ifaa Trendbarometer Arbeitswelt

Sehr geehrte Damen und Herren,
das ifaa-Trendbarometer stieß bei der sechsten Erhebung von September bis Dezember 2011 wiederum auf große Resonanz. Es beteiligten sich rund 400 Experten!
Erstmals seit Beginn der Einführung des ifaa-Trendbarometers im Mai 2009 ist der Platz eins für das wichtigste abgefragte Thema neu besetzt worden: Die „Arbeitszeitflexibilität“ ist von allen Befragten mit der höchsten Bedeutung versehen worden.
Gegenüber den vorherigen Befragungen hat die „Arbeitszufriedenheit“ am stärksten an Relevanz gewonnen.
Ebenfalls und zum wiederholten Male wurde die „demografische Entwicklung“ in ihrer Wichtigkeit hochgestuft – bereits zum fünften Mal in Folge hat dieses Thema an Gewicht gewonnen.
Bei dieser Erhebung wurde erstmals auch die Größe des Unternehmens, in dem die Teilnehmer aus der Wirtschaft sind, abgefragt. Hier zeigt sich, dass für Kleinunternehmen die „Arbeitszufriedenheit“ und die „Prozessorganisation“ im Vergleich zur restlichen Wirtschaft überdurchschnittliche Bedeutung genießen, während für größere Unternehmen „Produktionssysteme“ und „ergonomische Arbeitsgestaltung“ eine höhere Einstufung als im Durchschnitt aller Unternehmensvertreter erfahren haben.
Ergebnisse der bisherigen Erhebungen haben wir auf unserer Web-Seite unter „ifaa Dienstleistungen / ifaa Trendbarometer Arbeitswelt / Auswertungen“ veröffentlicht.
Die aktuellen Auswertungen werden wie bisher auf dieser Internet-Seite und über die Zeitschrift „Betriebspraxis & Arbeitsforschung“ (vormals „angewandte Arbeitswissenschaft“) veröffentlicht.
Für Anregungen zur inhaltlichen Gestaltung wenden Sie sich bitte an
Norbert Baszenski
Telefon: 0211/542263-36
n.baszenski(at)ifaa-mail.de
Danke für Ihre Mithilfe!
Die Auswertung der Erhebung Dezember 2011 im Einzelnen:
Das Wichtigste kurz und prägnant vorab
Im Rahmen der Herbst-Erhebung 2011 des ifaa-Trendbarometer haben rund 400 Teilnehmer ihre Einschätzung zu Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation abgegeben. Sie haben die Arbeitszeitflexibilität zum wichtigsten Thema bestimmt. Auf Grund der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung setzen die Befragten offensichtlich auf schnelle Anpassung der Kapazitäten durch eine flexible Arbeitszeitgestaltung. Gegenüber der vorherigen Befragung hat die Arbeitszufriedenheit den größten Zuwachs an Bedeutung erfahren. Ebenfalls und zum wiederholten Male wurde die demografische Entwicklung in ihrer Wichtigkeit hochgestuft. Themen aus dem Bereich der Vergütung sind dagegen in iher aktuellen Relevanz tendenziell gesunken.
Für Kleinunternehmen geniessen die Arbeitszufriedenheit und die Prozessorganisation im Vergleich zur restlichen Wirtschaft überdurchschnittliche Bedeutung, während für größere Unternehmen Produktionssysteme und ergonomische Arbeitsgestaltung eine höhere Einstufung als im Durchschnitt aller Unternehmensvertreter erfahren haben.
Sechste Erhebung mit großer Teilnehmerzahl abgeschlossen
In der Zeit von Ende Oktober bis Mitte Dezember 2011 wurde die Befragung zum ifaa-Trendbarometer „Arbeitswelt“ zum sechsten Mal durchgeführt. Wie in der Vergangenheit wurde die Bedeutung einzelner Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation und der Arbeitswissenschaft in der Wirtschaft, den Verbänden und der Wissenschaft erfasst. Beteiligt haben sich insgesamt 405 Personen. Die Experten, die ihre Einschätzungen abgegeben haben, kamen überwiegend aus der Wirtschaft (77 %), den Verbänden (13 %), der Wissenschaft (5 %) und sonstigen Bereichen (4 %). Bei den Teilnehmern aus der Wirtschaft wurde erstmals auch die Betriebsgröße der Unternehmen erfasst. Aus Unternehmen mit bis zu 99 Beschäftigten stammen 16% der Antworten. Auf die Kategorie 100 bis 499 Beschäftigte entfallen 40% der Rückläufer, während der Rest (44%) aus Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten stammt. Im Vergleich zur Struktur der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe nach Betriebsgrößen sind damit die größeren Unternehmen in der Befragung überrepräsentiert.
