bisher auf unserer Internet-Seite www.arbeitswissenschaft.net und über die Zeitschrift „Betriebspraxis & Arbeitsforschung“ publiziert.
Wir würden uns freuen, wenn Sie den umseitigen Fragebogen ausfüllen und an uns zurücksenden (per Fax oder per E-Mail). Sie können ihn auch online unter www.arbeitswissenschaft.net ausfüllen. Bei der vorangegangenen Erhebung haben sich rund 700 Experten aus den Unternehmen, den Verbänden und anderen Bereichen beteiligt. Diese Teilnehmerzahl möchten wir auch dieses Mal wieder erreichen.
Für Anregungen zur inhaltlichen Gestaltung wenden Sie sich bitte an Norbert Baszenski (Telefon: 0211 542263-36, n.baszenski@ifaa-mail.de).
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr.-Ing. Sascha Stowasser
Institutsdirektor
Auch diesmal herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!
Anmerkungen zur Teilnahme:
Das Ausfüllen des Fragebogens dauert nur ca. 1 Minute. Die von Ihnen gegebenen Informationen werden vollständig anonym behandelt und Sie werden in keiner Präsentation oder Publikation dieser Forschung persönlich identifizierbar sein. Es wird unmöglich sein, einen Zusammenhang zwischen Ihnen und Ihren Daten herzustellen.
Die Auswertung der Erhebung Dezember 2012 im Einzelnen
Arbeitszufriedenheit wird weiterhin in den Unternehmen als wichtiges Thema angesehen
Das Wichtigste kurz und prägnant vorab
- Im Kampf um Fachkräfte und im Zeichen des demografischen Wandels stellt die Arbeitszufriedenheit zum zweiten Mal in Folge das bedeutsamste Thema dar. Die Unternehmen haben diese als „Wohlfühlfaktor“ erkannt.
- Knapp dahinter liegen die Prozessorganisation, das Führungsmanagement und der kontinuierliche Verbesserungsprozess mit fast genauso hoher Wertschätzung.
- Für die befragten Experten spielen folglich sowohl mitarbeiterbezogene als auch eher betriebsorganisatorische Themen gleichermaßen hoheBedeutung.
- Über die vergangenen drei Jahre tendenziell bedeutsamer wurden die mitarbeiterbezogenen Themen Arbeitszufriedenheit, Ergonomie, älter werdende Belegschaften und Gesundheit.
- Im Trend verloren haben die Themen Prozessorganisation und kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Sie bleiben aber in der Gruppe der Top-5-Themen.
- Die Teilnehmerzahl hat sich um 40% auf rund 700 Experten erhöht. Der Zuwachs kam vor allem aus dem Bereich der Unternehmen.
Bei der achten Erhebung hat sich die Teilnehmerzahl um rund 40% erhöht
Im vierten Quartal 2012 wurde das ifaa-Trendbarometer „Arbeitswelt“ zum achten Mal erhoben. Es wurde die Bedeutung einzelner vorgegebener Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation sowie der Arbeitswissenschaft abgefragt. Diesmal haben sich knapp 700 Personen (exakt 696) aus Wirtschaft, Verbänden und Wissenschaft beteiligt. Die Experten, die ihre Einschätzungen abgegeben haben, kamen überwiegend aus der Wirtschaft (79 %), den Verbänden (10 %), der Wissenschaft (3 %) und sonstigen Bereichen (8 %). Bei den Teilnehmern aus der Wirtschaft wurde auch die Betriebsgröße der Unternehmen erfasst. Aus Unternehmen mit bis zu 99 Beschäftigten stammen 12% der Unternehmensantworten. Auf die Kategorie 100 bis 499 Beschäftigte entfallen 40% der Rückläufer, während die restliche Hälfte der Rückläufer aus den Unternehmen aus solchen mit mehr als 500 Beschäftigten stammt. Im Vergleich zur Struktur der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe nach Betriebsgrößen sind damit die größeren Unternehmen in der Befragung überrepräsentiert.
Rangfolge der Einzelthemen
Rangfolge der Einzelthemen Nachdem sich im Quartal 2/2012 das Thema Arbeitszufriedenheit nach stetigem Bedeutungszuwachs erstmals als das bedeutsamste herausstellte, konnte diese Top-Position bei der jüngsten Befragung verteidigt werden. In dieser Einschätzung gibt es keine bedeutsamen Unterschiede zwischen den Betriebsgrößen. Bei den Verbandsvertretern spielt das Thema Arbeitszufriedenheit noch eine untergeordnete Rolle und landet eher im Mittelfeld der Bedeutung. Diese Einschätzung überrascht nicht, denn das Thema zählt (noch) nicht wie z. B. Arbeitszeit- und Entgeltgestaltung zu den Kernthemen der Verbände.
Auf den nächsten Plätzen folgen mit nahezu gleichem Gewicht die Prozessorganisation (und damit wieder unter den ersten fünf Plätzen), das Führungsmanagement und der kontinuierliche Verbesserungsprozess. Nur wenig dahinter ist die Arbeitszeitflexibilität auf dem fünften Platz der Bedeutung gelandet. Sie spielt insbesondere für die größeren Unternehmen eine wichtige Rolle. Die befragten Experten halten demnach sowohl Themen mit einem starken Bezug zu den Beschäftigten als auch Themen mit eher technisch-organisatorischer Ausprägung für die relevantesten.
Das Mittelfeld umfasst Themen, die alle einen starken Bezug zu der Arbeitssituation der Beschäftigten zu tun haben: Ergonomie und arbeitsbezogene Belastungen, Demografie, Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie Gesundheitsmanagement. Die Unterschiede zwischen den Einschätzungen der Unternehmensvertreter treten nur beim Thema Demografie deutlich hervor. Es ist in den kleineren Unternehmen nicht so bedeutsam wie in den mittelständischen und großen Unternehmen. Das betriebliche Gesundheitsmanagement wird von den befragten (Arbeits-)Wissenschaftlern als das bedeutsamste aller abgefragten Themen angesehen. Hier schlägt sich möglicherweise die intensive Behandlung des Themas in aktuellen Forschungsprojekten nieder. (Abb. 1)
Das letzte Drittel in der Rangfolge der Themen bilden unterschiedliche Themen wie Produktionssysteme, Leistungsbeurteilung, Change Management und Zielvereinbarung. Es ist nicht verwunderlich, dass die Ausdehnung der Betriebsnutzungszeit auf dem vorletzten Platz gelandet ist. Bei unsicherer und zum Teil rückläufiger Konjunktur sind andere Themen wichtiger. Auf dem letzen Platz der Bedeutung findet sich das Thema Industrial Engineering. Dieses Ergebnis überrascht insofern als das Thema Prozessorganisation auf den zweiten Rang gesetzt wurde und beide Themen eng mit einander verbunden sind. Dabei ist auch diesmal zu berücksichtigen, dass es nur von gut 90 % der Befragungsteilnehmer eingestuft wurde. Der Begriff „Industrial Engineering“ ist weiterhin nicht weitläufig verständlich. Viele Experten haben keine inhaltliche Vorstellung zum Thema.
Entwicklung der Bedeutung der Themen
Für Themen, die in den bisherigen Befragungen mindestens viermal abgefragt wurden, kann die Entwicklung der Bedeutsamkeit aufgezeigt werden. In die Gruppe der Themen, die in den bisherigen Erhebungen tendenziell an Bedeutung gewonnen haben, fallen wie bei der vorherigen Befragung schon festgestellt, vor allem Themen, die den Mitarbeiter im Fokus haben: Arbeitszufriedenheit, Ergonomie, älter werdende Belegschaften und Gesundheit. Diese Themen werden auch weiterhin ein großes Gewicht in der betrieblichen Themenvielfalt haben.
