Hybride Wertschöpfung und dazu passende Arbeitsgestaltung werden am ifaa erforscht

Die Erweiterung von Produkten um datenbasierte Zusatzleistungen wird als hybride Wertschöpfung bezeichnet. Wie Unternehmen damit Geld verdienen können und wie die Arbeitsgestaltung dazu aussehen muss, wird am ifaa im gerade gestarteten Projekt AnGeWaNt erforscht.

Düsseldorf, 30.01.2019 - Das Forschungsprojekt »AnGeWaNt – Arbeit an geeichten Waagen für hybride Wiegeleistungen an Nutzfahrzeugen« startete am 18. Januar 2019. Drei Jahre lang richtet es sich auf die Erschließung von Potenzialen des Einsatzes der Digitalisierung zur

  • Hybridisierung von Geschäftsmodellen,
  • Unterstützung von Eichprozessen (Metrologie) sowie zur
  • innovativen Weiterentwicklung und Anpassung der Arbeitsgestaltung.

Gemeinsam mit Unternehmen, die am Projekt beteiligt sind, werden Vorgehensweisen zur Hybridisierung von Geschäftsmodellen entwickelt und exemplarisch am Beispiel von Waagen an Nutzfahrzeugen getestet. Bei AnGeWaNt geht es darum, geeichte Waagen an Nutzfahrzeugen und ihren Anbauteilen einzusetzen, um die entstehenden Daten mit weiteren Informationen zu verknüpfen, so dass sie wertschöpfenden genutzt werden können – bspw. zur nutzungsabhängigen Abrechnung, bedarfsabhängigen Wartung und Instandhaltung, für Benchmarking, um die Arbeitssicherheit zu verbessern, Arbeitsprozesse zu optimieren etc. Damit wird ein wesentlicher Beitrag zur wirtschaftlichen Verwendung der im Bundesverkehrswegeplan für den Infrastrukturerhalt und -ausbau vorgesehenen Mittel von rund 265 Milliarden Euro geleistet*. Im Projekt wird außerdem daran gearbeitet, metrologische Prozesse für regelmäßiges/bedarfsgerechtes Eichen der Waagen digital zu unterstützen. Zur Verdeutlichung: In Deutschland tragen 160 Millionen Messgeräte des gesetzlichen Messwesens bis zu 157 Milliarden Euro zum Bruttoinlandsprodukt bei**.

Das ifaa ist Konsortialführer, koordiniert das Forschungsprojekt und begleitet alle arbeitswissenschaftlichen Fragestellungen. Diese reichen von einer bedarfsgerechten Aufbau- und Ablauforganisation bis hin zur Gestaltung von Arbeitsplätzen und zur Schulung von Beschäftigten.

Zudem sind am Verbund beteiligt: das Zentrum für Innovation und Technik in NRW (Zenit GmbH), die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), die PFREUNDT GmbH (Waagen), die Hermann Paus Maschinenfabrik GmbH (Nutzfahrzeuge) sowie die Kinshofer GmbH (Anbauteile für Nutzfahrzeuge).

Weitere Informationen erhalten Sie über Christine Molketin (c.molketin(at)ifaa-mail.de / 0211 542263-26).

Dieses Forschungs- und Entwicklungs­projekt wird im Rahmen des Programms „Zukunft der Arbeit“ (Förder­kenn­zeichen: 02L17B050) vom Bundes­ministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Europä­ischen Sozial­fonds (ESF) gefördert und vom Projekt­träger Karls­ruhe (PTKA) betreut. Die Verant­wortung für den Inhalt dieser Veröffent­lichung liegt bei den Autoren.

* Bundesverkehrswegeplan (2016) Herausgeber: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Berlin

** Leffler N, Thiel F (2013) Im Geschäftsverkehr das richtige Maß – Das neue Mess- und Eichgesetz, Schlaglichter der Wirtschaftspolitik – Monatsbericht November 2013, Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), S. 24-28, www.bmwi.de/DE/Mediathek/online-magazin.html

 

 

Christine Molketin M.A.

Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: +49 211 542263-26
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