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ifaa Trendbarometer Arbeitswelt

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Sehr geehrte Damen und Herren,

die neue Erhebung zum ifaa-Trendbarometer findet ab März 2014 statt.

Bei Fragen zum ifaa-Trendbarometer wenden Sie sich bitte an:

Norbert Baszenski
Telefon: 0211 542263-36
E-Mail: n.baszenski(at)ifaa-mail.de

Die Auswertung der Erhebung Dezember 2013 im Einzelnen

Kontinuierliche Prozessoptimierung ist derzeit das bedeutendste Thema der Arbeits- und Betriebsorganisation

Das Wichtigste kurz und prägnant vorab

  • Das Thema Prozessorganisation ist für die befragten Experten aus Unternehmen, Wissenschaft und Verbänden aktuell das wichtigste Thema der Arbeitsorganisation. Diese Einschätzung gilt unabhängig von der Unternehmensgröße. Das Themenfeld war in neun der bisher durchgeführten zehn Umfragen an erster oder zweiter Stelle. Es wird sicher auch künftig eine sehr wichtige Aufgabe der Arbeitswissenschaft und der Betriebsorganisation bleiben, die betrieblichen Abläufe und Prozesse ständig zu verbessern.
  • Inhaltlich im engen Zusammenhang steht das zweitplazierte Thema kontinuierliche Verbesserung. Auch diese Aufgabe wurde in allen zehn Erhebungen bisher unter den Top-5-Themen gelistet. Die Unternehmen haben offensichtlich erkannt, dass es ständiger Anstrengungen bedarf, um betriebliche Abläufe Schritt für Schritt zu optimieren.
  • Deutliche Abwertungen im Vergleich zur diesjährigen Frühjahrserhebung gab es bei den lange Zeit die öffentliche Diskussion dominierenden Themen arbeitsbezogene psychische Belastung, demografische Entwicklung und betriebliches Gesundheitsmanagement.
  • Das erstmals abgefragte Thema Prozessoptimierung in Büro-Bereichen hat im Vergleich zu den anderen Themen nur eine untergeordnete Bedeutung, obwohl in manchen Unternehmen der größere Anteil der Beschäftigten in diesen Bereichen arbeitet. Hier sind künftig größere Anstrengungen notwendig, um auf die dort noch vorhandenen Potenziale hinzuweisen.
  • Die Expertenzahl der Befragung hat sich mit 600 Teilnehmer konsolidiert. 80 % der Antworten kommen von betrieblichen Experten.

Die Teilnehmerzahl der Herbsterhebung 2013 hat sich mit rund 600 Teilnehmern konsolidiert

Das ifaa-Trendbarometer „Arbeitswelt“ gibt Auskunft über die Bedeutung von Themen der Arbeits- und Betriebsorganisation sowie der Arbeitswissenschaft. In der Zeit von Mitte September bis kurz vor Weihnachten 2013 haben sich dieses Mal rund 600 Personen aus Wirtschaft, Verbänden und Wissenschaft an der Befragung beteiligt. Die Experten, die ihre Einschätzungen abgegeben haben, kamen überwiegend aus der Wirtschaft (80 %). Darüber hinaus haben sich aus den Verbänden 10 %, der Wissenschaft 2 % und aus sonstigen Bereichen 7 % beteiligt. Diese Zusammensetzung entspricht in etwa derjenigen der vergangenen Erhebungen.

Bei den Teilnehmern aus der Wirtschaft wurde auch die Betriebsgröße der Unternehmen erfasst. Die meisten Rückläufe stammen mit einem Anteil von 45% aus Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigen (Unternehmen mit 100 bis 499 Beschäftigten 38%, Unternehmen mit bis zu 99 Beschäftigten 17%).

Rangfolge der Einzelthemen

In der Herbsterhebung 2013 haben sich gegenüber der vorherigen Befragung vor allem bei den Top-Themen einige deutliche Veränderungen ergeben. Das Thema Prozessorganisation ist in der Rangfolge vom dritten Platz wieder auf den ersten Platz gerückt und hat das bisherige Top-Thema Führungsmanagement auf den dritten Rang verdrängt. Diese Einschätzung gilt bei den Unternehmensvertretern unabhängig von der Betriebsgrößenklassen. Auch die Wissenschaftsvertreter sehen das Thema an erster Stelle. Nahezu unverändert ist die Bedeutung des zweitplatzierten Themas kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Die Arbeitszeitflexibilität hat absolut etwas an Wichtigkeit eingebüßt, rangiert aber weiterhin an dritter Stelle. Überraschend ist das vorherige Thema Führungsmanagement auf dem vierten Rang gelandet. Es war im Frühjahr noch als das wichtigste Thema angesehen worden. An Bedeutung zugenommen haben die nächstplatzierten Themen gesetzlicher Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie Produktionssysteme. Die Bedeutung des vor einem Jahr noch wichtigsten Themas Arbeitszufriedenheit wurde nun nur noch im oberen Mittelfeld gesehen. Die Bewertung ist über die Betriebsgrößen so einheitlich wie bei kaum einem anderen Thema. Unverändert im Mittelfeld der Bedeutung der abgefragten Themen wird die ergonomische Arbeitsgestaltung gesehen. Das gilt auch für die Leistungsbeurteilung.