Tendenziell gleichbleibende Bedeutung auf hohem Niveau haben das Führungsmanagement, die Arbeitszeitflexibilität und Produktionssysteme. Auch der gesetzliche Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie Arbeitsbelastungen werden über die verschiedenen Befragungen etwa konstant wichtig – wenn auch etwas weniger wichtig als die vorgenannten Themen – eingeschätzt.
Die Prozessorganisation und der kontinuierliche Verbesserungsprozess wurden dieses Mal zwar mit zu den wichtigsten Themen gezählt. Es sollte aber nicht übersehen werden, dass beide sukzessive an Bedeutung verloren hat. Ebenfalls kontinuierlich an Bedeutung verloren haben die Entgeltthemen Leistungsbeurteilung, Leistungsentgelt und Zielvereinbarung. Diese Entwicklung spricht dafür, dass diese Themen von der betrieblichen Praxis als im Wesentlichen beherrscht angesehen werden. (Abb. 2)
Bedeutung der Themen in Abhängigkeit der Unternehmensgröße
Interessant erscheinen die Unterschiede in den Antworten der kleinen, mittleren und größeren Unternehmen. Zum einen differenzieren die Teilnehmer aus den kleineren Unternehmen stärker zwischen wichtigen und weniger wichtigen Themen als die Vertreter der Großunternehmen. Zum anderen haben sich die Unterschiede bei der Einschätzung des Themas Arbeitszufriedenheit zwischen den Unternehmensgrößen, die in der vorherigen Befragung deutlich wurden, egalisiert. Die größten Einschätzungsunterschiede gibt es diesmal bei dem Thema demografische Entwicklung. Damit wird die unterschiedliche Wahrnehmung des Themas aus der Frühjahrsbefragung 2012 bestätigt. Ebenfalls stark von einander abweichende Einschätzung gibt es bei den Themen
Arbeitszeitflexibilität und Change Management. Diese haben für die Großunternehmen eine größere Bedeutung als für die Kleinunternehmen. Eine Ursache mag in beiden Fällen in der unterschiedlichen Komplexität liegen. Nach der Auswertung der Antworten sind auch das betriebliche Gesundheitsmanagement und die Einführung von Produktionssystemen eher Themen der Großunternehmen. Die größte Übereinstimmung über die drei Unternehmenskategorien gibt es bei den Themen kontinuierlicher Verbesserungsprozess und Zielvereinbarung. (Abb. 3)
Die Auswertung der Erhebung Juli 2012 im Einzelnen:
Das Wichtigste kurz und prägnant vorab
Rund 500 Teilnehmer haben an der Erhebung des ifaa-Trendbarometers teilgenommen und ihre Einschätzung zu aktuellen Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation abgegeben. Nach jeweils steigender Bedeutung in den früheren Umfragen wurde erstmals die Arbeitszufriedenheit als das wichtigste der abgefragten Themen bestimmt. Auf dem zweiten Platz folgt ebenfalls nach stetigem Bedeutungszuwachs in den vergangenen Jahren die demografische Entwicklung. Beide Themen stehen in engem Zusammenhang mit dem härter werdenden Wettbewerb um junge Fachkräfte. Themen, die einen Bezug zur Prozessverbesserung haben, wie Prozessorganisation und kontinuierlicher Verbesserungsprozess, verloren über die vergangenen Befragungen dagegen etwas an Bedeutung.
Für Kleinunternehmen geniesst die Arbeitszufriedenheit und die Gestaltung des Leistungsentgelts eine überdurchschnittlich hohe Bedeutung. Diese Unternehmen wissen offensichtlich um ihre ungünstigere Position bei der Sicherung des Fachkräftebedarfs. Größere Unternehmen schätzen die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung und die demografische Entwicklung wichtiger als der Durchschnitt der Wirtschaftsvertreter ein.
Siebte Erhebung mit neuem Teilnehmerrekord
Im zweiten Quartal 2012 wurde das ifaa-Trendbarometer „Arbeitswelt“ zum siebten Mal erhoben. Darin wurde die Bedeutung einzelner vorgegebener Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation sowie der Arbeitswissenschaft in der Wirtschaft, den Verbänden und der Wissenschaft abgefragt. Diesmal haben sich knapp 500 Personen (exakt 492) beteiligt. Die Experten, die ihre Einschätzungen abgegeben haben, kamen überwiegend aus der Wirtschaft (75 %), den Verbänden (11 %), der Wissenschaft (5 %) und sonstigen Bereichen (9 %). Bei den Teilnehmern aus der Wirtschaft wurde auch die Betriebsgröße der Unternehmen erfasst. Aus Unternehmen mit bis zu 99 Beschäftigten stammen 16% der Unternehmensantworten. Auf die Kategorie 100 bis 499 Beschäftigte entfallen 35% der Rückläufer, während die restliche Hälfte der Rückläufer aus den Unternehmen aus solchen mit mehr als 500 Beschäftigten stammt. Im Vergleich zur Struktur der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe nach Betriebsgrößen sind damit die größeren Unternehmen in der Befragung überrepräsentiert.
Rangfolge der Einzelthemen
Im Vergleich zu den bisherigen und vor allem der letzten Erhebung im vierten Quartal 2011 haben sich inden Spitzenpositionen einige Veränderungen ergeben. Die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten ist im Durchschnitt über alle Teilnehmergruppen und bei den Wirtschaftsvertretern aktuell das wichtigste aller abgefragten Themen. Seit das Thema im vierten Quartal 2010 erstmals abgefragt wurde, hat es bei jeder Befragung an Bedeutung zugenommen. Es überrascht nicht, dass an zweiter Stelle an Bedeutung knapp dahinter die demografische Entwicklung gelandet ist. Offenkundig merken die Unternehmen, dass es weniger Nachwuchskräfte gibt und die Konkurrenz um Fachkräfte auch auf Grund der bisher guten wirtschaftlichen Entwicklung zunimmt. An dritter Stelle der Bedeutung steht die Arbeitszeitflexibilität. Sie wurde in der vorherigen Erhebung als wichtigstes Thema eingeschätzt. Der Rückgang der Bedeutung ist sicher auch im Zusammenhang mit den teilweise rückläufigen Auftragseingängen, die sich erst im Laufe des zweiten Quartals 2012 stabilisiert haben, zu sehen. Die kurzfristige Anpassung der Personalkapazitäten an die Auftragslage ist damit nicht mehr so bedeutsam.
Das Mittelfeld wird angeführt von dem Thema Prozessorganisation. Es war lange Zeit das Top-Thema des ifaa-Trendbarometers. Direkt danach folgen die gesundheitsbezogenen Themen wie ergonomische Arbeitsgestaltung, betriebliches Gesundheitsmanagement, arbeitsbezogene Belastungen und Beschwerden sowie der gesetzliche Arbeits- und Gesundheitsschutz.