Rangfolge der Einzelthemen
Erstmals seit Beginn der Einführung des ifaa-Trendbarometers im Mai 2009 ist der Platz für das wichtigste Thema neu besetzt worden. Die Arbeitszeitflexibilität ist von allen abgefragten Themen mit der höchsten Bedeutung versehen worden. Hier scheint sich niederzuschlagen, dass die Auftragslage und das Bestellverhalten der Kunden in vielen Fällen weniger planbar geworden sind und schnelle Kapazitätsanpassungen notwendig sind. Eine Ausdehnung der Betriebsnutzungszeit liegt der Bedeutung nach eher im Mittelfeld. Das bisherige Spitzenthema Prozessorganisation folgt knapp hinter dem erstplatzierten Thema, obwohl es im Vergleich zur letzten Erhebung absolut sogar leicht an Gewichtigkeit zugenommen hat. Nur minimal geringer ist die Bedeutungseinschätzung des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP), dessen absolute Bedeutung beim letzten Mal noch geringer ausgefallen war. Auf die Führungskräfte kommt es bei diesen Themen besonders an. Deshalb wurde das Thema Führungsmanagemant dicht hinter die drei erstplatzierten Themen gesetzt. An der fünften Stelle der Bedeutung steht das Thema Arbeitszufriedenheit, das im Vergleich zur letzten Umfrage prozentual am stärksten an Relevanz gewonnen hat. Hier zeigt sich, dass in der Einschätzung der Teilnehmer nicht nur technische und organisatorische Aspekte einen hohen Stellenwert haben, sondern dass auch die Motivation und Interessen der Beschäftigten eine hohe Wertschätzung erfahren.
Im Mittelfeld des Stellenwerts liegen u.a. die Themen demografische Entwicklung, Produktionssysteme und ergonomische Arbeitsplatzgestaltung. Das untere Ende der Rangfolge der Themen wird von den Themen arbeitsbezogene Belastungen und Erschwernisse, Industrial Engineering und Belastung durch Schichtarbeit gebildet. Überraschend ist hierbei der erneute Bedeutungsverlust des Industrial Engineerings. Der Begriff scheint allerdings auch nicht für alle Teilnehmer geläufig zu sein, da einige Teilnehmer zu diesem Thema keine Einschätzung abgegeben haben. Abbildung 1 zeigt die abgefragten Themen und die Ergebnisse der Einstufungen sortiert nach dem Anteil der Antworten in den Kategorien Bedeutung „hoch“ und „sehr hoch“.
Entwicklung der Bedeutung der Themen
Über alle Teilnehmer und Erhebungszeiträume haben sich die Unterschiede in der Einschätzung einzelner Themen angenähert. Dabei ist der Maximalwert für das jeweils wichtigste Thema in etwa konstant geblieben, während der Wert für die Bedeutung des unwichtigsten Themas angestiegen ist. Die Einzelthemen werden über alle Teilnehmer betrachtet weniger unterschiedlich beurteilt. Zusammen mit den bisherigen Befragungen lässt sich für neun Themen eine Entwicklung der Bedeutsamkeit aufgezeigen. Relativ eindeutig ist der Trend bei dem Thema demografische Entwicklung. Auffallend ist, dass dieses Thema zum fünften Mal in Folge an Gewicht gewonnen hat. Damit rückt das Thema zu den wichtigsten auf. Hingegen hat die Leistungsbeurteilung über die sechs Umfragen kontinuierlich an Bedeutung verloren. Beim anderen bisher wichtiger werdenden Thema, der Belastung durch Schichtarbeit, hat sich der bisherige Trend abgeschwächt. Den absolut größten Zuwachs in der Relevanz hat das Thema Arbeitszufriedenheit erlangt. Es wurde in dieser Runde zum dritten Mal abgefragt.
Eher gleichbleibend in der Wichtigkeit – allerdings auf relativ hohem Niveau – sind die Themen Prozessorganisation, kontinuierlicher Verbesserungsprozess, Führungsmanagement und Produktionssysteme. Sie haben alle einen starken Bezug zum Produktivitätsmanagement und ihre Bedeutung ist offensichtlich wenig von konjukturellen Schwankungen abhängig. Einzelheiten der Veränderungen zeigt Abbildung 2.
Tendenziell abnehmend in der Relevanz sind die drei aus dem Bereich der Vergütungssysteme abgefragten Themen Leistungsentgelt, Leistungsbeurteilung und Zielvereinbarung. Diese Einschätzung ist vor dem Hintergrund einer langjährigen Unterstützung bei der Einführung durch die Verbände nicht überraschend.
Bedeutung der Themen in Abhängigkeit der Unternehmensgröße
Bei dieser Erhebung wurde erstmals auch die Größe des Unternehmens, in dem die Teilnehmer aus der Wirtschaft tätig sind, abgefragt. Damit sollte ermittelt werden, ob es zwischen den Antworten aus kleinen, mittleren und größeren Unternehmen deutliche Unterschiede in der Bedeutungseinschätzung gibt (vgl. Abbildung 3). Vertreter aus Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten unterscheiden stärker zwischen wichtigen und weniger wichtigen Themen als die übrigen Teilnehmer. Sie schätzen die Themen Prozessorganisation, Arbeitszufriedenheit und Führungsmanagement höher in der Wichtigkeit ein als der Durchschnitt der Unternehmensvertreter. Hingegen spielen Arbeitszeitflexibilität, Produktions-systeme und Belastungen durch Schichtarbeit eine geringere Rolle. Für mittelständische Unternehmen liegt dagegen die Leistungsbeurteilung über dem Durchschnitt der Wichtigkeit, darunter liegt das Thema ergonomische Arbeitsgestaltung. Bei größeren Unternehmen hat es im Gegensatz dazu eine überdurchschnittlich hohe Einschätzung. Gleiches gilt für das Thema Produktionssysteme. Leistungsentgelt und Leistungsbeurteilung genießt bei diesen Unternehmen eine geringere Bedeutung, was wahrscheinlich durch die weitgehende erste Umsetzung der Themen bedingt ist.
