ifaa: Erfolgreiche Mensch-Roboter-Kollaborationen muss sicher sein

„Die Beschäftigten werden sich freuen, mit dem Kollegen Roboter gemeinsam zu werkeln!“ ist sich Dr. Marc-André Weber, wissenschaftlicher Experte des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. (ifaa), sicher. Anlässlich der 4. VDI-Fachkonferenz „Assistenzroboter in der Produktion“ am 05.12.2017 in Aschheim bei München betonte er, dass der Einsatz kollaborierender Roboter eine Chance für die Optimierung der Arbeitsgestaltung ist. Kollaborierende Roboter sollten dort eingesetzt werden, wo sie arbeitsorganisatorisch sinnvoll sind. Dabei sind gesetzliche Vorgaben und Richtlinien zu beachten, vor allem die ISO/TS 15066, damit die Sicherheit gewährleistet wird.

Dr. Marc-André Weber erläuterte, dass man den Einsatz kollaborierender Robotersysteme immer nach „TOP – Technik, Organisation, Personal“ planen sollte. Damit meint er, dass man die Arbeitsteilung zwischen Mensch und Roboter organisatorisch sinnvoll vornehmen muss, um das Personal bestmöglich bei seiner Arbeit unterstützen zu können. Dabei sind die technischen Merkmale kollaborierender Robotersysteme zu berücksichtigen. Er betonte, dass der Mensch nicht zum Assistenten der Roboter wird und diese Angst unbegründet sei. „Es ist genau umgekehrt: kollaborierende Roboter werden so eingesetzt, dass sie den Menschen bei seiner Arbeit unterstützen, und dass im Takt des Mitarbeiters und nicht der Maschine.“ Die Stärken des Menschen sollen dabei mit denen des Roboters sinnvoll kombiniert werden.

Technische Assistenzsysteme wie diese Roboter lohnen sich vor allem für Arbeitsplätze, für die keine Vollautomatisierung aufgrund kleiner Stückzahlen sinnvoll ist, wo aber dennoch so viele Einheiten produziert werden, dass die Anschaffung einer MRK zur Entlastung des Menschen sich rechnet. Neben den zu fertigenden Mengeneinheiten sind die jeweiligen Produktmerkmale und Montageanforderungen wichtige Indikatoren um zu entscheiden, ob MRK geeignet ist oder nicht.

„Ein wesentliches Merkmal ist die Sicherheit bei kollaborierenden Robotern“ betonte Dr. Weber. Dazu zählt die Begrenzung von Kräften und Bewegungsgeschwindigkeiten, aber auch der Einsatz intelligenter Software zur Kollisionserkennung und zum Ableiten zielgerichteter Maßnahmen. „Der Roboter erkennt beispielsweise, ob er die Hand des Menschen unbeabsichtigt zwischen Roboterarm und Werktisch leicht eingeklemmt hat und fährt sofort zurück. Es bleiben keine Verletzungen, weil die Kraftaufwände vorgegebene Grenzwerte nicht überschreiten. Die ISO/TS 15066 wurde speziell für MRK entwickelt und setzt sich mit biomechanischen Belastungsgrenzwerten auseinander“ betonte Dr. Weber.

Eine Übersicht zu wesentlichen Merkmalen der MRK zeigt ein Faktenblatt des ifaa: https://www.arbeitswissenschaft.net/fileadmin/user_upload/Downloads/Factsheet_Mensch_Roboter_Kollaboration.pdf

Weitere Informationen erhalten Sie bei Christine Molketin (c.molketin[AT]ifaa-mail[DOT]de / 0211 542263-26). Gerne vermitteln wir ein Interview mit unserem Experten.

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