Wie funktioniert KI in meinem Betrieb? ifaa veröffentlicht gemeinsam mit Projektpartnern die Umsetzungshilfen Arbeit 4.0

"Die Umsetzungshilfen Arbeit 4.0 bieten Betrieben sozialpartnerschaftlich abgestimmte Gestaltungsempfehlungen von Experten aus der Wissenschaft und aus der betrieblichen Praxis zur Einführung künstlicher Intelligenz in den Betrieb. Ein so umfassendes Werk gibt es bisher nicht. Es ist eine ausgezeichnete Chance für Betriebe die Arbeit der Zukunft intelligent zu gestalten", so Dr. Martina Frost, wissenschaftliche Expertin und Projektleiterin am ifaa für das Verbundprojekt Prävention 4.0 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Praxis wurden die Gestaltungsempfehlungen zur produktiven und präventiven Einführung künstlicher Intelligenz in Betrieben aktuell veröffentlicht. Kostenloser Download: https://www.arbeitswissenschaft.net/fileadmin/Downloads/Angebote_und_Produkte/Checklisten_Handlungshilfen/Umsetzungshilfen_Arbeit4.0.pdf

Düsseldorf, 2.5.2019 - Übernimmt KI die Führung? Prof. Dr. Stowasser, Direktor des ifaa - gibt hierauf die Antwort: „Wichtig ist, dass Unternehmen die Einführung von KI in den Betrieb bewusst begleiten und gestalten, so dass KI nicht unbemerkt die Steuerung von Prozessen übernehmen kann. Deswegen haben wir Hilfen für kleine und mittlere Betriebe entwickelt, mit Empfehlungen, wie künstliche Intelligenz (KI) erfolgreich genutzt werden kann“. Entwickelt wurden diese von Experten aus Forschung, Betrieben und Verbänden im Rahmen des dreijährigen BMBF-Forschungsprojekts „Prävention 4.0“. Zielgruppe der Gestaltungsempfehlungen sind Experten und interessierte Fachleute aus mittelständischen Betrieben und Interessenvertretungen sowie Berater.

Hintergrundinformationen, Chancen und Gefahren, Gestaltungsmaßnahmen – alles auf einen Blick

Die 79 Umsetzungshilfen geben Hintergrundinformationen, beschreiben die Chancen und Gefahren, die mit der Integration von KI-Anwendungen entstehen und welche Gestaltungsmaßnahmen hilfreich sein können. Sie geben ganz konkrete Hinweise zu Themen wie Strategie, Unternehmensführung, Betriebsklima, Arbeitsorganisation oder Sicherheit und Gesundheit im Umgang mit KI. Ebenso gehen sie auch auf ethische Grundlagen von KI-Systemen im Betrieb ein. „Führungskräfte und Beschäftigte müssen keine IT-Experten werden, um die Chancen und Gefahren von KI erkennen zu können,“ meint Stowasser, „sie sollten aber die wesentlichen Gestaltungs-Kriterien kennen, um die Stärken von KI-Systemen im Betriebsalltag nutzen zu können.“

 

Statements zu den Umsetzungshilfen „Arbeit 4.0“

Prof. Dr. Sascha Stowasser, Direktor des ifaa - Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e.V., Düsseldorf: „KI bietet den Unternehmen in Deutschland allerhand Chancen. So können neue innovative Geschäftsmodelle entstehen, Routinetätigkeiten, Kosten und Fehler reduziert und auch Sicherheit und Gesundheit verbessert werden. Für die Beschäftigten bedeutet der Einsatz von KI noch mehr Flexibilität, anspruchsvollere Tätigkeiten, individuell angepasste Informationen sowie Erleichterung bei monotonen geistigen Routinetätigkeiten. Wichtig ist, dass besonders kleine und mittlere Unternehmen sich mit der Integration von KI-Anwendungen in den Betrieb beschäftigen. Das Forschungsprojekt Prävention 4.0 bietet hierzu mit den Umsetzungshilfen Arbeit 4.0 erstmalig konkrete Gestaltungsempfehlungen zur Einführung von KI und damit zur Nutzung der Potenziale von KI bei der Arbeitsgestaltung an.“

 

Prof. Dr. Friederike Welter, Präsidentin des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn: „Die rasante Entwicklung innerhalb der digitalen Transformation stellt die Führungskräfte im Mittelstand fast täglich vor neue Herausforderungen – nicht nur im Hinblick auf die technologischen Möglichkeiten, sondern auch hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Betriebsorganisation und Mitarbeiterführung. Die verschiedenen Umsetzungshilfen, die die Partner des Projekts "Prävention 4.0" in den vergangenen drei Jahren erarbeitet haben, sind daher eine wertvolle Hilfe für die Führungskräfte in den mittelständischen Unternehmen: Denn sie zeigen nicht nur die Chancen und Risiken auf, sondern geben auch konkrete Handlungshilfe."