Die Auswertung der Erhebung Juli 2011 im Einzelnen:
Das Wichtigste kurz und prägnant vorab
An der Frühjahrserhebung des ifaa-Trendbarometer haben sich rund 460 Teilnehmer beteiligt – soviele wie noch nie! Es liefert damit eine breit abgesicherte, aktuelle Einschätzung der Bedeutung von Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation und der Arbeitswissenschaft. Gerade in der jetzigen wirtschaftlichen Erfolgsphase zeigt sich, dass dem Thema Arbeitszeitflexibilität eine sehr hohe Bedeutung zukommt. Daneben haben die Prozessorganisation und der kontinuierlicher Verbesserungsprozess – wenn auch im Vergleich zur vorherigen Erhebung mit leicht rückläufiger absoluter Bedeutung – mit die höchste Einschätzung erhalten. Zum vierten Mal in Folge stiegen die Bedeutung der demografischen Entwicklung und der Belastungen durch Schichtarbeit. Bei der Einschätzung der Bedeutung der Themen differenzieren die Vertreter der Wissenschaft und der Verbände am stärksten.
Fünfte Erhebung mit gesteigerter Teilnehmerzahl
In der Zeit von Ende März bis Juni 2011 wurde wieder die Befragung zum ifaa-Trendbarometer „Arbeitswelt“ durchgeführt. Wie in der Vergangenheit wurde die Bedeutung einzelner Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation und der Arbeitswissenschaft in der Wirtschaft, den Verbänden und der Wissenschaft erfasst. Beteiligt haben sich diesmal mehr Personen als je zuvor. Die 458 Experten, die ihre Einschätzungen abgegeben haben, kamen aus der Wirtschaft (76 %), den Verbänden (13 %), der Wissenschaft (4 %) und sonstigen Bereichen (7 %). Die prozentualen Anteile der Teilnehmergruppen entsprechen denen der bisherigen Erhebungen. Eine stärkere Beteiligung aus dem Kreis der Wissenschaftler wäre wünschenswert.
Rangfolge der Einzelthemen
Die Prozessorganisation ist wie bisher das Einzelthema mit der höchsten Bedeutung, auch wenn diese im Vergleich zu den bisherigen Erhebungen absolut etwas gesunken ist. Nur unbedeutend geringer ist die Einschätzung der Arbeitszeitflexibilität. Bei steigendem Auftragseingang spielt offensichtlich für viele Unternehmen eine rasche Anpassung der Produktions- und Personalkapazitäten im Vordergrund. Weiterhin spielt auch der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) eine große Rolle. Da auch die Bedeutung des Führungsmanagements ähnlich hoch eingeschätzt wird, ist anzunehmen, dass den Vorgesetzten gerade beim KVP eine wichtige Rolle zukommt, um immer wieder neu den Blick auf versteckte Potenziale zu lenken. Aufgerückt in die Gruppe der fünf wichtigsten Themen ist die Arbeitszufriedenheit. Den Unternehmen scheint bewußter zu werden, dass bei steigender Konkurrenz um kompetente Beschäftigte das Entgelt nicht der einzige entscheidende Faktor für die Auswahl des Arbeitgebers ist.
Die nächst wichtigen Themen sind die demographische Entwicklung und Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie ergonomische Arbeitsplatzgestaltung. Auch hier darf vermutet werden, dass diese Themen als zusammengehörig eingeschätzt werden. Alle drei Themen haben gegenüber der letzten Erhebung absolut stark an Bedeutung zugenommen. Themen aus dem Bereich der Vergütungssysteme werden hingegen als weniger bedeutsam angesehen. Vor dem Hintergrund der umfangreichen gesetzlichen und sonstigen Regelungen zum Abbau von Belastungen ist es nicht so überraschend, dass diese Thema als eher nachrangig eingestuft wurde. Die geringste Bedeutung hatte das Thema „Arbeit an Wochenenden“. Die bestehenden Produktionskapazitäten scheinen derzeit in vielen Fällen noch nicht rund um die Uhr eingesetzt werden zu müssen Abbildung 1 zeigt die abgefragten Themen und die Ergebnisse der Einstufungen.
Entwicklung der Bedeutung der Themen
Insgesamt ist festzustellen, dass sich seit der zweiten Erhebung im Herbst 2009 die Einschätzung der Bedeutung der einzelnen Themen angenähert hat. Die Einzelthemen werden über alle Teilnehmer betrachtet weniger differenziert beurteilt. Zusammen mit den bisherigen Befragungen seit Anfang 2009 kann für neun Themen eine Entwicklung der Bedeutsamkeit aufgezeigt werden. In der Rangfolge des Themas Prozessorganisation hat sich keine Veränderung ergeben, allerdings nimmt die Bedeutung seit Ende 2009 ständig leicht ab. Die Bedeutung der Themen kontinuierlicher Verbesserungsprozess und Führungsmanagement hat sich trotz rückläufiger Tendenz auf einem hohen Niveau etabliert. Auf Grund zunehmender Erfahrung mit Produktionssystemen ist eine abnehmende Bedeutung verständlich. Eine kontinuierliche Abschwächung der Bedeutung haben die Themen Leistungsbeurteilung und Zielvereinbarung erfahren. Auch hier dürften die mittlerweile gewonnenen Anwendungserfahrungen eine Rolle spielen.