Das letzte Drittel bilden unterschiedliche Themen wie Produktionssysteme, Leistungsentgelt, Change Management und Zielvereinbarung. Auch in dieser Erhebung hat das Thema Industrial Engineering weiter an Bedeutung verloren. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es nur von gut 90 % der Teilnehmer eingestuft wurde. Für die Übrigen ist es offensichtlich inhaltlich zu wenig bekannt. Abbildung 1 zeigt die abgefragten Themen und die Ergebnisse der Einstufungen sortiert nach dem gewichteten Anteil der Antworten in den vier verschiedenen Kategorien der Bedeutung.
Entwicklung der Bedeutung der Themen
Für die Themen, die in den bisherigen Befragungen mindestens dreimal abgefragt wurden, kann die Entwicklung der Bedeutsamkeit aufgezeigt werden. In die Gruppe der Themen, die in den bisherigen Erhebungen tendenziell an Bedeutung gewonnen haben, fallen vor allem Themen, die den Mitarbeiter im Fokus haben: Arbeitszufriedenheit, älter werdende Belegschaften, Arbeitszeit, Ergonomie und Gesundheit.
Etwa gleichbleibende Bedeutung auf hohem Niveau haben das Führungsmanagement und der kontinuierliche Verbesserungsprozess. Leichten Schwankungen um den mittleren Wert der Bedeutung ist das Thema Produktionssysteme und das Thema Leistungsentgelt ausgesetzt. Alle vier genannten Themen lassen sich dem Oberbegriff des Produktivitätsmanagements unterordnen. Dieses ist sicher eine generelle und langfristige Aufgabe, so dass im Zeitverlauf stark schwankende Einschätzungen eher nicht zu erwarten waren. Einzelheiten zeigt Abbildung 2.
Die in den ersten Erhebungen jeweils als Top-Thema eingestufte Prozessorganisation hat von diesem hohen Niveau her kommend sukzessive an Bedeutung verloren. Mittlerweile liegt es an sechster Stelle der Bedeutungsreihenfolge. Die Einschätzung läßt sich wohl mit dem in den Unternehmen zwischenzeitlich erreichten hohen Niveau der Prozessoptimierung erklären. Vielleicht spielen aber auch im Durchschnitt gute wirtschaftliche Ergebnisse eine Rolle, die dieses Thema unbedeutender werden lassen.
Bedeutung der Themen in Abhängigkeit der Unternehmensgröße
In der aktuellen Erhebung wurde wieder die Größe des Unternehmens, in dem die Teilnehmer aus der Wirtschaft tätig sind, abgefragt. Damit sollte ermittelt werden, ob es zwischen den Antworten aus kleinen, mittleren und größeren Unternehmen deutliche Unterschiede in der Bedeutungseinschätzung gibt (vgl. Abbildung 3). Die Kleinunternehmen schätzen insbesondere die Themen, die von allen als wichtigste Themen identifiziert wurden, nochmals wichtiger ein als der Durchschnitt: Arbeitszufriedenheit, Arbeitszeitflexibilität, Führungsmanagement und kontinuierliche Verbesserung. Bei den beiden Top-Themen Arbeitszufriedenheit und demografische Entwicklung deutet das wie zuvor beschrieben darauf hin, dass gerade kleine Unternehmen sich bewußt sind, dass die zusätzliche Anstrengungen unternehmen müssen, um beim Wettbewerb um jüngere Fachkräfte nicht zu den Verlierern zu zählen. Für Unternehmen mit 100 bis 500 Beschäftigten ist die Leistungsbeurteilung wichtiger als im Durchschnitt der Unternehmensantworten. Großunternehmen schätzen dagegen die demografische Entwicklung als absolut wichtigstes Thema ein. Da für diese Unternehmen auch die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung sehr wichtig ist, scheinen sie einen Zusammenhang zwischen ergonomisch gut gestalteter Arbeit und dem Einsatz älterer Beschäftigter zu sehen.
Die Auswertung der Erhebung Dezember 2011 im Einzelnen:
Das Wichtigste kurz und prägnant vorab
Im Rahmen der Herbst-Erhebung 2011 des ifaa-Trendbarometers haben rund 400 Teilnehmer ihre Einschätzung zu Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation abgegeben. Sie haben die Arbeitszeitflexibilität zum wichtigsten Thema bestimmt. Auf Grund der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung setzen die Befragten offensichtlich auf schnelle Anpassung der Kapazitäten durch eine flexible Arbeitszeitgestaltung. Gegenüber der vorherigen Befragung hat die Arbeitszufriedenheit den größten Zuwachs an Bedeutung erfahren. Ebenfalls und zum wiederholten Male wurde die demografische Entwicklung in ihrer Wichtigkeit hochgestuft. Themen aus dem Bereich der Vergütung sind dagegen in iher aktuellen Relevanz tendenziell gesunken.
Für Kleinunternehmen geniessen die Arbeitszufriedenheit und die Prozessorganisation im Vergleich zur restlichen Wirtschaft überdurchschnittliche Bedeutung, während für größere Unternehmen Produktionssysteme und ergonomische Arbeitsgestaltung eine höhere Einstufung als im Durchschnitt aller Unternehmensvertreter erfahren haben.
Sechste Erhebung mit großer Teilnehmerzahl abgeschlossen
In der Zeit von Ende Oktober bis Mitte Dezember 2011 wurde die Befragung zum ifaa-Trendbarometer „Arbeitswelt“ zum sechsten Mal durchgeführt. Wie in der Vergangenheit wurde die Bedeutung einzelner Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation und der Arbeitswissenschaft in der Wirtschaft, den Verbänden und der Wissenschaft erfasst. Beteiligt haben sich insgesamt 405 Personen. Die Experten, die ihre Einschätzungen abgegeben haben, kamen überwiegend aus der Wirtschaft (77 %), den Verbänden (13 %), der Wissenschaft (5 %) und sonstigen Bereichen (4 %). Bei den Teilnehmern aus der Wirtschaft wurde erstmals auch die Betriebsgröße der Unternehmen erfasst. Aus Unternehmen mit bis zu 99 Beschäftigten stammen 16% der Antworten. Auf die Kategorie 100 bis 499 Beschäftigte entfallen 40% der Rückläufer, während der Rest (44%) aus Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten stammt. Im Vergleich zur Struktur der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe nach Betriebsgrößen sind damit die größeren Unternehmen in der Befragung überrepräsentiert.
Rangfolge der Einzelthemen
Erstmals seit Beginn der Einführung des ifaa-Trendbarometers im Mai 2009 ist der Platz für das wichtigste Thema neu besetzt worden. Die Arbeitszeitflexibilität ist von allen abgefragten Themen mit der höchsten Bedeutung versehen worden. Hier scheint sich niederzuschlagen, dass die Auftragslage und das Bestellverhalten der Kunden in vielen Fällen weniger planbar geworden sind und schnelle Kapazitätsanpassungen notwendig sind. Eine Ausdehnung der Betriebsnutzungszeit liegt der Bedeutung nach eher im Mittelfeld. Das bisherige Spitzenthema Prozessorganisation folgt knapp hinter dem erstplatzierten Thema, obwohl es im Vergleich zur letzten Erhebung absolut sogar leicht an Gewichtigkeit zugenommen hat. Nur minimal geringer ist die Bedeutungseinschätzung des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP), dessen absolute Bedeutung beim letzten Mal noch geringer ausgefallen war. Auf die Führungskräfte kommt es bei diesen Themen besonders an. Deshalb wurde das Thema Führungsmanagement dicht hinter die drei erstplatzierten Themen gesetzt. An der fünften Stelle der Bedeutung steht das Thema Arbeitszufriedenheit, das im Vergleich zur letzten Umfrage prozentual am stärksten an Relevanz gewonnen hat. Hier zeigt sich, dass in der Einschätzung der Teilnehmer nicht nur technische und organisatorische Aspekte einen hohen Stellenwert haben, sondern dass auch die Motivation und Interessen der Beschäftigten eine hohe Wertschätzung erfahren.
