Gutes Klima im Büro: ifaa -Tipps für einen kühlen Kopf in heißen Tagen

Mit dem Sommer kommen die warmen Temperaturen. Dr. Catharina Stahn vom ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft verrät, wie es auch an heißen Tagen im Betrieb „cool“ bleibt – sowohl im Büro, als auch im Team.

Bei andauernder Hitze kann es schon mal ungemütlich im Büro werden. Warme Temperaturen können Körper und Stimmung aus dem Gleichgewicht bringen. „Jetzt ist es wichtig, entsprechend Maßnahmen für ein gutes Klima zu schaffen“, so Stahn.

ifaa-Tipps für Gesundheit und gutes Raumklima:

- Trinken Sie ausreichend: Zwei bis drei Liter von Wasser, Früchtetee oder Saftschorlen unterstützen Kreislauf und Flüssigkeitshaushalt.

- Verzichten Sie lieber auf koffeinhaltige Getränke: Sie sind schweißtreibend und belasten den Kreislauf.

- Lüften Sie ausschließlich in den frühen, kühleren Morgenstunden. Später ist es ratsam, Fenster und Türen geschlossen zu lassen. Nutzen Sie vorhandene Sonnenschutzeinrichtungen.

- Greifen Sie zu bei frischem Obst und Gemüse. Schwere Lebensmittel belasten unnötig. 

- Bevorzugen Sie lockere Kleidung, die idealerweise atmungsaktiv ist. Klären Sie mit Ihrem Arbeitgeber, ob für die Zeit der Hitze legere Kleidung en vogue sein darf.

- Wenn der Kreislauf versagt: Halten Sie Ihre Unterarme unter fließend kaltes Wasser. oder legen Sie ein kaltes Tuch in den Nacken oder auf die Stirn.

- Verwenden Sie die kühleren Stunden für Aufgaben, die die grauen Zellen und/oder den Körper stärker belasten. 

- Lassen Sie die Klimaanlage nicht auf Hochtouren laufen, sie sollte nicht zu kalt eingestellt sein. Am besten beträgt der Unterscheid zwischen den Temperaturen draußen und im Büro nicht mehr als 6 °C. Größere Temperaturunterschiede können eine Erkältung und Kreislaufbeschwerden nach sich ziehen.

ifaa-Tipps für gute Stimmung unter Kollegen:

- Wertschätzung mit einfachen Gesten zeigen: Sei es die persönliche Begrüßung am Morgen, sich bedanken oder einfach mal fragen: Wie geht es Dir?

- Miteinander reden: stärkt Teamgeist und Vertrauen, beugt Missverständnissen vor und erhöht den Spaß an der Arbeit.

- Hilfe anbieten: Wer ungefragt Unterstützung anbietet, erntet auch umgekehrte Zuwendung und Hilfe.

- Gemeinsame Pause: Zusammen über anderes sprechen als die Arbeit. Ein Gespräch über Hobbys, Urlaub oder Familie sorgt für Entspannung. Eine gute Alternative zur klassischen Pause: ein Spaziergang oder leichte Lockerungsübungen.

- Lachen verbindet und deeskaliert: So lassen sich auch gemeinsam besser Lösungen finden.

-  Gemeinsame Aktivitäten: Wie wäre es mal mit einem gemeinsamen Grillabend oder einem regelmäßigen Stammtisch? So lernt man Kollegen mal anders kennen und die lockere Atmosphäre überträgt sich auf die Arbeit.

 

Was sagt der gesetzliche Arbeitsschutz bei hohen Temperaturen?

Nach der technischen Regel für Arbeitsstätten zum Thema Raumtemperatur (ASR A3.5) sollte es in Arbeitsräumen nicht wärmer als 26 °C sein. Technische Regeln konkretisieren die Arbeitsstättenverordnung, sind allerdings rechtlich nicht bindend.

Bei über 26 °C zu arbeiten kann gesundheitsgefährdend sein, zum Beispiel bei schwerer körperlicher Arbeit oder bei gesundheitlich Vorbelasteten und besonders schutzbedürftigen Beschäftigten (z. B. Ältere, Schwangere, stillende Mütter). In diesen Fällen ist anhand einer angepassten Gefährdungsbeurteilung über weitere Maßnahmen zu entscheiden.

Der Arbeitgeber ist bei einer Lufttemperatur im Raum von über 30 °C angehalten, wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Das bedeutet beispielsweise für eine effektive Steuerung des Sonnenschutzes (z. B. Jalousien auch nach der Arbeitszeit geschlossen halten) und der Lüftungseinrichtungen (z. B. Nachtauskühlung) zu sorgen, die inneren thermischen Lasten zu reduzieren (z. B. elektrische Geräte nur bei Bedarf betreiben), auf das Lüften in den frühen Morgenstunden zu verweisen, Gleitzeitregelungen zur Arbeitszeitverlagerung zu nutzen, die Bekleidungsregelungen zu lockern oder geeignete Getränke zur Verfügung zu stellen (z. B. Trinkwasser).

Weitere Informationen erhalten Sie bei Christine Molketin (c.molketin[AT]ifaa-mail[DOT]de / 0211 542263-26). Gerne vermitteln wir ein Interview mit unseren Experten.

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