Relativ deutlich ist die Bedeutung der demografischen Entwicklung gestiegen. Hier liegen die Einschätzungen der Vertreter der Unternehmen und der Verbände sehr eng beieinander. Aufmerksamkeit und weitere Beobachtung verdient auch das Thema Belastung durch Schichtarbeit. Es hat in den letzten vier Befragungsrunden jeweils zuglegt und gegenüber der vorherigen Erhebung deutlich an Bedeutung gewonnen.
Für eine flexible Arbeitszeitgestaltung gehört auch die Möglichkeit an Wochenenden bei Bedarf produzieren zu können. Das wird deutlich, wenn die Antworten der Teilnehmer, die der Arbeitszeitflexibilität eine sehr hohe Bedeutung beimessen, im Vergleich zu den anderen Antworten betrachtet werden. Arbeit an Wochenenden hat zwar auch bei der erstgenannten Gruppe eine absolut gesehen geringe Bedeutung, sie liegt aber um 22% über den restlichen Antworten.
Werden die Antworten derjenigen, die der demografischen Entwicklung eine sehr hohe Bedeutung beimessen, im Vergleich zu den übrigen Antworten ausgewertet, fällt auf, dass die erstgenannten auch den Themen betriebliches Gesundheitsmanagement und Führungsmanagement sowie einer ergonomischen Arbeitsgestaltung eine deutlich höhere Bedeutung als die übrigen zuschreiben. Auch die übrigen abgefragten Themen werden generell höher eingestuft. Die Abweichungen zu den anderen Teilnehmern der Erhebung sind jedoch nicht so gravierend. Einzelheiten der Veränderungen zeigt Abbildung 2.
Differenzierte Bedeutung der Themen für die Teilnehmergruppen
Die Einzelthemen werden von den verschiedenen Teilnehmergruppen z.T. sehr unterschiedlich eingeschätzt (vgl. Abb. 3). Das ist vor dem Hintergrund der unterschiedlich intensiven Beschäftigung mit den Themen auch nicht überraschend.
Generell schätzen die Vertreter der Verbände die Bedeutung von Themen niedriger ein als der Durchschnitt. Die Wissenschaftsvertreter hingegen schätzen einzelne Themen höher, andere niedriger ein als der Durchschnitt. Ihre Abweichungen sind im Durchschnitt nur halb so groß wie die der Verbandsvertreter. Sowohl Wissenschaftsvertreter als auch Verbandsvertreter machen jedoch deutlich größere Unterschiede in der Bewertung der einzelnen Themen als die Vertreter aus der Wirtschaft. Über die letzten Erhebungen ist die größere Differenzierung bei den zuerst genannten Gruppen etwa gleich geblieben, während die Antworten aus den Unternehmen sich stärker angenähert haben.
Die Auswertung der Erhebung Dezember 2010 im Einzelnen:
Das Wichtigste kurz und prägnant vorab
Am ifaa-Trendbarometer Herbst 2010 haben sich rund 400 Teilnehmer beteiligt. Damit liegt wieder eine fundierte und aktuelle Einschätzung der Bedeutung von Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation und der Arbeitswissenschaft vor. Zugenommen hat die Beteiligung aus den Verbänden. Auch im Aufschwung zeigt sich, dass den Themen Prozessorganisation und kontinuierlicher Verbesserungsprozess – wie auch schon in Krisenzeiten – die größte Bedeutung beigemessen wird. Daneben ist die Betriebszeitflexibilität ein wichtiges Thema, da die Aufträge zum Teil sehr stark zugenommen haben. Langsam, aber kontinuierlich steigt die Bedeutung der demografischen Entwicklung. Diese Veränderung ist vor allem auf die Befragungsantworten aus den Unternehmen zurück zu führen. Bei der Einschätzung der Bedeutung der Themen gibt es zwischen den Teilnehmergruppen Wirtschaft, Wissenschaft und Verbände zum Teil große Unterschiede.
Vierte Erhebung mit hoher Teilnehmerzahl stabil
In der Zeit von Oktober bis Dezember 2010 wurde die vierte Befragung zum ifaa-Trendbarometer „Arbeitswelt“ durchgeführt. Nach dem mittlerweile bewährten Konzept wurde die Bedeutung einzelner Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation und der Arbeitswissenschaft in der Wirtschaft, den Verbänden und der Wissenschaft erfasst. Beteiligt haben sich diesmal 394 Experten der Wirtschaft (78 %), der Verbände (15 %), der Wissenschaft (3 %) und sonstiger Bereiche (4 %). Beschäftigte aus den Arbeitgeberverbänden haben sich dieses Mal stärker als bisher an der Erhebung beteiligt.
Rangfolge der Einzelthemen
Die Einzelthemen mit der höchsten Bedeutung sind auch weiterhin die Prozessorganisation und der kontinuierliche Verbesserungsprozess. Danach folgt das Thema Betriebszeitflexibilität. Diese Einschätzung kommt nicht überraschend, da in vielen Unternehmen nach teilweise massiven Auftragseinbrüchen und Anpassung der Betriebszeitkapazitäten nun ebenso schnell wieder die Kapazitäten durch längere Betriebsmittellaufzeiten ausgedehnt werden müssen. Es ist demnach auch nicht verwunderlich, dass der Arbeitszeitflexibilität ähnlich hohe Bedeutung beigemessen wird. Sie bezieht sich auf die Bereitschaft der Beschäftigten zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichem Umfang die Arbeitsleistung zu erbringen. Zu den bedeutsamsten Themen gehören auch weiterhin das Führungsmanagement. In der Krise wurde zum Teil bewusst in Kauf genommen, dass die Produktivitäten sich auf Grund geringerer Auslastungen verschlechtert haben. Die Führungskräfte müssen nun vor allem darauf achten, dass wieder die vorherigen Werte erreicht werden und dann weiter verbessert werden.