Im Mittelfeld des Stellenwerts liegen u.a. die Themen demografische Entwicklung, Produktionssysteme und ergonomische Arbeitsplatzgestaltung. Das untere Ende der Rangfolge der Themen wird von den Themen arbeitsbezogene Belastungen und Erschwernisse, Industrial Engineering und Belastung durch Schichtarbeit gebildet. Überraschend ist hierbei der erneute Bedeutungsverlust des Industrial Engineerings. Der Begriff scheint allerdings auch nicht für alle Teilnehmer geläufig zu sein, da einige Teilnehmer zu diesem Thema keine Einschätzung abgegeben haben. Abbildung 1 zeigt die abgefragten Themen und die Ergebnisse der Einstufungen sortiert nach dem Anteil der Antworten in den Kategorien Bedeutung „hoch“ und „sehr hoch“.
Entwicklung der Bedeutung der Themen
Über alle Teilnehmer und Erhebungszeiträume haben sich die Unterschiede in der Einschätzung einzelner Themen angenähert. Dabei ist der Maximalwert für das jeweils wichtigste Thema in etwa konstant geblieben, während der Wert für die Bedeutung des unwichtigsten Themas angestiegen ist. Die Einzelthemen werden über alle Teilnehmer betrachtet weniger unterschiedlich beurteilt. Zusammen mit den bisherigen Befragungen lässt sich für neun Themen eine Entwicklung der Bedeutsamkeit aufzeigen. Relativ eindeutig ist der Trend bei dem Thema demografische Entwicklung. Auffallend ist, dass dieses Thema zum fünften Mal in Folge an Gewicht gewonnen hat. Damit rückt das Thema zu den wichtigsten auf. Hingegen hat die Leistungsbeurteilung über die sechs Umfragen kontinuierlich an Bedeutung verloren. Beim anderen bisher wichtiger werdenden Thema, der Belastung durch Schichtarbeit, hat sich der bisherige Trend abgeschwächt. Den absolut größten Zuwachs in der Relevanz hat das Thema Arbeitszufriedenheit erlangt. Es wurde in dieser Runde zum dritten Mal abgefragt.
Eher gleichbleibend in der Wichtigkeit – allerdings auf relativ hohem Niveau – sind die Themen Prozessorganisation, kontinuierlicher Verbesserungsprozess, Führungsmanagement und Produktionssysteme. Sie haben alle einen starken Bezug zum Produktivitätsmanagement und ihre Bedeutung ist offensichtlich wenig von konjukturellen Schwankungen abhängig. Einzelheiten der Veränderungen zeigt Abbildung 2.
Tendenziell abnehmend in der Relevanz sind die drei aus dem Bereich der Vergütungssysteme abgefragten Themen Leistungsentgelt, Leistungsbeurteilung und Zielvereinbarung. Diese Einschätzung ist vor dem Hintergrund einer langjährigen Unterstützung bei der Einführung durch die Verbände nicht überraschend.
Bedeutung der Themen in Abhängigkeit der Unternehmensgröße
Bei dieser Erhebung wurde erstmals auch die Größe des Unternehmens, in dem die Teilnehmer aus der Wirtschaft tätig sind, abgefragt. Damit sollte ermittelt werden, ob es zwischen den Antworten aus kleinen, mittleren und größeren Unternehmen deutliche Unterschiede in der Bedeutungseinschätzung gibt (vgl. Abbildung 3). Vertreter aus Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten unterscheiden stärker zwischen wichtigen und weniger wichtigen Themen als die übrigen Teilnehmer. Sie schätzen die Themen Prozessorganisation, Arbeitszufriedenheit und Führungsmanagement höher in der Wichtigkeit ein als der Durchschnitt der Unternehmensvertreter. Hingegen spielen Arbeitszeitflexibilität, Produktionssysteme und Belastungen durch Schichtarbeit eine geringere Rolle. Für mittelständische Unternehmen liegt dagegen die Leistungsbeurteilung über dem Durchschnitt der Wichtigkeit, darunter liegt das Thema ergonomische Arbeitsgestaltung. Bei größeren Unternehmen hat es im Gegensatz dazu eine überdurchschnittlich hohe Einschätzung. Gleiches gilt für das Thema Produktionssysteme. Leistungsentgelt und Leistungsbeurteilung genießt bei diesen Unternehmen eine geringere Bedeutung, was wahrscheinlich durch die weitgehende erste Umsetzung der Themen bedingt ist.
Die Auswertung der Erhebung Juli 2011 im Einzelnen:
Das Wichtigste kurz und prägnant vorab
An der Frühjahrserhebung des ifaa-Trendbarometers haben sich rund 460 Teilnehmer beteiligt – soviele wie noch nie! Es liefert damit eine breit abgesicherte, aktuelle Einschätzung der Bedeutung von Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation und der Arbeitswissenschaft. Gerade in der jetzigen wirtschaftlichen Erfolgsphase zeigt sich, dass dem Thema Arbeitszeitflexibilität eine sehr hohe Bedeutung zukommt. Daneben haben die Prozessorganisation und der kontinuierlicher Verbesserungsprozess – wenn auch im Vergleich zur vorherigen Erhebung mit leicht rückläufiger absoluter Bedeutung – mit die höchste Einschätzung erhalten. Zum vierten Mal in Folge stiegen die Bedeutung der demografischen Entwicklung und der Belastungen durch Schichtarbeit. Bei der Einschätzung der Bedeutung der Themen differenzieren die Vertreter der Wissenschaft und der Verbände am stärksten.
Fünfte Erhebung mit gesteigerter Teilnehmerzahl
In der Zeit von Ende März bis Juni 2011 wurde wieder die Befragung zum ifaa-Trendbarometer „Arbeitswelt“ durchgeführt. Wie in der Vergangenheit wurde die Bedeutung einzelner Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation und der Arbeitswissenschaft in der Wirtschaft, den Verbänden und der Wissenschaft erfasst. Beteiligt haben sich diesmal mehr Personen als je zuvor. Die 458 Experten, die ihre Einschätzungen abgegeben haben, kamen aus der Wirtschaft (76 %), den Verbänden (13 %), der Wissenschaft (4 %) und sonstigen Bereichen (7 %). Die prozentualen Anteile der Teilnehmergruppen entsprechen denen der bisherigen Erhebungen. Eine stärkere Beteiligung aus dem Kreis der Wissenschaftler wäre wünschenswert.
Rangfolge der Einzelthemen
Die Prozessorganisation ist wie bisher das Einzelthema mit der höchsten Bedeutung, auch wenn diese im Vergleich zu den bisherigen Erhebungen absolut etwas gesunken ist. Nur unbedeutend geringer ist die Einschätzung der Arbeitszeitflexibilität. Bei steigendem Auftragseingang spielt offensichtlich für viele Unternehmen eine rasche Anpassung der Produktions- und Personalkapazitäten im Vordergrund. Weiterhin spielt auch der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) eine große Rolle. Da auch die Bedeutung des Führungsmanagements ähnlich hoch eingeschätzt wird, ist anzunehmen, dass den Vorgesetzten gerade beim KVP eine wichtige Rolle zukommt, um immer wieder neu den Blick auf versteckte Potenziale zu lenken. Aufgerückt in die Gruppe der fünf wichtigsten Themen ist die Arbeitszufriedenheit. Den Unternehmen scheint bewußter zu werden, dass bei steigender Konkurrenz um kompetente Beschäftigte das Entgelt nicht der einzige entscheidende Faktor für die Auswahl des Arbeitgebers ist.
