ifaa zur Aktionswoche Alkohol*: Alkohol im betrieblichen Umfeld – Alles andere als feucht-fröhlich!

Alkohol im Betrieb? „Die Auseinandersetzung mit dem Thema Alkoholabhängigkeit kann erst einmal mit Verunsicherung verbunden sein. Trotzdem gilt: Je eher Verhaltensauffälligkeiten oder Leistungsminderungen angesprochen werden, die im Zusammenhang mit Alkoholproblemen stehen könnten, desto eher kann dem Betroffenen geholfen werden“, so Dr. Catharina Stahn, wissenschaftliche Expertin des ifaa. Wie können Unternehmen damit umgehen?
 

Düsseldorf, 6.5.2019 -  „Alkohol ist dein Sanitäter in der Not“ sang schon Herbert Grönemeyer. Viele greifen zu häufig zum Glas. Über 1,7 Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig. Hinzu kommen etwa 1,6 Mio. Menschen, die regelmäßig so viel Alkohol konsumieren, dass Alkoholmissbrauch vorliegt. Von Alkoholmissbrauch wird dann gesprochen, wenn der Konsum zu körperlichen, psychischen und sozialen Schäden führt. Im Jahr 2017 fehlten laut BKK-Gesundheitsbericht Männer durchschnittlich 37 Tage im Betrieb aufgrund „psychischer und Verhaltensstörungen durch Alkohol“, Frauen 36 Tage. Männer sind sowohl bei Alkoholmissbrauch als auch bei der Abhängigkeit häufiger als Frauen betroffen.

Wie wirken sich Alkoholmissbrauch- oder Abhängigkeit im beruflichen Umfeld aus?

  • Die Unfallgefahr erhöht sich unter Alkoholeinfluss deutlich.
  • Alkoholeinfluss und Minderung der Arbeitsleistung stehen in einem starken Zusammenhang.
  • Die durch Alkoholabhängigkeit entstehenden betrieblichen Kosten sind ebenfalls nicht zu unterschätzen.

Was können Betriebe konkret tun?

  • Führungskräfte sind aufmerksam, so dass sie Verhaltens- oder Leistungsänderungen ihrer Beschäftigten wahrnehmen können. 
  • Führungskräfte sprechen Alkoholprobleme an.
  • Im Unternehmen heißt die eindeutige Botschaft: Null Toleranz für Alkohol- und Drogenmissbrauch!
  • Beschäftigte und Führungskräfte werden über die dramatischen Auswirkungen von Alkoholabhängigkeit und -Missbrauch informiert (z.B. im Rahmen von Betriebsversammlungen oder Kampagnen)
  • Unternehmen können zum Thema „Gesundheit und Suchtprävention“ eine Betriebsvereinbarung abschließen, die verbindliche Vorgaben enthält.

Außerdem ist der Umgang mit „Abhängigkeit“ gesetzlich geregelt: Die DGUV Vorschrift 1 (Unfallverhütungsvorschrift, Grundsätze der Prävention) enthält dazu verbindliche Regeln für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Der Arbeitgeber muss zum Beispiel eingreifen, wenn ein Beschäftigter akut unter Alkoholeinfluss steht und seine Arbeit nicht ohne Gefahr für sich oder andere ausführen kann. Er muss dann seinen Arbeitsplatz verlassen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Christine Molketin unter c.molketin(at)ifaa-mail.de /0211 542263-26. Gerne vermitteln wir auch Interviews mit unseren Experten.

*Vom 18.-26.5.2019 läuft die „Aktionswoche Alkohol“ – eine Präventionskampagne, die alle zwei Jahre durchgeführt und unter anderem von der deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e. V. und der BARMER getragen wird. Mehr zur Kampagne erfahren Sie unter www.aktionswoche-alkohol.de/

 

Literatur

BKK (2018) BKK Gesundheitsreport 2018. https://www.bkk-dachverband.de/publikationen/bkk-gesundheitsreport.html. Zugegriffen: 05. März 2019

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV) (Hrsg.) (2013) DGUV Vorschrift 1. Grundsätze der Prävention. https://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/1.pdf. Zugegriffen: 05. April 2019

Deutsche Stelle für Suchtfragen e.V. (2014) Alkohol am Arbeitsplatz. Die Auswirkungen von Alkoholkonsum. www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Factsheets/2014_Alkohol-am-Arbeitsplatz.pdf. Zugegriffen: 02. April 2019

 

 

 

 

Christine Molketin M.A.

Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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