Themen wie z. B. Leistungsentgelt und Leistungsbeurteilung, ergonomische Arbeitsgestaltung und Industrial Engineering werden von den befragten Experten im Vergleich zu den anderen arbeitswissenschaftlichen Themen als weniger bedeutsam eingestuft. Dabei fiel auf, dass in einigen Fällen der Begriff des Industrial Engineerings nicht bekannt ist und keine Bewertung der Bedeutung vorgenommen wurde. Das ifaa nimmt dies zum Anlass, die Aufgaben des Industrial Engineerings und seine Bedeutung für die Produktivitätsentwicklung in den Unternehmen stärker zu verdeutlichen. Abbildung 1 zeigt die abgefragten Themen und die Ergebnisse der Einstufungen.
Entwicklung der Bedeutung der Themen
Zusammen mit den bisherigen Befragungen seit Anfang 2009 kann für neun Themen eine Entwicklung der Bedeutsamkeit aufgezeigt werden. In der Rangfolge der Themen Prozessorganisation und kontinuierlicher Verbesserungsprozess hat sich keine Veränderung ergeben, allerdings hat die Bedeutung seit Ende 2009 etwas abgenommen. Die Bedeutung des Themas Führungsmanagement hat sich auf einem hohen Niveau etabliert. Das gilt mit leichter Abschwächung auch für Produktionssysteme. Eine kontinuierliche Abschwächung der Bedeutung hat das Thema Leistungsbeurteilung und Leistungsentgelt erfahren. Hier schlagen sich wahrscheinlich die mittlerweile gewonnenen Erfahrungen und Umsetzungen der Unternehmen sowie die Unterstützung bei dem Thema durch die Verbände nieder.
Langsam, aber kontinuierlich steigt die Bedeutung der demografischen Entwicklung. Diese Veränderung ist vor allem auf die Antworten aus den Unternehmen zurück zu führen. Bei den Vertretern der Verbände verharrt die Einschätzung auf einem etwas unterdurchschnittlichen Niveau. Die Bedeutung des Themas wird möglicherweise durch die in manchen Unternehmen deutlicher werdenden Schwierigkeiten bei der Gewinnung von Fachkräften geprägt. Einzelheiten der Veränderungen zeigt Abbildung 2.
Differenzierte Bedeutung der Themen für die Teilnehmergruppen
Bei den Einzelthemen gibt es z.T. deutliche Unterschiede in der Bedeutungsein-schätzung zwischen den verschiedenen Teilnehmergruppen (vgl. Abb. 3). Diese dürften auf die unterschiedlich intensive Beschäftigung der Teilnehmeergruppen mit den Themen bedingt sein.
Generell schätzen die Vertreter der Wissenschaft die Bedeutung von Themen höher ein als der Durchschnitt, während Verbandsvertreter alle abgefragten Themen niedriger als der Durchschnitt einstufen. Besonders deutlich wird diese bei den Themen Arbeitszufriedenheit und Zielvereinbarung. Die stark unterschiedliche Einschätzung des Themas Arbeitszufriedenheit dürfte damit zusammenhängen, dass dieses Thema kaum eine Aufgabenstellung für die Verbände, wohl aber in den Unternehmen ist, weil es betriebsspezifisch behandelt werden muss. Im Vergleich zu den vorherigen Erhebungen sind die Abweichungen allerdings deutlich zurück gegangen.
Die Auswertung der Erhebung August 2010 im Einzelnen:
Das Wichtigste kurz und prägnant vorab
Das ifaa-Trendbarometer hat sich mit mehr als 450 Teilnehmern – vor allem aus der Wirtschaft – bei der dritten Erhebung als wichtiges Instrument zur Einschätzung der Relevanz von Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation und der Arbeitswissenschaft etabliert. Auch im Aufschwung zeigt sich, dass den Themen Prozessorganisation und kontinuierlicher Verbesserungsprozess – wie auch schon in Krisenzeiten – die größte Bedeutung beigemessen wird. Die Unternehmen erkennen auch, dass zu einer nachhaltigen Verbesserung der Prozesse ein konsequentes Führungsmanagement erforderlich ist. In der aktuellen Erhebung zeigt sich weiterhin ein Zuwachs in der Bedeutung der Themen ergonomische Arbeitsgestaltung sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz. Bei der Einschätzung der Bedeutung der Themen gibt es zwischen den Teilnehmergruppen Wirtschaft, Wissenschaft und Verbände zum Teil große Unterschiede.
Dritte Erhebung mit nochmaliger Steigerung der Teilnehmerzahl
In der Zeit von April bis Juni 2010 wurde die dritte Befragung zum ifaa-Trendbarometer „Arbeitswelt“ durchgeführt. Wie in den vorherigen Befragungen wurde die Bedeutung einzelner Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation und der Arbeitswissenschaft in der Wirtschaft, den Verbänden und der Wissenschaft erfasst. Beteiligt haben sich diesmal 454 Experten der Wirtschaft (85 %), der Verbände (7 %), der Wissenschaft (5 %) und sonstiger Bereiche (3 %). Im Vergleich zur vergangenen Erhebung ist die Zunahme auf eine größere Beteiligung aus der Wirtschaft (+ 40 Teilnehmer) und der Wissenschaft (+ 7 Teilnehmer) zurückzuführen.