Die nächst wichtigen Themen sind die demographische Entwicklung und Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie ergonomische Arbeitsplatzgestaltung. Auch hier darf vermutet werden, dass diese Themen als zusammengehörig eingeschätzt werden. Alle drei Themen haben gegenüber der letzten Erhebung absolut stark an Bedeutung zugenommen. Themen aus dem Bereich der Vergütungssysteme werden hingegen als weniger bedeutsam angesehen. Vor dem Hintergrund der umfangreichen gesetzlichen und sonstigen Regelungen zum Abbau von Belastungen ist es nicht so überraschend, dass diese Themen als eher nachrangig eingestuft wurden. Die geringste Bedeutung hatte das Thema „Arbeit an Wochenenden“. Die bestehenden Produktionskapazitäten scheinen derzeit in vielen Fällen noch nicht rund um die Uhr eingesetzt werden zu müssen. Abbildung 1 zeigt die abgefragten Themen und die Ergebnisse der Einstufungen.
Entwicklung der Bedeutung der Themen
Insgesamt ist festzustellen, dass sich seit der zweiten Erhebung im Herbst 2009 die Einschätzung der Bedeutung der einzelnen Themen angenähert hat. Die Einzelthemen werden über alle Teilnehmer betrachtet weniger differenziert beurteilt. Zusammen mit den bisherigen Befragungen seit Anfang 2009 kann für neun Themen eine Entwicklung der Bedeutsamkeit aufgezeigt werden. In der Rangfolge des Themas Prozessorganisation hat sich keine Veränderung ergeben, allerdings nimmt die Bedeutung seit Ende 2009 ständig leicht ab. Die Bedeutung der Themen kontinuierlicher Verbesserungsprozess und Führungsmanagement hat sich trotz rückläufiger Tendenz auf einem hohen Niveau etabliert. Auf Grund zunehmender Erfahrung mit Produktionssystemen ist eine abnehmende Bedeutung verständlich. Eine kontinuierliche Abschwächung der Bedeutung haben die Themen Leistungsbeurteilung und Zielvereinbarung erfahren. Auch hier dürften die mittlerweile gewonnenen Anwendungserfahrungen eine Rolle spielen.
Relativ deutlich ist die Bedeutung der demografischen Entwicklung gestiegen. Hier liegen die Einschätzungen der Vertreter der Unternehmen und der Verbände sehr eng beieinander. Aufmerksamkeit und weitere Beobachtung verdient auch das Thema Belastung durch Schichtarbeit. Es hat in den letzten vier Befragungsrunden jeweils zuglegt und gegenüber der vorherigen Erhebung deutlich an Bedeutung gewonnen.
Für eine flexible Arbeitszeitgestaltung gehört auch die Möglichkeit an Wochenenden bei Bedarf produzieren zu können. Das wird deutlich, wenn die Antworten der Teilnehmer, die der Arbeitszeitflexibilität eine sehr hohe Bedeutung beimessen, im Vergleich zu den anderen Antworten betrachtet werden. Arbeit an Wochenenden hat zwar auch bei der erstgenannten Gruppe eine absolut gesehen geringe Bedeutung, sie liegt aber um 22% über den restlichen Antworten.
Werden die Antworten derjenigen, die der demografischen Entwicklung eine sehr hohe Bedeutung beimessen, im Vergleich zu den übrigen Antworten ausgewertet, fällt auf, dass die erstgenannten auch den Themen betriebliches Gesundheitsmanagement und Führungsmanagement sowie einer ergonomischen Arbeitsgestaltung eine deutlich höhere Bedeutung als die übrigen zuschreiben. Auch die übrigen abgefragten Themen werden generell höher eingestuft. Die Abweichungen zu den anderen Teilnehmern der Erhebung sind jedoch nicht so gravierend. Einzelheiten der Veränderungen zeigt Abbildung 2.
Differenzierte Bedeutung der Themen für die Teilnehmergruppen
Die Einzelthemen werden von den verschiedenen Teilnehmergruppen z.T. sehr unterschiedlich eingeschätzt (vgl. Abb. 3). Das ist vor dem Hintergrund der unterschiedlich intensiven Beschäftigung mit den Themen auch nicht überraschend.
Generell schätzen die Vertreter der Verbände die Bedeutung von Themen niedriger ein als der Durchschnitt. Die Wissenschaftsvertreter hingegen schätzen einzelne Themen höher, andere niedriger ein als der Durchschnitt. Ihre Abweichungen sind im Durchschnitt nur halb so groß wie die der Verbandsvertreter. Sowohl Wissenschaftsvertreter als auch Verbandsvertreter machen jedoch deutlich größere Unterschiede in der Bewertung der einzelnen Themen als die Vertreter aus der Wirtschaft. Über die letzten Erhebungen ist die größere Differenzierung bei den zuerst genannten Gruppen etwa gleich geblieben, während die Antworten aus den Unternehmen sich stärker angenähert haben.
Die Auswertung der Erhebung Dezember 2010 im Einzelnen:
Das Wichtigste kurz und prägnant vorab
Am ifaa-Trendbarometer Herbst 2010 haben sich rund 400 Teilnehmer beteiligt. Damit liegt wieder eine fundierte und aktuelle Einschätzung der Bedeutung von Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation und der Arbeitswissenschaft vor. Zugenommen hat die Beteiligung aus den Verbänden. Auch im Aufschwung zeigt sich, dass den Themen Prozessorganisation und kontinuierlicher Verbesserungsprozess – wie auch schon in Krisenzeiten – die größte Bedeutung beigemessen wird. Daneben ist die Betriebszeitflexibilität ein wichtiges Thema, da die Aufträge zum Teil sehr stark zugenommen haben. Langsam, aber kontinuierlich steigt die Bedeutung der demografischen Entwicklung. Diese Veränderung ist vor allem auf die Befragungsantworten aus den Unternehmen zurück zu führen. Bei der Einschätzung der Bedeutung der Themen gibt es zwischen den Teilnehmergruppen Wirtschaft, Wissenschaft und Verbände zum Teil große Unterschiede.
Vierte Erhebung mit hoher Teilnehmerzahl stabil
In der Zeit von Oktober bis Dezember 2010 wurde die vierte Befragung zum ifaa-Trendbarometer „Arbeitswelt“ durchgeführt. Nach dem mittlerweile bewährten Konzept wurde die Bedeutung einzelner Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation und der Arbeitswissenschaft in der Wirtschaft, den Verbänden und der Wissenschaft erfasst. Beteiligt haben sich diesmal 394 Experten der Wirtschaft (78 %), der Verbände (15 %), der Wissenschaft (3 %) und sonstiger Bereiche (4 %). Beschäftigte aus den Arbeitgeberverbänden haben sich dieses Mal stärker als bisher an der Erhebung beteiligt.
