Ein Schachmeister spricht über KI - was wir für die Arbeitswelt lernen können

Kürzlich fand in Berlin die Future Work Convention statt. Unter den Eröffnungsrednern war der ehemalige Schachweltmeister Garry Kasparov. Er beschrieb Schach als frühen Gegenstand von KI-Bemühungen und zeigte Möglichkeiten der KI für die Arbeitswelt auf. „Entscheidend ist es, das Potenzial von Maschine und Mensch zu nutzen. KI ist nicht der Feind des Menschen, sondern unterstützt diesen in seiner Tätigkeit,“ so Dr. Tim Jeske, wissenschaftlicher Experte des ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft. Eine etwas andere Betrachtung.

Düsseldorf, 20.11.2019

Das Schachspiel war bereits früh eine Herausforderung für die Entwicklung von Computersystemen. Neue Methoden und Funktionsprinzipien wurden anhand dieses und weiterer Spiele (bspw. Go) immer wieder erprobt, bis es den Entwicklern gelang, mit ihrer Software menschliche Meister zu besiegen.

Kasparov betonte, dass es bei solchen Entwicklungen stets darum geht, Dinge bzw. Abläufe zu verbessern. Um dies zu erreichen, müssen Maschinen nicht unbedingt die gleichen Vorgehensweisen verwenden wie der Mensch. Schließlich sind die individuellen Stärken von Mensch und Maschine unterschiedlich. Der Mensch ist kreativ und kann intuitiv handeln – die Maschine weist große Rechenleistungen mit hoher Zuverlässigkeit auf.

Die geschickte Kombination dieser Stärken ist entscheidend für den Erfolg der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine. Die Gestaltung der Zusammenarbeit hat dabei größeren Einfluss als die individuellen Stärken von Mensch und Maschine.

Die Abkürzung AI für „Artificial Intelligence“ sollte eher als „Augmented Intelligence“ verstanden werden, damit deutlich wird, dass AI/KI menschliches Zutun erfordert und letztlich ein Werkzeug ist, das den Menschen in seiner Tätigkeit unterstützt. Während Teleskope zur Erweiterung unserer Sicht dienen, dient AI/KI unserer Intelligenz als Hilfsmittel „AI augments our minds“. Übertragen ins Deutsche entspricht KI daher nicht Künstlicher Intelligenz, sondern eher Kollaborativer Intelligenz.

Relevante Fragestellungen aufzuwerfen und mit Unterstützung durch KI zu beantworten, ist und bleibt daher die zentrale Aufgabe des Menschen. Ein Verständnis für den Umgang mit großen Datenmengen und entsprechenden technischen Hilfsmitteln (Computer, KI-Software) ist daher wichtig und schafft die Grundlage für zukünftige Jobprofile zu Aufgaben, die es heute noch nicht gibt.

Weitere Informationen befinden sich auf der Website des ifaa: https://www.arbeitswissenschaft.net/themenfelder/kuenstliche-intelligenz-lernende-systeme/

 

Der vollständige Vortrag von Garry Kasparov ist frei verfügbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=WPWmP8qQ2Ck

Christine Molketin M.A.

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