Rangfolge der Einzelthemen
Das Einzelthema mit höchster Bedeutung ist nach den Angaben der Befragten nun schon zum dritten Mal die Prozessorganisation. Kaum minder wichtig ist der konti-nuierliche Verbesserungsprozess. Zu den bedeutsamsten Themen gehören auch weiterhin das Führungsmanagement und flexible Arbeitszeitmodelle. Es wird deutlich, dass in den Unternehmen die ständige Überprüfung von Abläufen und deren Verbesserung ein Dauerthema ist, das gerade von den Führungskräften große Anstrengungen hinsichtlich Zielorientierung und Nachhaltigkeit verlangt. Das kann nicht überraschen, denn insbesondere im zurückliegenden Abschwung der Wirtschaftsentwicklung spielt die Anpassung der Abläufe an die verringerten Auftragsvolumen eine wichtige Rolle.
Themen wie z. B. betriebliches Gesundheitsmanagement, Belastungs- und Zufriedenheitsanalyse sowie Belastungen durch Schichtarbeit werden von den befragten Experten im Vergleich zu den anderen arbeitswissenschaftlichen Themen eher als nicht so bedeutsam eingestuft. Abbildung 1 zeigt die abgefragten Themen und die Ergebnisse der Einstufungen.
Eine hohe Spannweite in den Antworten von sehr niedrigen bis zu sehr hohen Bedeutungen ist vor allem bei den Themen vorzufinden, die niedrige Bedeutung erlangt haben. Beim Thema demografische Entwicklung z. B. halten einige Experten das Thema für sehr wichtig, während andere eine sehr niedrige Bedeutung angegeben haben. Es zeigt sich kein eindeutiges Stimmungsbild.
Entwicklung der Bedeutung der Themen
Zusammen mit den bisherigen Befragungen kann bei 10 Themen eine Entwicklung der Bedeutsamkeit aufgezeigt werden. In der Rangfolge der Themen Prozessorganisation und kontinuierlicher Verbesserungsprozess hat sich keine Veränderung ergeben. Die Bedeutung des Themas Führungsmanagement scheint sich auf einem hohen Niveau zu festigen. Das gilt mit leichter Abschwächung auch für Produktionssysteme. Eine kontinuierliche Abschwächung der Bedeutung hat das Thema Leistungsbeurteilung erfahren. Hier schlagen sich vielleicht die zwischenzeitlich gesammelten Erfahrungen der Unternehmen und die Unterstützung bei dem Thema durch die Verbände nieder.
Den höchsten Bedeutungszuwachs erhielt das Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz. Es rückte in der Rangfolge am weitesten nach oben und steht in der Bedeutung vor Themen wie z. B. Produktionssysteme oder Leistungsbeurteilung und -entgelt. Es zeigt sich, dass die Einhaltung und Umsetzung der gesetzlichen Arbeitsschutzbestimmungen von den Unternehmen als wichtig angesehen wird. Zusätzliche freiwillige Aktivitäten zum Gesundheitsmanagement werden demgegenüber als nicht so wichtig eingestuft.
Im Mittelfeld der Bedeutung haben sich bei leichten Einbußen die Themen Leistungsbeurteilung und Industrial Engineering gehalten. Das Thema methodische Rationalisierung hat von allen abgefragten Themen am stärksten an Bedeutung abgenommen.
Einzelheiten der Veränderungen zeigt Abbildung 2. Einzelne Themen wurden erst in zwei Erhebungen erfragt.
Differenzierte Bedeutung der Themen für die Teilnehmergruppen
Bei den Einzelthemen gibt es z.T. erhebliche Unterschiede in der Bedeutungsein-schätzung zwischen den verschiedenen Teilnehmergruppen (vgl. Abb. 3).
Generell schätzen Vertreter der Wissenschaft die Bedeutung von Themen tendenziell höher ein als die Vertreter der Verbände. Verbandsvertreter bewerten Themen, die typische Verbandsaufgaben sind wie z. B. Leistungsbeurteilung oder flexible Arbeitszeitmodelle, höher als andere Themen. Wissenschaftler betonen dagegen eher zukunftsorientierte Themen wie z. B. Produktionssysteme, die auch in der Forschungsförderung gerade aktuell sind (vgl. Förderrichtlinie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zum Thema „Standortsicherung durch wandlungsfähige Produktionssysteme“).
Als Vorschläge für künftig abzufragende Themen wurden beispielsweise Zeitwirtschaft, Lebensarbeitszeitkonten, Prämienentlohnung, Kennzahlen und Unternehmens-produktivität genannt.
Die Auswertung der Erhebung Dezember 2009 im Einzelnen:
Das Wichtigste kurz und prägnant vorab
Das IfaA-Trendbarometer bietet mit mehr als 400 Teilnehmern – vor allem aus der Wirtschaft – die bedeutsamste und aktuellste Einschätzung zur Relevanz von Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation und der Arbeitswissenschaft. In der aktuellen Erhebung zeigte sich ein Zuwachs in der Bedeutung der bisher schon wichtigsten Themen Prozessorganisation und kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Die unbedeutenderen Themen Demografie und Belastung durch Schichtarbeit haben noch weiter an Bedeutung eingebüßt. In der Einschätzung der Wichtigkeit der Themen gibt es zwischen den Teilnehmergruppen Wirtschaft, Wissenschaft und Verbände zum Teil grosse Unterschiede.