Rangfolge der Einzelthemen
Die Einzelthemen mit der höchsten Bedeutung sind auch weiterhin die Prozessorganisation und der kontinuierliche Verbesserungsprozess. Danach folgt das Thema Betriebszeitflexibilität. Diese Einschätzung kommt nicht überraschend, da in vielen Unternehmen nach teilweise massiven Auftragseinbrüchen und Anpassung der Betriebszeitkapazitäten nun ebenso schnell wieder die Kapazitäten durch längere Betriebsmittellaufzeiten ausgedehnt werden müssen. Es ist demnach auch nicht verwunderlich, dass der Arbeitszeitflexibilität ähnlich hohe Bedeutung beigemessen wird. Sie bezieht sich auf die Bereitschaft der Beschäftigten zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichem Umfang die Arbeitsleistung zu erbringen. Zu den bedeutsamsten Themen gehören auch weiterhin das Führungsmanagement. In der Krise wurde zum Teil bewusst in Kauf genommen, dass die Produktivitäten sich auf Grund geringerer Auslastungen verschlechtert haben. Die Führungskräfte müssen nun vor allem darauf achten, dass wieder die vorherigen Werte erreicht werden und dann weiter verbessert werden.
Themen wie z. B. Leistungsentgelt und Leistungsbeurteilung, ergonomische Arbeitsgestaltung und Industrial Engineering werden von den befragten Experten im Vergleich zu den anderen arbeitswissenschaftlichen Themen als weniger bedeutsam eingestuft. Dabei fiel auf, dass in einigen Fällen der Begriff des Industrial Engineerings nicht bekannt ist und keine Bewertung der Bedeutung vorgenommen wurde. Das ifaa nimmt dies zum Anlass, die Aufgaben des Industrial Engineerings und seine Bedeutung für die Produktivitätsentwicklung in den Unternehmen stärker zu verdeutlichen. Abbildung 1 zeigt die abgefragten Themen und die Ergebnisse der Einstufungen.
Entwicklung der Bedeutung der Themen
Zusammen mit den bisherigen Befragungen seit Anfang 2009 kann für neun Themen eine Entwicklung der Bedeutsamkeit aufgezeigt werden. In der Rangfolge der Themen Prozessorganisation und kontinuierlicher Verbesserungsprozess hat sich keine Veränderung ergeben, allerdings hat die Bedeutung seit Ende 2009 etwas abgenommen. Die Bedeutung des Themas Führungsmanagement hat sich auf einem hohen Niveau etabliert. Das gilt mit leichter Abschwächung auch für Produktionssysteme. Eine kontinuierliche Abschwächung der Bedeutung hat das Thema Leistungsbeurteilung und Leistungsentgelt erfahren. Hier schlagen sich wahrscheinlich die mittlerweile gewonnenen Erfahrungen und Umsetzungen der Unternehmen sowie die Unterstützung bei dem Thema durch die Verbände nieder.
Langsam, aber kontinuierlich steigt die Bedeutung der demografischen Entwicklung. Diese Veränderung ist vor allem auf die Antworten aus den Unternehmen zurück zu führen. Bei den Vertretern der Verbände verharrt die Einschätzung auf einem etwas unterdurchschnittlichen Niveau. Die Bedeutung des Themas wird möglicherweise durch die in manchen Unternehmen deutlicher werdenden Schwierigkeiten bei der Gewinnung von Fachkräften geprägt. Einzelheiten der Veränderungen zeigt Abbildung 2.
Differenzierte Bedeutung der Themen für die Teilnehmergruppen
Bei den Einzelthemen gibt es z.T. deutliche Unterschiede in der Bedeutungseinschätzung zwischen den verschiedenen Teilnehmergruppen (vgl. Abb. 3). Diese dürften auf die unterschiedlich intensive Beschäftigung der Teilnehmergruppen mit den Themen bedingt sein.
Generell schätzen die Vertreter der Wissenschaft die Bedeutung von Themen höher ein als der Durchschnitt, während Verbandsvertreter alle abgefragten Themen niedriger als der Durchschnitt einstufen. Besonders deutlich wird diese bei den Themen Arbeitszufriedenheit und Zielvereinbarung. Die stark unterschiedliche Einschätzung des Themas Arbeitszufriedenheit dürfte damit zusammenhängen, dass dieses Thema kaum eine Aufgabenstellung für die Verbände, wohl aber in den Unternehmen ist, weil es betriebsspezifisch behandelt werden muss. Im Vergleich zu den vorherigen Erhebungen sind die Abweichungen allerdings deutlich zurück gegangen.
Die Auswertung der Erhebung August 2010 im Einzelnen:
Das Wichtigste kurz und prägnant vorab
Das ifaa-Trendbarometer hat sich mit mehr als 450 Teilnehmern – vor allem aus der Wirtschaft – bei der dritten Erhebung als wichtiges Instrument zur Einschätzung der Relevanz von Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation und der Arbeitswissenschaft etabliert. Auch im Aufschwung zeigt sich, dass den Themen Prozessorganisation und kontinuierlicher Verbesserungsprozess – wie auch schon in Krisenzeiten – die größte Bedeutung beigemessen wird. Die Unternehmen erkennen auch, dass zu einer nachhaltigen Verbesserung der Prozesse ein konsequentes Führungsmanagement erforderlich ist. In der aktuellen Erhebung zeigt sich weiterhin ein Zuwachs in der Bedeutung der Themen ergonomische Arbeitsgestaltung sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz. Bei der Einschätzung der Bedeutung der Themen gibt es zwischen den Teilnehmergruppen Wirtschaft, Wissenschaft und Verbände zum Teil große Unterschiede.
Dritte Erhebung mit nochmaliger Steigerung der Teilnehmerzahl
In der Zeit von April bis Juni 2010 wurde die dritte Befragung zum ifaa-Trendbarometer „Arbeitswelt“ durchgeführt. Wie in den vorherigen Befragungen wurde die Bedeutung einzelner Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation und der Arbeitswissenschaft in der Wirtschaft, den Verbänden und der Wissenschaft erfasst. Beteiligt haben sich diesmal 454 Experten der Wirtschaft (85 %), der Verbände (7 %), der Wissenschaft (5 %) und sonstiger Bereiche (3 %). Im Vergleich zur vergangenen Erhebung ist die Zunahme auf eine größere Beteiligung aus der Wirtschaft (+ 40 Teilnehmer) und der Wissenschaft (+ 7 Teilnehmer) zurückzuführen.
Rangfolge der Einzelthemen
Das Einzelthema mit höchster Bedeutung ist nach den Angaben der Befragten nun schon zum dritten Mal die Prozessorganisation. Kaum minder wichtig ist der kontinuierliche Verbesserungsprozess. Zu den bedeutsamsten Themen gehören auch weiterhin das Führungsmanagement und flexible Arbeitszeitmodelle. Es wird deutlich, dass in den Unternehmen die ständige Überprüfung von Abläufen und deren Verbesserung ein Dauerthema ist, das gerade von den Führungskräften große Anstrengungen hinsichtlich Zielorientierung und Nachhaltigkeit verlangt. Das kann nicht überraschen, denn insbesondere im zurückliegenden Abschwung der Wirtschaftsentwicklung spielt die Anpassung der Abläufe an die verringerten Auftragsvolumen eine wichtige Rolle.
Themen wie z. B. betriebliches Gesundheitsmanagement, Belastungs- und Zufriedenheitsanalyse sowie Belastungen durch Schichtarbeit werden von den befragten Experten im Vergleich zu den anderen arbeitswissenschaftlichen Themen eher als nicht so bedeutsam eingestuft. Abbildung 1 zeigt die abgefragten Themen und die Ergebnisse der Einstufungen.
