Lean Management sichert Industriequote und die damit verbundene Beschäftigung

„Die Prinzipien und Maßnahmen Ganzheitlicher Produktionssysteme und des Lean Managements stärken die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes Deutschland und damit auch die Beschäftigung von Mitarbeitern aller Altersgruppen in der Produktion“, erklärt Dr. Frank Lennings, Leiter des Fachbereichs Unternehmensexzellenz am Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. (ifaa). Die Gründe dafür erläuterte er in seinem Vortrag „Wie Produktionsarbeit in Deutschland halten“ im Forum "Produktionsarbeit in Deutschland - mit alternden Belegschaften" anlässlich der A+A 2017 in Düsseldorf*.

„Die oft diskutierten Möglichkeiten, die Arbeits- und Leistungsfähigkeit älterer Mitarbeiter in hochtechnisiertem Umfeld zu erhalten, sind nur ein Teil der Gesamtaufgabe.“ (Dr. Frank Lennings, Leiter Fachbereich Unternehmensexzellenz ifaa).

Natürlich müssen die Unternehmen für sich spezifische Lösungen erarbeiten, um den Rückgang an verfügbaren Fachkräften und das steigende Durchschnittsalter Ihrer Belegschaften bewältigen zu können. Ebenso wichtig ist es jedoch, Industriearbeit überhaupt in Deutschland zu behalten. „Wir müssen im Gesamtkontext von demographischem und gesellschaftlichem Wandel, Globalisierung und Strukturwandel die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie stärken, um eine hohe Industriequote und damit verbundene Beschäftigung in der Produktion zu sichern“, so Lennings.

Hohe Industriequote macht Deutschland erfolgreich in der Krise

Deutschland bewältigte die Folgen der Wirtschaftskrise mit seiner hohen Industriequote erfolgreicher als andere Länder. Produktionsarbeit trägt die für Deutschland wichtigen Exporte. Ein erheblicher Teil des Dienstleistungssektors ist „industrienah“, zum Beispiel in der Entwicklung, Logistik, IT oder auch Instandhaltung. Der Verlust von Produktionsarbeit würde die besondere Position Deutschlands als Leitanbieter und -anwender im Anlagen- und Maschinenbau oder der Medizintechnik gefährden.

Vor der Digitalisierung: Prozesse müssen verschwendungsarm, klar strukturiert und standardisiert sein

Digitalisierung und Industrie 4.0 bieten die Chance die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, Industrie in Deutschland zu erhalten, das Lernen im Prozess der Arbeit zu unterstützen und gleichzeitig Mitarbeiter bei energetischer und geistiger Arbeit zu entlasten. Ebenso eröffnen sie Möglichkeiten der Einsatzplanung, die Bedürfnisse und Beeinträchtigungen von Mitarbeitern besser berücksichtigen.

Voraussetzung hierfür ist, dass die Prinzipien des Toyota Produktionssystems und des Lean Managements im Vorfeld umgesetzt wurden. Die durch Digitalisierung zu unterstützenden Prozesse müssen zunächst verschwendungsfrei sowie klar strukturiert und standardisiert sein.

Lean Management richtig verstanden und umgesetzt fördert Mitarbeitermotivation, Unternehmenskultur, innerbetriebliches Lernen und die Einsatzflexibilität der Mitarbeiter. „Das trägt dazu bei, dass Unternehmen auch mit alternden Belegschaften wettbewerbsfähig bleiben können“, fasst Lennings zusammen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Christine Molketin unter c.molketin[AT]ifaa-mail[DOT]de.

*Der Vortrag fand im Rahmen einer Vortragsveranstaltung der A+A 2017 statt. In dieser wurde ein gleichnamiges Buch der Initiative INQA vorgestellt.

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