Zweite Erhebung mit deutlicher Steigerung der Teilnehmerzahl
In der Zeit von Oktober bis Mitte Dezember 2009 wurde die zweite Befragung zum IfaA-Trendbarometer „Arbeitswelt“ durchgeführt. Wie in der ersten Runde wurde die Bedeutung einzelner Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation und der Arbeitswissenschaft in der Wirtschaft, den Verbänden und der Wissenschaft erfasst. Beteiligt haben sich insgesamt 415 Experten der Wirtschaft (83 %), Verbände (8 %), Wissenschaft (3 %) oder sonstiger Bereiche. Im Vergleich zum Frühjahr ist das eine Zunahme der Teilnehmerzahlen um 85%. Diese ist auf eine stärkere Beteiligung aus der Wirtschaft zurückzuführen (+ 200 Teilnehmer). Die Anzahl der Antworten aus der Wissenschaft ist etwa gleich geblieben, die Antworten aus den Verbänden waren rückläufig.
Rangfolge der Einzelthemen
Das Einzelthema mit höchster Bedeutung für die befragten Teilnehmer ist weiterhin die Prozessorganisation. Auch der kontinuierlicher Verbesserungsprozess wurde ähnlich bedeutsam eingestuft. Zu den bedeutsamsten Themen gehört aber auch das Führungsmanagement. Zum einen wird in den Unternehmen erkannt, dass die Einführung moderner Produktionsorganisation (z.B. Produktionssysteme) nicht nur Methodeneinsatz, sondern konsequente Führung verlangt. Zum anderen zeigt sich auch, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten hohe Erwartungen an die Führungskräfte gerichtet werden.
Arbeitswissenschaftliche Themen, die derzeit in den Medien präsent sind (z. B. demografische Entwicklung, Belastungen im Arbeitsumfeld und Gesundheitsmanagement) werden von den befragten Experten im Vergleich zu den anderen Themen eher als nicht so bedeutsam eingestuft. Die folgende Abbildung 1 zeigt die abgefragten Themen und die Ergebnisse der Einstufungen.
Die Spanne in den Antworten von sehr niedrigen bis zu sehr hohen Bedeutungen ist vor allem bei den Themen vorzufinden, die insgesamt die niedrigste Bedeutung erlangt haben. Die Einschätzung ist hier offensichtlich sehr unterschiedlich.
Entwicklung der Bedeutung der Themen
Es wurden 10 der insgesamt 16 Themen in den beiden Erhebungen in 2009 gleichlautend abgefragt. Bei diesen Themen kann eine Entwicklung der Bedeutsamkeit aufgezeigt werden. Themen, die schon beim ersten Mal die höchste Bedeutung hatten (Prozessorganisation, kontinuierlicher Verbesserungsprozess) verzeichnen eine weitere Zunahme der Wichtigkeit. Dieses gilt für alle Teilnehmergruppen. Hier zeigt sich, dass in der Krise eine Kostenreduzierung vor allem durch eine Reorganisation der Abläufe angestrebt ist.
Den höchsten Bedeutungszuwachs erhielt das Thema Führungsmanagement. Es rückte damit in den Rangfolge am weitesten nach oben. Auch das Thema Produktionssysteme wurde wichtiger eingestuft und steht damit aktuell an vierter Stelle der Beutsamkeit.
Die im Mittelfeld plazierten Themen wie Leistungsbeurteilung, methodische Rationalisierung und Leistungsentgelt sind in etwa konstant in der Wichtigkeit eingeschätzt worden. Eine deutliche Zunahme der Relevanz erhielt das Thema Zielvereinbarung. Es bleibt allerdings im Vergleich mit anderen Themen eher im mittleren Spektrum.
In der Bedeutung abgenommen haben vor allem Themen, die schon beim ersten Mal als eher unbedeutend angesehen wurden. Dazu gehören die demografische Entwicklung und die Belastung durch Schichtarbeit. Insgsamt kann festgestellt werden, dass im Vergleich zur Erhebung im Mai nun die Einschätzungen zu den bedeutsamen und weniger bedeutsamen Themen stärker differenziert sind. Siehe Abb. 2 (Download).
Differenzierte Bedeutung der Themen für die Teilnehmergruppen
Bei den Einzelthemen gibt es z. T. erhebliche Unterschiede in der Bedeutungseinschätzung unter den verschiedenen Teilnehmergruppen (vgl. Abb. 3).
Generell schätzen Vertreter der Wissenschaft die Bedeutung aller Themen eher höher ein als der Durchschnitt. Ausnahmen bilden wie in der ersten Erhebung die Themen Leistungsbeurteilung und Leistungsentgelt. Diese werden im Vergleich zu den anderen Antworten eher weniger wichtig eingeschätzt, sind auch weniger Gegenstand wissenschaftlicher Forschungen.
Als Vorschläge für künftig abzufragende Themen wurden beispielsweise Erhalt der Leistungsfähigkeit und –bereitschaft, Vertrauensarbeitszeit, Prämienentgeltgestaltung, Bemessung des Personalbedarfs, Wertstrom und Wertschöpfung und Motivation der Beschäftigten genannt. Diese Anregungen werden bei der Erstellung des Fragebogens zur nächsten Erhebung im April 2010 berücksichtigt werden.