Eine hohe Spannweite in den Antworten von sehr niedrigen bis zu sehr hohen Bedeutungen ist vor allem bei den Themen vorzufinden, die niedrige Bedeutung erlangt haben. Beim Thema demografische Entwicklung z. B. halten einige Experten das Thema für sehr wichtig, während andere eine sehr niedrige Bedeutung angegeben haben. Es zeigt sich kein eindeutiges Stimmungsbild.
Entwicklung der Bedeutung der Themen
Zusammen mit den bisherigen Befragungen kann bei 10 Themen eine Entwicklung der Bedeutsamkeit aufgezeigt werden. In der Rangfolge der Themen Prozessorganisation und kontinuierlicher Verbesserungsprozess hat sich keine Veränderung ergeben. Die Bedeutung des Themas Führungsmanagement scheint sich auf einem hohen Niveau zu festigen. Das gilt mit leichter Abschwächung auch für Produktionssysteme. Eine kontinuierliche Abschwächung der Bedeutung hat das Thema Leistungsbeurteilung erfahren. Hier schlagen sich vielleicht die zwischenzeitlich gesammelten Erfahrungen der Unternehmen und die Unterstützung bei dem Thema durch die Verbände nieder.
Den höchsten Bedeutungszuwachs erhielt das Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz. Es rückte in der Rangfolge am weitesten nach oben und steht in der Bedeutung vor Themen wie z. B. Produktionssysteme oder Leistungsbeurteilung und -entgelt. Es zeigt sich, dass die Einhaltung und Umsetzung der gesetzlichen Arbeitsschutzbestimmungen von den Unternehmen als wichtig angesehen wird. Zusätzliche freiwillige Aktivitäten zum Gesundheitsmanagement werden demgegenüber als nicht so wichtig eingestuft.
Im Mittelfeld der Bedeutung haben sich bei leichten Einbußen die Themen Leistungsbeurteilung und Industrial Engineering gehalten. Das Thema methodische Rationalisierung hat von allen abgefragten Themen am stärksten an Bedeutung abgenommen.
Einzelheiten der Veränderungen zeigt Abbildung 2. Einzelne Themen wurden erst in zwei Erhebungen erfragt.
Differenzierte Bedeutung der Themen für die Teilnehmergruppen
Bei den Einzelthemen gibt es z.T. erhebliche Unterschiede in der Bedeutungseinschätzung zwischen den verschiedenen Teilnehmergruppen (vgl. Abb. 3).
Generell schätzen Vertreter der Wissenschaft die Bedeutung von Themen tendenziell höher ein als die Vertreter der Verbände. Verbandsvertreter bewerten Themen, die typische Verbandsaufgaben sind wie z. B. Leistungsbeurteilung oder flexible Arbeitszeitmodelle, höher als andere Themen. Wissenschaftler betonen dagegen eher zukunftsorientierte Themen wie z. B. Produktionssysteme, die auch in der Forschungsförderung gerade aktuell sind (vgl. Förderrichtlinie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zum Thema „Standortsicherung durch wandlungsfähige Produktionssysteme“).
Als Vorschläge für künftig abzufragende Themen wurden beispielsweise Zeitwirtschaft, Lebensarbeitszeitkonten, Prämienentlohnung, Kennzahlen und Unternehmensproduktivität genannt.
Die Auswertung der Erhebung Dezember 2009 im Einzelnen:
Das Wichtigste kurz und prägnant vorab
Das IfaA-Trendbarometer bietet mit mehr als 400 Teilnehmern – vor allem aus der Wirtschaft – die bedeutsamste und aktuellste Einschätzung zur Relevanz von Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation und der Arbeitswissenschaft. In der aktuellen Erhebung zeigte sich ein Zuwachs in der Bedeutung der bisher schon wichtigsten Themen Prozessorganisation und kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Die unbedeutenderen Themen Demografie und Belastung durch Schichtarbeit haben noch weiter an Bedeutung eingebüßt. In der Einschätzung der Wichtigkeit der Themen gibt es zwischen den Teilnehmergruppen Wirtschaft, Wissenschaft und Verbände zum Teil große Unterschiede.
Zweite Erhebung mit deutlicher Steigerung der Teilnehmerzahl
In der Zeit von Oktober bis Mitte Dezember 2009 wurde die zweite Befragung zum IfaA-Trendbarometer „Arbeitswelt“ durchgeführt. Wie in der ersten Runde wurde die Bedeutung einzelner Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation und der Arbeitswissenschaft in der Wirtschaft, den Verbänden und der Wissenschaft erfasst. Beteiligt haben sich insgesamt 415 Experten der Wirtschaft (83 %), Verbände (8 %), Wissenschaft (3 %) oder sonstiger Bereiche. Im Vergleich zum Frühjahr ist das eine Zunahme der Teilnehmerzahlen um 85%. Diese ist auf eine stärkere Beteiligung aus der Wirtschaft zurückzuführen (+ 200 Teilnehmer). Die Anzahl der Antworten aus der Wissenschaft ist etwa gleich geblieben, die Antworten aus den Verbänden waren rückläufig.
Rangfolge der Einzelthemen
Das Einzelthema mit höchster Bedeutung für die befragten Teilnehmer ist weiterhin die Prozessorganisation. Auch der kontinuierlicher Verbesserungsprozess wurde ähnlich bedeutsam eingestuft. Zu den bedeutsamsten Themen gehört aber auch das Führungsmanagement. Zum einen wird in den Unternehmen erkannt, dass die Einführung moderner Produktionsorganisation (z.B. Produktionssysteme) nicht nur Methodeneinsatz, sondern konsequente Führung verlangt. Zum anderen zeigt sich auch, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten hohe Erwartungen an die Führungskräfte gerichtet werden.
Arbeitswissenschaftliche Themen, die derzeit in den Medien präsent sind (z. B. demografische Entwicklung, Belastungen im Arbeitsumfeld und Gesundheitsmanagement) werden von den befragten Experten im Vergleich zu den anderen Themen eher als nicht so bedeutsam eingestuft. Die folgende Abbildung 1 zeigt die abgefragten Themen und die Ergebnisse der Einstufungen.
Die Spanne in den Antworten von sehr niedrigen bis zu sehr hohen Bedeutungen ist vor allem bei den Themen vorzufinden, die insgesamt die niedrigste Bedeutung erlangt haben. Die Einschätzung ist hier offensichtlich sehr unterschiedlich.
Entwicklung der Bedeutung der Themen
Es wurden 10 der insgesamt 16 Themen in den beiden Erhebungen in 2009 gleichlautend abgefragt. Bei diesen Themen kann eine Entwicklung der Bedeutsamkeit aufgezeigt werden. Themen, die schon beim ersten Mal die höchste Bedeutung hatten (Prozessorganisation, kontinuierlicher Verbesserungsprozess) verzeichnen eine weitere Zunahme der Wichtigkeit. Dieses gilt für alle Teilnehmergruppen. Hier zeigt sich, dass in der Krise eine Kostenreduzierung vor allem durch eine Reorganisation der Abläufe angestrebt ist.
Den höchsten Bedeutungszuwachs erhielt das Thema Führungsmanagement. Es rückte damit in den Rangfolge am weitesten nach oben. Auch das Thema Produktionssysteme wurde wichtiger eingestuft und steht damit aktuell an vierter Stelle der Bedeutsamkeit.