Deutliche Abstufungen gab es bei den lange Zeit die öffentliche Diskussion dominierenden Themen arbeitsbezogene psychische Belastung, demografische Entwicklung und betriebliches Gesundheitsmanagement. Sie liegen im unteren Drittel der Wichtigkeit. Diese Themen sind bei größeren Unternehmen allerdings deutliche wichtiger als bei kleineren. Beim Gesundheitsmanagement ist der Unterschied am größten.

Das erstmals abgefragte Thema Prozessoptimierung in Büro-Bereichen ist entgegen den Erwartungen bei den letztplatzierten Themen gelandet. Ähnlich gering bedeutsam wurden die alternsgerechten und die lebensituationsabhängigen Arbeitszeiten eingeschätzt. Das Schlußlicht bildet der Einsatz von Werkverträgen. Es hat im Vergleich zur Frühjahrsumfrage nochmals an Bedeutung verloren. Auch bei diesem Thema spielt die Unternehmensgröße für die Einschätzung eine Rolle. Für kleinere Unternehmen ist es eher unwichtig. (Abb. 1)

Entwicklung der Bedeutung der Themen

Die abgefragten Themen variieren zwischen den einzelnen Erhebungen nur geringfügig. Einen Trend zur Entwicklung der Bedeutung abzuleiten ist daher nur begrenzt möglich. Für die Themen, die über alle bisherigen Umfragen abgefragt wurden, kann jedoch eine Tendenz aufgezeigt werden. Eher zugenommen hat über die Jahre die Bedeutung von Themen, die sich mit der Gesundheit und Gesunderhaltung der Beschäftigten befassen: Ergonomie, Gesundheitsschutz und Demografie. Sie liegen aber im Vergleich zu anderen Themen eher im Mittelfeld der Bedeutung.

Tendenziell gleichbleibende Bedeutung – allerdings auf hohem Niveau – hat ein Thema aus der Gruppe der Top 5-Themen: Prozessorganisation. Es war in neun der bisher durchgeführten zehn Umfragen an erster oder zweiter Stelle. Es wird sicher auch künftig eine sehr wichtige Aufgabe der Arbeitswissenschaft und der Betriebsorganisation bleiben, die betrieblichen Abläufe und Prozesse ständig zu verbessern. Auch die Themen Produktionssysteme und kontinuierlicher Verbesserungsprozess sind in der Bedeutungseinschätzung auf hohem Niveau in etwa konstant. Im unteren Drittel der bedeutsamen Themen ist auch die Zielvereinbarung in den vergangenen zwei Jahren stabil eingeschätzt worden.

Tendenziell eher abnehmende Bedeutung haben die Themen, Arbeitszeitflexibilität, betriebliches Gesundheitsmanagement sowie Leistungsbeurteilung und –entgelt. t und Arbeitszufriedenheit. Sie gehören nach Bedeutung sortiert aber weiterhin zum Mittelfeld. (Abb. 2)

Bedeutung der Themen in Abhängigkeit der Unternehmensgröße

Die Erhebung soll auch aufzeigen, inwieweit in kleineren Unternehmen im Vergleich zu Großunternehmen andere Themen bedeutsam sind. Wie in den vorherigen Befragungen zeigt sich, dass Vertreter kleinerer Unternehmen stärker zwischen wichtigen und weniger wichtigen Themen differenzieren. Kaum Unterschiede in der Bewertung der Bedeutung der einzelnen Themen gibt es beim Leistungsentgelt und der Prozessoptimierung in Büro-Bereichen. Hier sind sich Kleinunternehmen und Großunternehmen sehr einig. Das einzige Thema, dass für kleinere Unternehmen eine höhere Bedeutung als für Großunternehmen hat, ist die Leistungsbeurteilung.

Die größten Unterschiede in der Einschätzung zwischen den Unternehmensgrößen gibt es bei den Themen alternsgerechte Arbeitszeiten, betriebliches Gesundheitsmanagement, Produktionssysteme, lebens-situationsabhängige Arbeitszeiten und Einsatz von Werkverträgen. Diese Themen gehören für kleinere Unternehmen offensichtlich nicht zu den Themen, die bedeutsam für den betrieblichen Erfolg sind. Der konkrete Nutzen ist aus Unternehmenssicht sind nachgewiesen und ist eher eine Frage der Unternehmenspolitik.

Auch bei den Themen Führungsmanagement, demografische Entwicklung und Prozessgestaltung sind die kleinen Unternehmen zurückhaltender in der Bedeutungseinschätzung als Großunternehmen. (Abb. 3)