Führung und Unternehmenskultur sollen sich verändern – Betriebe der Metall- und Elektroindustrie setzen auf praxisbezogene Tools

„In einer deutschlandweiten Online Befragung geben 72% der befragten Fach- und Führungskräfte an, dass sie die Führungskultur in ihrem Betrieb verändern möchten,“ so Dr. Martina Frost, wissenschaftliche Expertin am ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft. „Denn Führung und Unternehmenskultur sind zentrale Einflussfaktoren für eine erfolgreiche Einführung digitaler Technologien in den Betrieb.“

Das wissen auch die Betriebe der Metall- und Elektroindustrie und nutzen diese Potenziale. Um die Führungskräfte auf die Einführung neuer digitaler Technologien vorzubereiten, kommen dabei im Wesentlichen Workshops/Seminare sowie Trainings- und Coaching-Maßnahmen zum Einsatz.

 Düsseldorf, 11.12.2019

Ziel der vom ifaa durchgeführten Befragung* war es zu ermitteln, ob die durch die digitalen Technologien angenommenen Veränderungen für Führungskräfte und in der Unternehmenskultur in den Betrieben der M+E Industrie wahrgenommen werden bzw. dort tatsächlich angekommen sind. „Wir wollten wissen, was die Betriebe konkret tun, um Führungskräfte auf die sozio-technologischen Veränderungen vorzubereiten“, so Frost.

 

Zentrale Ergebnisse der Befragung sind:

  • Die Einführung digitaler Technologien hat laut 81 % der Befragten die Anforderungen an die Führungskräfte verändert. Diese Anforderungen haben sich in großen Unternehmen eher verändert als in kleinen Unternehmern.
  • 72% der Befragten beantworten die Frage, ob Sie die Führungskultur in Ihrem Betrieb verändern wollen, mit „ja“.
  • Die Veränderungen zeigen sich nach Aussage der Befragungsteilnehmer am deutlichsten in den Bereichen der Fertigung (13%), der Planung und Steuerung (12%) und der Logistik (11%; Mehrfachnennungen möglich).
  • Besonders gefordert wird dabei, nach Ansicht der Befragten, das mittlere Management (48%) und das untere Management (38%). Nur 14% sehen das obere Management als durch die Einführung der neuen Technologien besonders gefordert an. Dabei wird in größeren Unternehmen das obere Management weniger durch die Einführung digitaler Technologien gefordert als in kleineren Unternehmen.
  • Um die Führungskräfte bei diesen Veränderungen zu unterstützen, geben 56% der Teilnehmer an, dass in ihrem Betrieb bereits Mittel und Methoden hierzu im Einsatz sind. Diese sind im Wesentlichen Schulungen, Trainings und Workshops.
  • Auf die Frage, welche Methoden die Betriebe als hilfreich erachten, um den Wandel im Betrieb bzw. bei den Führungskräften zu begleiten, geben die Befragten an, dass Workshops und Seminare (25%) sowie Trainings (24%) und Coaching (16%) als größte Hilfestellung angesehen werden. Es wird deutlich, dass insbesondere diejenigen Mittel und Methoden als hilfreich eingestuft werden, die einen hohen Praxisbezug haben.

Inhaltlich können in diesen Workshops und Trainings zum einen Informationen zum Umgang mit den digitalen Technologien vermittelt werden (zum Beispiel zum Datenschutz oder zu Kriterien, nach denen intelligente Software entscheidet) zum anderen können konkrete Verhaltensweisen und Kompetenzen erlernt und trainiert werden. Beispielsweise wie mit den digitalen Technologien im Gefahrenfall umzugehen ist (wer steuert im Notfall Mensch oder Software) oder aber auch wie sich neu zur Verfügung stehenden Daten und Informationen der digitalen Tools bei Entscheidungen sinnvoll nutzen lassen.

 

Weitere Informationen, zu Maßnahmen einer produktiven und gesunden Gestaltung von Führung und Unternehmenskultur im digitalen Wandel zum kostenlosen Download finden Sie hier:

www.offensive-mittelstand.de/fileadmin/user_upload/pdf/uh40_2019/1_2_1_fuehrung_und_4.0prozesse.pdf

www.offensive-mittelstand.de/fileadmin/user_upload/pdf/uh40_2019/1_5_1_unternehmenskultur.pdf

…oder erhalten Sie über Christine Molketin (c.molketin(at)ifaa-mail.de/ 0211 542263-26)

* Die deutschlandweite Befragung wurde internetgestützt mit der Plattform SoSci Survey durchgeführt. Insgesamt nahmen 178 Personen im Zeitraum von Mai bis August 2019 an der Befragung teil. Die befragten Fach- und Führungskräfte stammen überwiegend aus der Geschäftsführung und Produktionsleitung sowie den Bereichen Personal, Logistik und Industrial Engineering. 17% der Befragungsteilnehmer arbeiten in kleinen und mittleren Betrieben (<250 Mitarbeiter), die Mehrheit, 83% der Teilnehmer stammt aus großen Unternehmen mit 250 bis >1000 Beschäftigten. Die Befragung erfolgte im Rahmen des BMBF-Forschungsprojekts Transwork (Förderkennzeichen 02L15A164).

Christine Molketin M.A.

Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: +49 211 542263-26
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