Oleg Cernavin, Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Mittelstand – Gesellschaft – Verantwortung“; Konsortialführer des BMBF-Forschungsprojekts Prävention 4.0: „Im reflexiven Umgang mit smarten Daten und Modellen der KI haben wir Nachholbedarf. Die Stärken unserer mittelständischen Wirtschaft werden dann bewahrt und ins Spiel gebracht, wenn die Betriebe die KI gezielt einsetzen. Wir sollten uns nicht treiben lassen von den Plattformen und Entwicklungen, sondern KI klug und bewusst nutzen. Dazu leisten die Umsetzungshilfen Arbeit 4.0 einen sehr praxisnahen Beitrag.“

Welf Schröter, Leiter des Forums Soziale Technikgestaltung: „Ein Umbau der Arbeitswelten im Rahmen der digitalen Transformation wird in den Unternehmen, Dienstleistungszentren und Verwaltungen dann gelingen, wenn Führungskräfte und Betriebs- bzw. Personalräte den Weg einer kooperativen Gestaltungskultur einschlagen. Dazu müssen auf beiden Seiten Gestaltungskompetenzen und transparente Verfahrensregeln gestärkt werden, die ein nach vorne offenes Experimentieren auf der Basis vereinbarter sozialer Standards ermöglichen. Aus Sicht des projektbeteiligten „Forum Soziale Technikgestaltung“ gehören zu den sozialen Innovationen beispielhaft die Umsetzungshilfen 2.1.4 „4.0-Prozesse und agiles kooperatives Change Management“ wie auch 2.4.5 „CPS-gesteuerte Wertschöpfungsketten“. Aus der Sicht der Betriebsräte stellen die Mitbestimmung, die Qualifizierung sowie der Arbeits- und Gesundheitsschutz zentrale Erfolgsfaktoren des digitalen Wandels dar.“

 

Verbundprojekt Prävention 4.0

Das Verbundprojekt „Prävention 4.0“ (wwwe.praevention40.de) entwickelt Hilfen für kleine und mittlere Betriebe zur Bewältigung und Nutzung der künstlichen Intelligenz. Es wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und betreut vom PTKA Projektträger Karlsruhe, Karlsruher Institut für Technologie. Zum sozialpartnerschaftlich zusammen gestellten Verbundprojekt gehören folgende Akteure: BC GmbH Forschung, Forum Soziale Technikgestaltung, ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V., Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung – BGF GmbH, IfM Bonn – Institut für Mittelstandsforschung, itb – Institut für Technik der Betriebsführung im Deutschen Handwerksinstitut e. V., sfs – Sozialforschungsstelle/TU Dortmund, VDSI – Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit e. V.

Die Offensive Mittelstand

Alle Institute des Verbundprojektes „Prävention 4.0“ sind Partner der „Offensive Mittelstand“ (OM), die auch Herausgeber der Umsetzungshilfen Arbeit 4.0 ist. Derzeit arbeiten über 400 Partner in der „Offensive Mittelstand“ mit, unter anderem Bund und Länder, Unternehmerverbände, Fachverbände, Innungen, Handwerkskammern, Gewerkschaften, Berufsgenossenschaften, Krankenkassen, Forschungsinstitute und Dienstleister. Die OM fördert eine erfolgreiche, mitarbeiterorientierte Unternehmensführung durch die Entwicklung von OM-Praxisvereinbarungen und Selbstbewertungschecks zu allen Themen betrieblichen Managements, bietet vielfältige regionale Unterstützungsstrukturen speziell für den Mittelstand und fördert die Zusammenarbeit der Partner. Die Offensive Mittelstand ist das unabhängige Mittelstandsnetzwerk der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA). Träger der Offensive Mittelstand ist die Stiftung „Mittelstand – Gesellschaft – Verantwortung“.
Mehr Informationen: www.offensive-mittelstand.de

Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an Dr. Martina Frost (m.frost(at)ifaa-mail / 0211 542263-43).

 

Christine Molketin M.A.

Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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