Die Auswertung der Erhebung Mai 2009 im Einzelnen:
Das Wichtigste kurz und prägnant vorab
Die derzeitige Krise der globalen Wirtschaft zeigt uns, dass wandlungsfähige, verschwendungsarme und produktive Prozesse als Wettbewerbs- und Überlebensfaktor eines Unternehmens gelten. Wie die Umfrageauswertung zum IfaA-Trendbarometers „Arbeitswelt“ zeigt, werden konsequenterweise Themen des Industrial Engineering und Produktionsmanagement ein sehr hoher Stellenwert bescheinigt. In den Unternehmen haben Themen, wie z. B. Prozessorganisation und kontinuierliches Verbesserungsmanagement derzeit höchste Bedeutung. Eine höhere Bedeutung noch als diejenige der Themen, die augenblicklich die Schlagzeilen in den Medien bestimmen (z. B. demografischer Wandel, psychische Erkrankungen).
Erste Erhebung zum IfaA-Trendbarometer erfolgreich
Im Frühjahr 2009 stellte das IfaA erstmals den Fragebogen zum IfaA-Trendbarometer „Arbeitswelt“ vor, mit dem die Bedeutung einzelner Themen der Arbeitswissenschaft und des Industrial Engineering in der Wirtschaft, den Verbänden und der Wissenschaft erfasst werden sollte. Künftig wird es zweimal im Jahr eine solche Erhebung geben. An der ersten Runde haben sich im Erhebungszeitraum Mai bis Mitte Juli 2009 insgesamt 224 Experten der Wirtschaft (65 %), Verbände (22 %), Wissenschaft (6 %) oder sonstiger Bereiche beteiligt.
Bei den Oberthemen wurde dem „Produktionsmanagement“ die höchste Bedeutung beigemessen (bei einer vierstufigen Skalierung: „sehr niedrig“, „niedrig“, „hoch“, „sehr hoch“). 30 % aller Einstufungen hierzu entfielen auf die höchste Kategorie „sehr hohe Bedeutung“. Weitere 65 % der Antwortenden geben diesem Oberthema eine hohe Bedeutung. „Vergütungssysteme“ haben im Vergleich dazu eine nur geringfügig geringere Bedeutung zugewiesen bekommen. 85 % aller Antworten entfallen auf die Kategorien „sehr hoch“ oder „hoch“. An dritter Stelle stehen Themen der „Arbeitsgestaltung“. Sie werden von 66 % der Teilnehmer als „hoch“ oder „sehr hoch“ bedeutsam eingeschätzt. Arbeitszeitfragen werden im Vergleich dazu als nicht so wichtig eingestuft. Auf die beiden höchsten Einstufungen entfallen ca. 60 % aller Antworten. Siehe Abb. 1 (Download)
Die Auswertung in Abhängigkeit der Tätigkeitsbereiche der Teilnehmer zeigt, dass Vertreter der Wissenschaft den Themen der „Arbeitsgestaltung“ eine deutliche größere Bedeutung als der Durchschnitt aller Befragten beimessen. Eine geringe Bedeutung sehen die Wissenschaftler dagegen bei den Bereichen „Vergütungssysteme“ und „Arbeits- und Betriebszeit“. Diese beiden Themengebiete werden hingegen von Vertretern der Verbände höher als vom Durchschnitt eingeschätzt. Derzeit wichtigstes Thema der Wirtschaftsexperten ist das „Produktionsmanagement“, das von den Verbandsvertretern nach den „Vergütungssystemen“ als zweitwichtigstes Thema genannt wird.
Rangfolge der Einzelthemen
Das Einzelthema mit höchster Bedeutung für die befragten Teilnehmer ist die Prozessorganisation, gefolgt von der Leistungsbeurteilung und dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess.
Arbeitswissenschaftliche Themen, die derzeit in den Medien präsent sind (z. B. demografischer Entwicklung, psychische Erkrankungen, Muskel-Skelett-Erkrankung) werden von den befragten Experten eher im mittleren Bereich der Rangfolge bewertet. Am unteren Ende der Skala der Wichtigkeit platziert sich das Thema Vertrauensarbeitszeit und Belastung durch Schichtarbeit. Siehe Abb. 2 (Download)
Bei den Einzelthemen gibt es z. T. erhebliche Unterschiede in der Bedeutungseinschätzung unter den verschiedenen Teilnehmergruppen (vgl. Abb. 3).
Generell schätzen Vertreter der Wissenschaft die Bedeutung aller Themen eher höher ein als der Durchschnitt. Ausnahmen bilden die Themen Leistungsbeurteilung und Leistungsentgelt. Diese werden im Vergleich zu den anderen Antworten eher weniger wichtig eingeschätzt. Sie sind derzeit auch eher nicht Gegenstand wissenschaftlicher Arbeiten. Spiegelbildlich dazu verhalten sich die Antworten der Verbandsvertreter. Diese messen gerade diesen beiden Themen eine höhere Bedeutung als der Durchschnitt bei. Bei den übrigen Themen sehen sie die Bedeutung im Durchschnitt eher niedriger als die übrigen Teilnehmer. Detaillierte Vergleiche der Einschätzungen zu den Einzelthemen zeigt die Profildarstellung in Abbildung 3.
Die Möglichkeit der freien Themennennung wurde genutzt. Hierbei wurden u. a.Themen wie Ergonomie, flexible Arbeitszeitmodelle, Bonus-Regelungen, Wertstrom-Design, Personalentwicklung und Gesundheitsmanagement genannt.