Die im Mittelfeld plazierten Themen wie Leistungsbeurteilung, methodische Rationalisierung und Leistungsentgelt sind in etwa konstant in der Wichtigkeit eingeschätzt worden. Eine deutliche Zunahme der Relevanz erhielt das Thema Zielvereinbarung. Es bleibt allerdings im Vergleich mit anderen Themen eher im mittleren Spektrum.
In der Bedeutung abgenommen haben vor allem Themen, die schon beim ersten Mal als eher unbedeutend angesehen wurden. Dazu gehören die demografische Entwicklung und die Belastung durch Schichtarbeit. Insgsamt kann festgestellt werden, dass im Vergleich zur Erhebung im Mai nun die Einschätzungen zu den bedeutsamen und weniger bedeutsamen Themen stärker differenziert sind. Siehe Abb. 2 (Download).
Differenzierte Bedeutung der Themen für die Teilnehmergruppen
Bei den Einzelthemen gibt es z. T. erhebliche Unterschiede in der Bedeutungseinschätzung unter den verschiedenen Teilnehmergruppen (vgl. Abb. 3).
Generell schätzen Vertreter der Wissenschaft die Bedeutung aller Themen eher höher ein als der Durchschnitt. Ausnahmen bilden wie in der ersten Erhebung die Themen Leistungsbeurteilung und Leistungsentgelt. Diese werden im Vergleich zu den anderen Antworten eher weniger wichtig eingeschätzt, sind auch weniger Gegenstand wissenschaftlicher Forschungen.
Als Vorschläge für künftig abzufragende Themen wurden beispielsweise Erhalt der Leistungsfähigkeit und –bereitschaft, Vertrauensarbeitszeit, Prämienentgeltgestaltung, Bemessung des Personalbedarfs, Wertstrom und Wertschöpfung und Motivation der Beschäftigten genannt. Diese Anregungen werden bei der Erstellung des Fragebogens zur nächsten Erhebung im April 2010 berücksichtigt werden.
Die Auswertung der Erhebung Mai 2009 im Einzelnen:
Das Wichtigste kurz und prägnant vorab
Die derzeitige Krise der globalen Wirtschaft zeigt uns, dass wandlungsfähige, verschwendungsarme und produktive Prozesse als Wettbewerbs- und Überlebensfaktor eines Unternehmens gelten. Wie die Umfrageauswertung zum IfaA-Trendbarometers „Arbeitswelt“ zeigt, werden konsequenterweise Themen des Industrial Engineering und Produktionsmanagement ein sehr hoher Stellenwert bescheinigt. In den Unternehmen haben Themen, wie z. B. Prozessorganisation und kontinuierliches Verbesserungsmanagement derzeit höchste Bedeutung. Eine höhere Bedeutung noch als diejenige der Themen, die augenblicklich die Schlagzeilen in den Medien bestimmen (z. B. demografischer Wandel, psychische Erkrankungen).
Erste Erhebung zum IfaA-Trendbarometer erfolgreich
Im Frühjahr 2009 stellte das IfaA erstmals den Fragebogen zum IfaA-Trendbarometer „Arbeitswelt“ vor, mit dem die Bedeutung einzelner Themen der Arbeitswissenschaft und des Industrial Engineering in der Wirtschaft, den Verbänden und der Wissenschaft erfasst werden sollte. Künftig wird es zweimal im Jahr eine solche Erhebung geben. An der ersten Runde haben sich im Erhebungszeitraum Mai bis Mitte Juli 2009 insgesamt 224 Experten der Wirtschaft (65 %), Verbände (22 %), Wissenschaft (6 %) oder sonstiger Bereiche beteiligt.
Bei den Oberthemen wurde dem „Produktionsmanagement“ die höchste Bedeutung beigemessen (bei einer vierstufigen Skalierung: „sehr niedrig“, „niedrig“, „hoch“, „sehr hoch“). 30 % aller Einstufungen hierzu entfielen auf die höchste Kategorie „sehr hohe Bedeutung“. Weitere 65 % der Antwortenden geben diesem Oberthema eine hohe Bedeutung. „Vergütungssysteme“ haben im Vergleich dazu eine nur geringfügig geringere Bedeutung zugewiesen bekommen. 85 % aller Antworten entfallen auf die Kategorien „sehr hoch“ oder „hoch“. An dritter Stelle stehen Themen der „Arbeitsgestaltung“. Sie werden von 66 % der Teilnehmer als „hoch“ oder „sehr hoch“ bedeutsam eingeschätzt. Arbeitszeitfragen werden im Vergleich dazu als nicht so wichtig eingestuft. Auf die beiden höchsten Einstufungen entfallen ca. 60 % aller Antworten. Siehe Abb. 1 (Download)
Die Auswertung in Abhängigkeit der Tätigkeitsbereiche der Teilnehmer zeigt, dass Vertreter der Wissenschaft den Themen der „Arbeitsgestaltung“ eine deutliche größere Bedeutung als der Durchschnitt aller Befragten beimessen. Eine geringe Bedeutung sehen die Wissenschaftler dagegen bei den Bereichen „Vergütungssysteme“ und „Arbeits- und Betriebszeit“. Diese beiden Themengebiete werden hingegen von Vertretern der Verbände höher als vom Durchschnitt eingeschätzt. Derzeit wichtigstes Thema der Wirtschaftsexperten ist das „Produktionsmanagement“, das von den Verbandsvertretern nach den „Vergütungssystemen“ als zweitwichtigstes Thema genannt wird.
Rangfolge der Einzelthemen
Das Einzelthema mit höchster Bedeutung für die befragten Teilnehmer ist die Prozessorganisation, gefolgt von der Leistungsbeurteilung und dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess.
Arbeitswissenschaftliche Themen, die derzeit in den Medien präsent sind (z. B. demografischer Entwicklung, psychische Erkrankungen, Muskel-Skelett-Erkrankung) werden von den befragten Experten eher im mittleren Bereich der Rangfolge bewertet. Am unteren Ende der Skala der Wichtigkeit platziert sich das Thema Vertrauensarbeitszeit und Belastung durch Schichtarbeit. Siehe Abb. 2 (Download)
Bei den Einzelthemen gibt es z. T. erhebliche Unterschiede in der Bedeutungseinschätzung unter den verschiedenen Teilnehmergruppen (vgl. Abb. 3).
Generell schätzen Vertreter der Wissenschaft die Bedeutung aller Themen eher höher ein als der Durchschnitt. Ausnahmen bilden die Themen Leistungsbeurteilung und Leistungsentgelt. Diese werden im Vergleich zu den anderen Antworten eher weniger wichtig eingeschätzt. Sie sind derzeit auch eher nicht Gegenstand wissenschaftlicher Arbeiten. Spiegelbildlich dazu verhalten sich die Antworten der Verbandsvertreter. Diese messen gerade diesen beiden Themen eine höhere Bedeutung als der Durchschnitt bei. Bei den übrigen Themen sehen sie die Bedeutung im Durchschnitt eher niedriger als die übrigen Teilnehmer. Detaillierte Vergleiche der Einschätzungen zu den Einzelthemen zeigt die Profildarstellung in Abbildung 3.
Die Möglichkeit der freien Themennennung wurde genutzt. Hierbei wurden u. a.Themen wie Ergonomie, flexible Arbeitszeitmodelle, Bonus-Regelungen, Wertstrom-Design, Personalentwicklung und Gesundheitsmanagement genannt.

